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Sanierung: Feuerwehrgerätehaus: Niederschmetterndes Gutachten

Möglich, dass die Tage des Feuerwehrgerätehauses an der Eichwiese gezählt sind. Es ist ein Sanierungsfall. Alternative Standorte werden geprüft.
Das Feuerwehrgerätehaus an der Eichwiese in Montabaur befindet sich in einem Gebäudekomplex, zu dem auch Bauhof und DRK gehören. Das Feuerwehrgerätehaus an der Eichwiese in Montabaur befindet sich in einem Gebäudekomplex, zu dem auch Bauhof und DRK gehören.
Montabaur. 

Das Feuerwehrgerätehaus an der Eichwiese ist baulich in einem schlechten Zustand, die Haustechnik muss dringend erneuert werden. Außerdem sind die Garagen zu klein für die modernen Fahrzeuge, der Innenraum bietet nicht genug Platz für die Frauen und Männer der freiwilligen Feuerwehr, und die Werkstätten für die hauptamtlichen Feuerwehrgerätewarte entsprechen nicht den aktuellen Standards. All das ergab ein Gutachten, das dem Verbandsgemeinderat (VGR) bei seiner Herbstsitzung vorgestellt wurde.

Der VGR will nun gemeinsam mit der Feuerwehr nach einer Lösung suchen und auch mit der Stadt Montabaur im Gespräch bleiben, deren Bauhof ebenfalls in dem Gebäude untergebracht ist. Dabei werden auch alternative Standorte für einen möglichen Neubau geprüft.

Das Büro „PlanNorm“ war von Stadt und Verbandsgemeinde beauftragt worden, den Zustand des 40 Jahre alten Gebäudekomplexes Feuerwehr/Bauhof zu untersuchen, den Sanierungsbedarf und funktionale Mängel genau zu beschreiben und eine Kostenexpertise zu erstellen. Dabei hat Wehrleiter Jens Weinriefer das Team von PlanNorm unterstützt.

Brandschutz veraltet

Die Ergebnisse ihrer Arbeit für den Gebäudetrakt Feuerwehr stellten Markus Konen und Lars Lang dem VGR vor, schließlich gehören die Feuerwehren zu den Aufgaben der Verbandsgemeinde, also auch Gebäude und Ausstattung. Das Feuerwehrgerätehaus müsse von Grund auf saniert werden, so Konen, denn vor allem die technische Gebäudeausstattung (Heizung, Sanitär, Lüftung, Strom, Telekommunikation), die Wärmedämmung und der Brandschutz seien veraltet und müssten komplett erneuert werden. Die tragenden Teile des Gebäudes, also das Stahlbeton-Skelett, sind aber nach der Analyse von PlanNorm in Ordnung und können erhalten werden. Den Kostenrahmen für die Sanierung des Feuerwehrtraktes schätzte Konen auf rund 2,7 Millionen Euro.

Gemeinsame Umkleiden

Bei einem Einsatz der Feuerwehren muss alles wie am Schnürchen klappen. Die örtlichen Gegebenheiten fordern allerdings Aufmerksamkeit und damit Zeit: So kreuzen sich beispielsweise die Laufwege im Gebäude, und vor dem Gebäude kreuzen sich die Fahrwege der ausrückenden Fahrzeuge mit denen der ankommenden Feuerwehrleute.

Der Umkleidebereich befindet sich in der Fahrzeughalle direkt hinter den Fahrzeugen, so dass die Feuerwehrleute in den Abgasen der startenden Einsatzwagen stehen, während sie ihre Uniformen anziehen. Es gibt keine getrennten Umkleiden und Duschen für Männer und Frauen und nicht genügend Platz für Spinde für die rund 80 aktiven Feuerwehrleute. In der Fahrzeughalle fehlen drei Stellplätze, der Abstand zwischen den geparkten Fahrzeugen ist gering und birgt damit Unfallrisiken. Außerdem gibt es keine Abgasabsauganlage.

Die Frage „Wie geht es weiter?“ stellt sich auch für die Stadt Montabaur, deren Bauhof ebenfalls in dem Gebäude untergebracht ist, ebenfalls unter beengten Verhältnissen. Deshalb werden Stadt und Verbandsgemeinde jetzt zusammen nach einer Lösung für Feuerwehr und Bauhof suchen. Diese könnte unter einem Dach auf der Eichwiese, unter einem Dach an einem anderen Standort oder unter getrennten Dächern an verschiedenen Standorten liegen. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitarbeitern von Verwaltung, Bauhof und Feuerwehrleuten wird eine Liste von Grundstücken im Stadtgebiet von Montabaur prüfen, inwieweit sie für einen gemeinsamen Standort oder als neuer Einzelstandort für Feuerwehr oder Bauhof in Frage kommen.

Ein weiterer Aspekt muss auch bedacht werden: Der Feuerwehrbedarfsplan, den der VGR im Herbst 2017 verabschiedet hatte, sieht vor, dass die Stützpunktfeuerwehr Montabaur am Standort Eichwiese verbleibt, das dortige Gebäude modernisiert wird und die Löschgruppe Eschelbach in die Freiwillige Feuerwehr Montabaur integriert wird, was mittlerweile geschehen ist. Für die Feuerwehren in den Stadtteilen Horressen und Elgendorf soll laut Bedarfsplan ein neues Gerätehaus gebaut werden, möglichst zwischen beiden Orten gelegen. Bei der Suche nach einem alternativen Standort könnte es sich nun ergeben, dass es in organisatorischer und wirtschaftlicher Hinsicht sinnvoll wäre, ein gemeinsames Feuerwehrgerätehaus zu errichten.

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