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Unternehmen schickt Kleiderspenden nach Afrika: T-Shirts für Kamerun: Verkauf finanziert Grundschule an Ort und Stelle

Dass Entwicklungshilfe oft nicht dort ankommt, wo sie soll, nämlich bei den wirklich Bedürftigen, ist ein bekanntes Problem. Viele Initiativen versuchen deshalb möglichst direkt konkrete Projekte zu unterstützen. So macht das seit drei Jahren auch die Firma Wailua.
Franziska Flach von der Firma Wailua und Studentenseelsorger Jochen Müller berichten über ihr Hilfsprojekt für eine Schule in Kamerun. Auf dem Foto sind Jochen Müller mit Geschäftsführer Mark Flynn und Maschinenbauer und Clan-Chef Daniel Tepie zu sehen. Franziska Flach von der Firma Wailua und Studentenseelsorger Jochen Müller berichten über ihr Hilfsprojekt für eine Schule in Kamerun. Auf dem Foto sind Jochen Müller mit Geschäftsführer Mark Flynn und Maschinenbauer und Clan-Chef Daniel Tepie zu sehen.
Rüsselsheim. 

Zwischen zwei Welten lebe Daniel Tepie, sagt Studentenseelsorger Jochen Müller. Und das ist ganz wörtlich zu nehmen, denn Tepie ist irgendwo auf der Strecke zwischen Deutschland und Kamerun unterwegs, um dort die dritte Textilspende der Rüsselsheimer Firma Wailua zu übergeben.

Der Maschinenbauer ist in Kamerun geboren und hat in Rüsselsheim studiert. Dort lernte er Jochen Müller kennen, der wiederum kennt zwei ehemalige Schülerinnen aus seiner Zeit als Religionslehrer, die heute bei der Firma Wailua arbeiten. Irgendwie und irgendwann sei aus dieser Gemengelage die Idee mit den Kleiderspenden geboren worden.

Alte Stammesstrukturen

Schließlich wurden vor drei Jahren die ersten Kisten, prall gefüllt mit T-Shirts und Polohemden, auf den Weg nach Kamerun geschickt. In seiner Heimat ist Tepie ein Clan-Chef. Neben dem durch die Kolonialisierung übergestülpten staatlichen System bestehen immer noch die alten Stammesstrukturen, weiß Müller – Hilfe auf diesem Wege sei weit effektiver als die klassische Entwicklungshilfe.

So sieht es in der Schule in Basseu in Kamerun aus, für welche die Firma Wailua Textilien spendet. Bild-Zoom
So sieht es in der Schule in Basseu in Kamerun aus, für welche die Firma Wailua Textilien spendet.

Ganz konkret unterstützen die Rüsselsheimer eine Grundschule in Basseu in Kamerun, dem Geburtsort von Tepies Vater. Die Hemden aus Rüsselsheim würden von den Schülern dort selbst auf dem Markt verkauft. Die gespendeten Textilien seien Auslaufmodelle oder B-Ware, die von sehr guter Qualität seien, aber so nicht an die Kunden in Deutschland verkauft werden könnten, sagt Franziska Flach von der Marketing Abteilung der Firma.

Der Markt sei ansonsten überschwemmt von billiger Massenware schlechter Qualität aus China, weshalb die langlebigen Textilien aus Rüsselsheim gute Preise erzielten. „Es ist doch viel besser, wenn die Kinder sich mit unseren Spenden das Geld selbst erarbeiten können, als einfach Geld hinzuschicken“, sagt Flach.

Auch bei Regen nutzbar

Dank der ersten zwei Lieferungen könne die Grundschule nun auch bei Regen genutzt werden, denn es seien Fenster und Türen angeschafft worden. Das Geld für eine Tafel sei auch noch drin gewesen. Das nächste Projekt ist die Finanzierung eines Wasserrucksacks, um sauberes Trinkwasser für die Schulkinder bereitstellen zu können. Anhand von Fotos und Abrechnung lasse sich das ganze Projekt lückenlos mitverfolgen, versichert Müller.

Wailua veredelt Textilien

Die Firma Wailua ist ein Textilveredler. Das heißt, dass dort Textilien nach Wunsch bestickt werden. So kamen zum Beispiel die Schriftzüge auf die Helfershirts für den Hessentag.

clearing

Wer das Projekt unterstützen will, kann sich bei Jochen Müller unter relimueller@gmx.de melden.

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