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Rettungshundestaffel: Helfer auf vier Pfoten

Elf aktive Mitglieder und 17 Hunde – das ist die Rettungsstaffel Goldener Grund. Hier engagieren sich Mensch und Tier, um in Notlagen zu helfen. Das Training ist anspruchsvoll, macht aber auch viel Freude.
Auch das ist ein Rettungshund: »Sydney« hat beim Training die vermisste Person, in diesem Falle Ausbildungsleiterin Brigitte Meurer, aufgespürt. Bilder > Auch das ist ein Rettungshund: »Sydney« hat beim Training die vermisste Person, in diesem Falle Ausbildungsleiterin Brigitte Meurer, aufgespürt.
Bad Camberg/Goldener Grund. 

Braucht man im Zeitalter von Handys noch Rettungshunde? 1954 wurde in Deutschland im Auftrag des Bundesministers des Innern damit begonnen, Hunde für die Trümmersuche auszubilden, 1973 wurde das Projekt – wohl auch aus finanziellen Gründen – wieder eingestellt: Die Bundesbehörden setzten auf die damals neu entwickelten elektronischen Ortungsgeräte. Einige Hundeführer gründeten deshalb 1974 und 1975 private Rettungshundestaffeln, daraus entstand später der Bundesverband für das Rettungshundewesen (BRH). Diesem Verband gehört auch die „Rettungshundestaffel (RHS) Goldener Grund“ an. Der Verein besteht aus elf aktiven Mitgliedern mit insgesamt 17 Hunden.

 

Immer zu dritt

 

Wer sich solch einer Staffel anschließt, entscheidet sich für mehr als „nur ein Hobby“ – und das in mehrfacher Hinsicht. Auf die Frage, welche Voraussetzungen man mitbringen sollte, fasst Nicole Schulz, Vorsitzende des Vereins, mit einem leichten Schmunzeln zusammen: „Eigentlich keine; außer viel Zeit, Geld und das Okay der Familie – falls vorhanden.“ Aber einen Hund muss man doch auch haben? „Nicht unbedingt, zu einem Rettungshundeteam gehören immer drei: ein Hundeführer, ein Hund und ein Suchgruppenhelfer. Deshalb freuen wir uns auch über Mitglieder ohne Hund“, erklärt Schulz.

Die Arbeit

Der Hundeführer selbst arbeitet immer mit seinem eigenen Hund. Dieser sollte nicht zu klein und nicht zu groß sein, sich durch Spiel oder Futter sehr gut motivieren lassen und am besten nicht älter als zwei Jahre sein.

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Bis ein Team allerdings für die Flächensuche eingesetzt werden kann, muss es eine mehrjährige Ausbildung durchlaufen und verschiedene Prüfungen bestehen. Entsprechend intensiv ist das Trainingsprogramm, das Hund und Führer absolvieren müssen: „Wir treffen uns immer Sonntags von 9 bis 15 Uhr auf einem vorher verabredetem Gelände zum Flächentraining“, so Schulz. Schlechtes Wetter gibt es da natürlich nicht, die Hundeführer und Helfer tragen ihre gut sichtbare Schutzkleidung, die Hunde laufen ohne Leine, sind aber mit Glocken und auffallenden Decken gekennzeichnet.

Da die Hunde nicht angeleint sind, kann das Training nur auf erlaubtem Gelände stattfinden und muss entsprechend mit Jagdpächtern oder Eigentümern abgestimmt werden. Hier ist der Verein darauf angewiesen, dass verschiedene Flächen wie ein Fabrik- oder Firmengelände von Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden. Zu den Sonntagsterminen gibt es noch einen wöchentlichen Trainingsabend auf dem Vereinsgelände in Münster. Regelmäßige Prüfungstermine, Wettbewerbe oder Helferschulungen füllen den Terminkalender außerdem.

„Zum Glück steht mein Mann hinter meinem zeitraubenden Hobby, unser Sohn hat auch Spaß bei den Treffen in der Natur und unser Hovawart Aika liebt die gemeinsame Arbeit sowieso.“ Die hübsche Hündin ist noch in der Ausbildung zum „Freiverweiser“ bei der Flächensuche. Während der „Verbeller“ vor der gesuchten und gefundenen Person sitzen bleibt und den Erfolg durch Bellen meldet, läuft der Freiverweiser zurück und pendelt zwischen Opfer und Hundeführer hin und her.

 

Mit Hund viel schneller

 

Derzeit kann die RHS Goldener Grund auf sieben geprüfte Hunde zurückgreifen und fünf ausgebildete Rettungshundeführer. Mit Brigitte Meurer steht dem Team eine zertifizierte Ausbilderin zur Verfügung. Was die Effektivität betrifft: In einem Vergleichstest mit einer Suchkette von 50 Mann benötigen acht Rettungshundeteams nur ein Fünftel der Zeit, um eine vermisste Person zu finden. Vielleicht ginge es ja noch schneller, wenn die Person per Handyortung gesucht würde. Vorausgesetzt natürlich, sie hat ein Handy dabei und ist auf Empfang.

Die Rettungshundestaffel ist immer auf „Empfang“: an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr – und innerhalb einer Stunde einsatzbereit. Und das auch noch ehrenamtlich.

 

Weitere Informationen zur Rettungshundestaffel gibt es auch im Internet unter der Adresse WWW.rettungshunde-goldenergrund.de.

 

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