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Abbrucharbeiten: Bald sind alle Brückenreste weg

Von Noch immer stehen Reste der alten Autobahnbrücke. Später als gedacht, sollen die Abbrucharbeiten nun bis Ende Februar erledigt sein. Dann werden nur noch Fotos und Filmaufnahmen an das 1965 fertiggestellte Bauwerk erinnern, das seit Januar 2016 abgerissen wird, unter anderem mit einer Sprengung der Brückenpfeiler im vergangenen August.
Bauingenieur Reinhold Vaupel betreut den Abriss des letzten Restes der Limburger Autobahnbrücke bis Ende Februar 2018. Foto: Dickmann Stefan Bauingenieur Reinhold Vaupel betreut den Abriss des letzten Restes der Limburger Autobahnbrücke bis Ende Februar 2018.
Limburg. 

Wer die vierte Spur der neuen Autobahnbrücke zwischen den Abfahrten Limburg Nord und Süd benutzt, wundert sich schon länger, dass kurz vor der Abfahrt noch immer Pylone stehen. Warum ist dort noch immer eine Baustelle, die Fahrbahn ist doch fertig?

Statt zwei Spuren steht in der Abfahrt nur eine Fahrspur zur Verfügung, um Platz zu schaffen für eine Baustellenausfahrt. Denn die alte Autobahnbrücke ist noch immer nicht komplett abgerissen. Auf der Südseite stehen noch immer Reste.

Erschwernisse

Die sollten eigentlich bis Ende des Jahres verschwunden sein. Doch nach Angaben von Hessen Mobil verzögert sich der Abschluss der Abbrucharbeiten um circa zwei Monate. Bis Ende Februar soll das erledigt sein.

Hessen Mobil nennt für die Verzögerung folgende Gründe:

  Die Rückarbeiten hätten sich auf Grund der „Erschwernisse“ beim Abbruch der Altfundamente der Pfeiler am Lahnufer verzögert, „da hier im Baugrund alte Verbauten und Fundamente vorgefunden wurden, die so nicht in den Bestandsunterlagen dargestellt waren“.

  Bei der „konventionellen“ Demontage des nördlichen Pfeilers zwischen der Bahnlinie und der Lahn „mussten die Arbeiten zum Sägen und beim Abheben der einzelnen Segmente infolge zu starken Windes mehrfach unterbrochen und gesichert werden“.

  Da Sicherheit im Zuge der Bauausführung die oberste Priorität habe, seien Arbeiten, die aufgrund der statischen Berechnungen der einzelnen Bauzustände von bestimmten Witterungsbedingungen abhängen, nur ausgeführt worden, wenn die äußeren Randbedingungen wie Wind und Witterung dies auch zugelassen hätten.

  Wegen der beengten Platzverhältnisse am Pfeiler zwischen der Bahnlinie und der Lahn hätten sich die Abbrucharbeiten ebenfalls verzögert, „da hier teilweise nur kleinere Geräte und Fahrzeuge eingesetzt werden konnten“. Deshalb stünden die vorhandenen Abbruchkapazitäten insbesondere für den Rückbau der Widerlager auf der südlichen Uferseite „erst jetzt vollständig zur Verfügung“.

Fünf Bauarbeiter sind noch im Einsatz, um die letzten Brückenreste bis Ende Februar zu entfernen. Drei von ihnen trugen am gestrigen Freitag im Bagger Pfeilerreste ab, zwei begannen damit, die Baustelle zu räumen.

Ein Widerlager steht noch

Die sich anschließenden Arbeiten werden sich nach Angaben von Bauingenieur Reinhold Vaupel von der zuständigen Baufirma, die den Abriss managt, noch bis zum Sommer hinziehen. Die Entwässerung verlaufe noch über die alte Leitung, die Baustraßen müssten noch zurückgebaut werden.

Noch steht das letzte Widerlager der alten Brücke, womit das Betonteil gemeint ist, dass den Übergang zwischen der Brücke und dem Erddamm herstellt. Das Widerlager wird bis Ende Februar fast komplett zurückgebaut.

Jahrzehntelang war weitgehend unbekannt, dass dieses Widerlager den letzten Brückenpfeiler der ersten, 1937–39 erbauten Limburger Autobahnbrücke enthält. Dass dieser noch Pfeiler existiert, war auch für die Stadt eine große Überraschung. Sie erfuhr davon vor einem Jahr.

Wie der Sprecher der Stadt Limburg, Johannes Laubach mitteilt, gab es zunächst die Überlegung, diesen Pfeiler zu erhalten und sichtbar zu machen. Wegen des erheblichen finanziellen Aufwands, ein hoher sechsstelliger bis fast siebenstelliger Betrag, habe der Magistrat davon aber im vergangenen Frühjahr Abstand genommen. Die Kosten wären entstanden durch die Änderung des Abbruchvertrags, der Bogen hätte wiederhergestellt, abgedichtet und verkehrssicher gemacht werden müssen. Der alte Pfeiler wird unter dem Erdreich verschwinden.

Ganz besonderer Abriss

Den Abriss der alten Autobahnbrücke wird der 58-jährige Bauingenieur Vaupel in nachhaltiger Erinnerung behalten, weil auch für ihn als erfahrenen Brückenbauer der Abriss mit einer Vorschubrüstung außergewöhnlich war. Eine Wanne war Stück für Stück vorwärts geschoben worden, in die die abgerissenen Betonteile fielen.

Der gesamte Abriss der Brücke hat mehr als 14 Millionen Euro gekostet.

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