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Tierheim wird nach Spenderin benannt

Von Ohne das Engagement von Marianne Friebe und ihres Mannes läge im Tierheim Rüsselsheim noch vieles im Argen. Dank ihrer Hilfe wurde beispielsweise ein Katzenhaus errichtet.
Zwei Jungs im feinen Zwirn posieren vor dem Wohnhaus  der Tierheimbetreiber. Bilder > Zwei Jungs im feinen Zwirn posieren vor dem Wohnhaus der Tierheimbetreiber.
Rüsselsheim. 
Pfleger Harald Konrad und Hund Pancho haben mit der Tigerdame Cara Freundschaft geschlossen.	Fotos: tami Bild-Zoom
Pfleger Harald Konrad und Hund Pancho haben mit der Tigerdame Cara Freundschaft geschlossen. Fotos: tami

Zum 50-jährigen Bestehen wird das Tierheim Rüsselsheim und Umgebung umbenannt. Es wird künftig den Namen von Marianne Friebe tragen – der 79-jährigen Frau aus Mörfelden-Walldorf, die sich als Ehrenmitglied seit mehr als 30 Jahren mit ihrem berühmten Flohmarkt für die Einrichtung engagiert. Ohne ihren Verkauf gespendeter Sachen, stets vieler selbst gebackener Kuchen und auch das ehrenamtliche Engagement ihres Mannes Horst, eines Architekten, läge vieles im Tierheim noch im Argen. Es gäbe kein Katzenhaus, kein Torhaus am Eingang und auch die Hundeboxen und -häuser wären nicht das, was sie heute sind.

So wird während einer Feierstunde am morgigen Donnerstag von 14 Uhr an ausschließlich für geladene Ehrengäste die Umbenennung des Tierheims auf dem Areal der Einrichtung vollzogen. Öffentlich gefeiert wird dann zu den Tagen der offenen Tür am Wochenende, 20. und 21. September, jeweils zwischen 12 und 17 Uhr. Es gibt Kaffee und Kuchen, eine große Tombola, einen Flohmarktstand, einen Stand mit Hundekeksen, Führungen durch das Tierheim, Salate sowie Spielstunden mit der Tigerin Cora. Viel kann die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Claudia Vietmeier-Kemmler, nicht zur Geschichte der Einrichtung sagen. Denn sie ist erst seit einigen Jahren dabei, hat die Anfänge also nicht selbst erlebt und kann sich auch nicht auf alte Dokumente und Dokumentationen berufen. Denn sie sind alle bei einem Hochwasser im Keller des Tierheims, wo sie aufbewahrt wurden, zerstört und entsorgt worden – und ein noch vorhandener Rest ist mit Vorstandswechseln im Laufe der Jahre weggekommen. Seit 1994 sei nichts mehr notiert worden, so Vietmeier-Kemmler.

 

Obdachlose und Hunde

 

Gegründet wurde das vom Tierschutzverein betriebene Tierheim am 24. Januar 1964. Als Mitbegründer fungierte Peter Rosentreter, der 30 Jahre den Vorsitz bekleidete. Er wird bei der akademischen Feier die Geschichte des Tierheims näher beleuchten. Bis zur Gründung gab es in der Darmstädter Straße auf Höhe des heutigen Reiterhofs eine gemeinsame Unterbringungsmöglichkeit für Obdachlose und Hunde. Waren es mehr als drei Vierbeiner, wurden sie dem Tierheim Wiesbaden überstellt. Katzen und Kleintiere konnten gar nicht aufgenommen werden.

Nach zähen zweijährigen Verhandlungen verkaufte das Land Hessen dem Verein ein etwa 4000 Quadratmeter großes Grundstück im Autobahntrichter für 15 000 Mark. Dort entstand das Tierheim. Eröffnet wurde es am 18. Oktober 1972. 1986 gab es dort das erste Raubtiergehege in Deutschland. Damals wurde der Safaripark in Groß-Gerau geschlossen. Die damalige Leiterin bewarb sich für die künftige Leitung des Tierheims Rüsselsheim – unter der Prämisse, dass sie ihre zwei von Hand aufgezogenen Raubkatzen – eine Tigerin und einen Löwen – in das Tierheim mitbringen dürfe. 2006 bis 2013 war das Großkatzengehege von den Tigerdamen Natascha und Gnadhi belegt. Sie sind inzwischen im Lionsrock-Park in Südafrika. Im Juli zog die Tigerin Cara (früher Angela) in das Gehege ein. Sobald alle Papiere beieinander sind, wird auch sie den vom Verein „Vier Pfoten“ organisierten Transport nach Südafrika antreten.

 

Futterküche angebaut

 

Doch zurück zur Geschichte des Tierheims. 1969 wurden ein Brunnen gebohrt und Strom verlegt. 1971 erfolgte der Bau auf dem inzwischen 7164 Quadratmeter großen Gelände, und sechs Jahre später wurde das Tierheim nach siebenjähriger Planung erweitert. 1999 wurden eine Futterküche angebaut und das Kleintierzimmer erweitert, und 2004 bekam der Hundealtbau ein neues Dach.

Dank Marianne Friebe wurde 2005 das Katzenhaus errichtet. Außerdem wurden endlich ein Müllplatz eingerichtet, das Raubkatzengehege saniert, die Kranken- und Quarantänestation neu bedacht und eine Tierärztin angestellt. 2010 wurden die Hundehäuser „Bobby“, „Bella“ und „Dingo“ fertiggestellt, der Hundealtbau und das Ziegengehege als jetziger Hundefreilauf saniert.

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