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Wahlkampf-Tour: Demo bei Besuch von AfD-Bundestagsabgeordnetem Albrecht Glaser

Während drinnen in der Stadthalle der AfD-Bundestagsabgeordnete Albrecht Glaser über das Thema „Schicksalszeit für Deutschland“ referierte, gab es draußen eine kleine Demo mit gut 300 Teilnehmern – und reichlich Polizeikräften.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Albrecht Glaser zu Gast beim Kreisverband Limburg-Weilburg. Links vorne der Landtagskandidat Egon Maurer. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Albrecht Glaser zu Gast beim Kreisverband Limburg-Weilburg. Links vorne der Landtagskandidat Egon Maurer.
Limburg. 

Man kann zur Alternative für Deutschland (AfD) und ihren Positionen stehen, wie man will: Im Anschluss an ihre Wahlkampfveranstaltungen mit Polit-Promis ihrer Partei sind Fragen erlaubt – auch kritische von Gästen, die ganz offensichtlich nicht zu den AfD-Freunden gehören. Doch anders als beispielsweise bei Frauke Petry (als sie der Partei noch nicht den Rücken kehrte) oder auch Beatrix von Storch, die beide gerne mal die Fragesteller abgekanzelt haben, war das am Mittwochabend anders. Der Bundestagsabgeordnete Albrecht Glaser ging Punkt für Punkt die eingereichten Themen durch – wenn auch die Antworten diejenigen nicht immer zufriedenstellten, die ihre Fragen schriftlich formuliert hatten. Und Glaser sparte auch nicht mit Lob, wenn es für ihn „eine sehr gute Frage“ war.

Ein bisschen seltsam war die Wahlkampfveranstaltung aber schon: Draußen gut 300 Gegendemonstranten, drinnen vielleicht zwei, drei Dutzend AfD-Anhänger – gefühlt weniger als die Polizeikräfte vor der Stadthalle. Ganz wohl war den Verantwortlichen offensichtlich auch nicht: „Wenn einer Ärger macht, fliegt er raus“ war die Anweisung an die Ordner. „Aber alle dürfen bleiben.“ Man solle im Zweifelsfall keine Gewalt anwenden, sondern die Polizei rufen. Man merkte dann am Abend schon die Unruhe unter den AfD-Verantwortlichen, als immer mehr Gäste vom anderen Lager dazustießen, aber es blieb friedlich. Nicht alle waren nach Glasers Geschmack, die wurden dann von dem 76-Jährigen als „verehrte Angehörige der Gegenzivilisation“ begrüßt.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Albrecht Glaser zu Gast beim Kreisverband Limburg-Weilburg. Links vorne der Landtagskandidat Egon Maurer. Bild-Zoom
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Albrecht Glaser zu Gast beim Kreisverband Limburg-Weilburg. Links vorne der Landtagskandidat Egon Maurer.

Neben den üblichen Statements, dass beispielsweise Deutschland „zur Bananenrepublik mutiert“, „der Euro weg muss“ oder auch „die Volksparteien im freien Fall“ seien, waren auch die Vorkommnisse in Chemnitz ein Thema. Glaser stellte sich hinter Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, (CDU), der sagte, dass es nach dem Tötungsdelikt gegen den 35-Jährigen „keine Hetzjagd und keinen Mob“ gegeben habe. Auch wenn Kretschmer ein politischer Gegner sei: „Wo er recht hat, hat er recht.“

Ähnlich argumentierte auch Egon Maurer, wie Thomas Cerelius Lamboy Direktkandidat für den Landtag im Kreis Limburg-Weilburg. „Da ist ein Mensch abgestochen worden“, sagte der 63-jährige Polizeibeamte Maurer. „Das ist kein Thema mehr.“ Man rege sich nur über einen „Idioten auf, der den Hitler-Gruß gemacht“ hätte. Sollte das einer mal in seiner Nähe machen, werde er ihm – sagte Maurer direkt – „in den Arsch treten“.

Die Nazivorwürfe an seine Partei wollte der Bad Camberger nicht gelten lassen: „Ich war nie ein Nazi und werde nie einer sein.“ So werden auch die Mitgliedsanträge beim Kreisverband sehr genau geprüft: Und bei wem beispielsweise eine Nähe zur NPD entdeckt werde, der werde auch nicht aufgenommen.

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