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Limburger Lackfabrik: Diezer Farbe für die Formel 1

Am kommenden Sonntag drehen Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Co beim Großen Preis von Russland in Sotschi ihre Runden. Ohne die Swarco Limburger Lackfabrik wäre das für die Formel-1-Profis deutlich komplizierter: Die Diezer Firma hat die Farbe für die Streckenmarkierungen hergestellt. Und das ist nicht alles, was der Farbenhersteller kann.
Die Farbe aus Diez, die hier versprüht wird, hat einen langen Weg hinter sich. Bilder > Die Farbe aus Diez, die hier versprüht wird, hat einen langen Weg hinter sich.
Diez/Sotschi. 

Maschinen? Doch nicht für Sotschi. Wenn in der Stadt am Schwarzen Meer die Rennstrecke für den Großen Preis von Russland markiert wird, dann von Hand. Schließlich soll alles perfekt sein, wenn am kommenden Sonntag Sebastian Vettel und Lewis Hamilton um den Sieg kämpfen.

Stück für Stück haben Arbeiter die Wegemarkierung erneuert, erst rot, dann weiß, manchmal blau oder orange, mal mit einem Schlauch gespritzt, mal mit einer Malerrolle aufgetragen. Immer jedoch kam die Farbe aus der Swarco Limburger Lackfabrik. 14 Tonnen Farbe hat das Unternehmen vor Kurzem nach Sotschi geliefert. Denn das Diezer Unternehmen ist nur eines von vier weltweit, die Farben für Rennstreckenmarkierungen herstellen darf.

Nein, Formel-1-Begeisterung habe bei der Entscheidung, sich für die Zertifizierung zu bewerben, keine Rolle gespielt, sagt Mario Noellge, der bei der Firma fürs Marketing zuständig ist. „Wir machen ja generell Straßenmarkierungsmaterial, das ist eben ein zusätzlicher Bereich.“

Nicht irgendeine Farbe

Denn Formel-1-Farbe ist nicht irgendeine Farbe, da ist der Motorradweltverband (FIM) streng: Er hat ganz genaue Regeln für Rennstreckenmarkierungen entwickelt – und da es für Autorennen keine gesonderten Vorschriften gibt, wurden die Regeln einfach übernommen.

Überall auf Linie

11 000 Tonnen Farbe produzieren die 40 Mitarbeiter der Swarco Limburger Lackfabrik im Jahr. Mit ihr werden Landstraßen, Autobahnen und Parkplätze in ganz Deutschland, aber auch in vielen europäischen

clearing

Die Farbe, die allen FIM-Vorgaben entspricht, hat Patrick Wesche mitentwickelt: Wasserbasiert muss sie sein, und flexibel. Denn weil die Rennstreckenmarkierungen viel flächiger sind als die Markierungen auf normalen Straßen, würden sich sonst zu schnell Risse bilden. Aber sie braucht auch eine hohe Griffigkeit – wer will schon schuld sein, dass Sebastian Vettel in die Betonbegrenzung gerutscht ist? Also mischte Wesche so lange Sand in die Farbmischung, bis die geforderte Griffigkeit erreicht war. „Der FIM hat das getestet und war zufrieden.“

In rund 14 Stunden wurde die Farbe dann gemischt, in 25-Liter-Eimer gefüllt und auf einen Lastwagen verladen. Zwei Wochen war der LKW dann mit den 550 Plastikeimern unterwegs, um vom Lahnufer an die Schwarzmeerküste zu kommen. Dort mussten die Männer nur noch darauf achten, dass die Farbe nicht zu dick aufgesprüht oder gerollt wird: Sonst sinkt der Sand zu Boden und die Markierung ist doch wieder rutschig.

Bereits 2014 hat die Swarco Limburger Lackfabrik Markierungsfarbe nach Sotschi geliefert, damals war es die Erstmarkierung der Strecke. „Seitdem gab es mehrere Rennen und zwei Winter mit viel Schnee“, sagt Noellge. Die Markierungen seien etwas abgenutzt gewesen. So habe sich Russland nicht präsentieren wollen – und für 40 000 Euro in Diez eingekauft.

Gemeinsames Formel-1-Schauen am Sonntagnachmittag sei bisher dennoch nicht geplant, sagt Noellge. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir eine Rennstrecke beliefern.“

 

Farbe aus Deutschland ist nicht nur bei Rennstrecken gefragt: Auch Hauswände in aller Welt werden gerne mal mit deutschen Produkten gestrichen. Die wichtigsten Aushängeschilder der Firma Keimfarben aus der Nähe von Augsburg sind das Weiße Haus in Washington – und der Kreml in Moskau.

 

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