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Hundebesitzer empört: Hund stirbt bei OP - Versicherung will nicht zahlen

Was nützt eine Versicherung, wenn sie im Versicherungsfall nicht zahlt? Pia Steioff auf Hundsangen schloss für ihre Bernhardinerhündin eine OP-Kostenübernahme ab. Doch weil das Tier bereits während der Narkose starb, blieb die Besitzerin auf den Operationskosten sitzen.
Ein Bild aus guten Zeiten: Pia Steioff mit ihrer Bernhardinerhündin „Cleja“. Ein Bild aus guten Zeiten: Pia Steioff mit ihrer Bernhardinerhündin „Cleja“.
Hundsangen. 

Fast zehn Jahre gehörte Cleja zur Familie von Pia Steioff. Im vergangenen Sommer wurde die Bernhardinerhündin krank und starb, während die Narkose eingeleitet wurde, noch ehe sie operiert werden konnte.

Für die Besitzer kam zu der Trauer um die langjährige Lebensgefährtin noch ein finanzieller Verlust. Denn die OP-Kostenversicherung, die Steioff bei der Uelzener Allgemeine Versicherung 2009 für das Tier abgeschlossen hatte, lehnte die Kostenübernahme der Behandlung ab. Es sei „nicht zum Schnitt gekommen“, erinnert sich die Frau aus dem Westerwald an die Mitteilung des Unternehmens. Die Versicherungsbedingungen seien somit nicht erfüllt.

Nicht im Angebot

Tatsächlich werden Anästhesieleistungen im Angebotskatalog der Uelzener nicht ausdrücklich aufgeführt. Vielmehr wirbt die Versicherungsgesellschaft damit, die Kosten für „Vorbehandlung, Operation inklusive Kosten für Medikamente, Röntgenbilder und Verbandsmaterial sowie die Nachsorge“ zu übernehmen und zwar unabhängig von Hunderasse, -größe und –gewicht. Diese Zusage hätte folglich auch für die 60 Kilogramm schwere Cleja gelten müssen, ist Pia Steioff überzeugt. Schließlich setze ein operativer Eingriff in der Regel voraus, dass das Tier betäubt werden muss. Die Narkose aus der Versicherungsleistung herauszunehmen sei „völlig unlogisch“.

Sieben Jahre lang habe sie das gesamte Operationsrisiko für ihr Tier mit einem jährlichen Beitrag von 135 Euro versichert, sagt die Besitzerin. Auf 945 Euro belaufen sich die Prämien, die sie bezahlt hat, um die finanzielle Belastung eines Eingriffs abzufedern. Denn als der Hund noch sehr jung und noch nicht versichert war, hatte er bereits zwei Kreuzbandrisse, erzählt sie. Die fälligen Operationen kosteten damals rund 3000 Euro und mussten privat übernommen werden. Das wollte Pia Steioff vermeiden. Sie unterzeichnete den Vertrag mit der Uelzener und ging von dessen Erfüllung aus, als die Bernhardinerhündin im Sommer eine Magendrehung erlitt. Sie brachte Cleja in die Tierklinik nach Löhnberg. Das Tier wurde untersucht, für den Eingriff vorbereitet, starb aber auf dem OP-Tisch. Die Klinik stellte für die Narkose 416 Euro in Rechnung.

Pia Steioff zahlte, die Uelzener Allgemeine Versicherungen nicht. Sie verwies stattdessen auf die Versicherungsbedingungen. Auch auf die Anfrage dieser Zeitung reagierte das Unternehmen zurückhaltend. Eine Sprecherin erklärte lediglich, dass man „aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft geben“ dürfe.

250 Euro aus Kulanz

Steioff gegenüber habe die Uelzener immerhin eingeräumt, dass man künftig die Formulierung der Versicherungsbedingungen überdenken werde, sagt die letzte Besitzerin von Cleja. Außerdem bot die Versicherung kurz vor Weihnachten eine einmalige Zahlung von 250 Euro an, habe man ihr gesagt. Aus Kulanzgründen. Mit der abgeschlossenen Versicherung habe das Geld nichts zu tun. Ein künftiger Rechtsanspruch lasse sich daraus nicht ableiten.

Den würde die Frau aus Hundsangen ohnehin nicht mehr geltend machen. Für sie steht fest: Eine OP-Versicherung wird es beim nächsten Hund nicht mehr geben.

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