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Adventsbasar des Tierschutzvereins Kelsterbach: Rührige Seniorinnen unterstützten den Adventsbasar

Mehr als 20 Stunden haben Margot Goreiski, Ursula Tietz und Birgit Seelmann in ihre hübschen Handarbeiten gesteckt, die auf dem Adventsbasar des Tierschutzvereins Kelsterbach verkauft wurden. Die Damen leben in einer Wohngemeinschaft für demenzkranke Senioren.
Birgit Seelmann (vorne v.l.), Ursula Tietz und Margot Goreiski haben zusammen mit Marina Karvelyte (2.v.l.) und Gabriele Schönhaber Geschenkartikel für den Tierschutzverein Kelsterbach gebastelt. Foto: Holger Menzel Birgit Seelmann (vorne v.l.), Ursula Tietz und Margot Goreiski haben zusammen mit Marina Karvelyte (2.v.l.) und Gabriele Schönhaber Geschenkartikel für den Tierschutzverein Kelsterbach gebastelt.
Kelsterbach/Frankfurt. 

Draußen ist es derzeit noch nicht besonders winterlich. Doch Birgit Seelmann, Ursula Tietz und Margot Goreiski haben trotzdem ihr Herz für Schneemänner entdeckt, die sie in größeren Mengen aus Styropor gefertigt haben – und sich anscheinend gar nicht mehr von ihnen trennen wollen. Doch das ist längst noch nicht alles: Mehr als 20 Stunden lang haben die drei Seniorinnen in intensive Handarbeit investiert, um zusammen mit ihren Betreuerinnen wie Marina Karvelyte und Gabriele Schönhaber den Weihnachtsbasar des Tierschutzvereins Kelsterbach zu bestücken.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen: Neben den 6 Schneemännern haben die rührigen Seniorinnen zusammen mit ihren Betreuerinnen unter anderem 20 mit Stoffservietten beklebte Gläser, 5 Herzen aus Pailletten, 15 Stofftaschen und 10 Boxen für Stofftaschentücher hergestellt, die zuweilen an Sofas im Modellformat erinnern. Stolz zeigen sie, was sie gemeinsam geschaffen haben. Ihre Augen leuchten, und in diesem Moment ist die Motivation stärker als die Krankheit, die sie zusammengeführt hat: Denn die Damen sind dement und haben ihr Zuhause in der Wohngemeinschaft Gila im Frankfurter Gallusviertel gefunden. Der Begriff „Gila“ stammt aus dem Hebräischen und bedeutet so viel wie „Glück und Frieden“.

Kreative Gruppe

Nun können die Damen sogar noch Tieren Glück bringen: Denn ihre Geschenkartikel wurden am Sonntag zu Nikolaus auf dem Adventsbasar des Tierschutzvereins Kelsterbach im dortigen Fritz-Treutel-Haus verkauft. Zudem können sie an den Freitagen, 11. und 18. Dezember, jeweils von 15 bis 17 Uhr im Vereinsheim der Tierschützer in der Mörfelder Straße 36 erworben werden. Der Erlös kommt der Pflege aufgefundener Wildtiere ebenso zugute wie der Betreuung und Vermittlung abgegebener Haustiere: „Toll, dass es hier eine so selbstbestimmte und kreative Seniorengruppe gibt“, freut sich Judith Wagner, die Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Die Kontakte zur Wohngemeinschaft sind über die Fachkraft für Wundmanagement, künstliche Ernährung und palliative Versorgung, Gabriele Klages, zustande gekommen. „Ich arbeite seit vielen Jahren in der Pflege und habe die Wohngemeinschaft vor vier Jahren ins Leben gerufen“, berichtet die Leiterin Ingrid Hager. Damals war zunächst ein Standort im nahe gelegenen Mörfelden-Walldorf vorgesehen, bis sich der heutige sechsstöckige Bau in der Günderrodestraße 21 in Frankfurt fand.

Die Wohngemeinschaft für insgesamt 25 demenzkranke Senioren besteht in der Form einer privaten GmbH, die Verträge mit der Stadt für die Übernahme der Betreuungskosten seitens der Sozialrathäuser geschlossen hat, wenn Angehörige dafür nicht aufkommen können. Ein Platz kostet monatlich je nach Wohnausstattung 3200 bis 3400 Euro. „Wir wollen hier keine Heimatmosphäre, sondern bieten kleine Wohngruppen mit sechs bis sieben Mitgliedern, in denen die Senioren möglichst lange weitestgehend selbstbestimmt leben und ihre vorhandenen Ressourcen erhalten können“, betont Hager.

Für den Eigenbedarf

Wobei zu berücksichtigen ist, dass sich der Gesundheitszustand bei den verschiedenen Verlaufsformen von Demenz auch schnell ändern kann. Die Versorgung wird von einem ambulanten Pflegedienst übernommen und auch sichergestellt, wenn die Patienten bettlägerig werden. Für jeden neuen Bewohner wird ein Miet- und Betreuungsvertrag abgeschlossen.

Alle sechs Etagen des Hauses sind barrierefrei, zur Ausstattung gehören neben den Privaträumen gemütliche Wohnküchen und Gesellschaftsräume. Angeboten werden außerdem Ausflüge, auch eine Fahrt zum Tierschutzhaus in Kelsterbach ist für das neue Jahr geplant. Doch bis dahin gilt es zunächst, den Winter zu überstehen – auch mit den drolligen Schneemännern, von denen sich Birgit Seelmann, Ursula Tietz und Margot Goreiski noch einige für den Eigenbedarf gebastelt haben.

(got)
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