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Drei Jahre Haft: Mann bricht Freundin Oberkiefer und Jochbein

Von Weil er seiner Freundin mit Faustschlägen Oberkiefer und Jochbein gebrochen hat, muss ein 25-jähriger drei Jahre in den Knast. Besonders bizarr mutet seine Begründung für die brutale Tat an.
Limburg. 

Ein 25 Jahre alter, von Arbeitslosengeld 2 lebender Mechaniker, hat es geschafft, sich nach vier Vorstrafen binnen zwei Jahren im wahrsten Sinne des Wortes mit seinen Fäusten erstmals in den Knast zu boxen. Wegen gefährlicher Körperverletzung mit dem das Leben gefährdete Behandlung wurde er von einem Schöffengericht zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt.

Der 26. März vergangenen Jahres war ein angenehmer, warmer Frühlingstag, an dem man normalerweise die Konfrontation mit seinen Mitmenschen scheut. Nach Frieden war dem Angeklagten jedoch nicht zumute. Er fühlte sich auf dem Parkplatz eines Limburger Lebensmittelmarktes gegen 16.20 Uhr von seiner Lebensgefährtin genervt und schlug ihr deshalb mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Als sie bereits am Boden lag, folgten Tritte. Er zertrümmerte ihr Jochbein und Oberkiefer. Gegen Mitternacht stellten Polizeibeamte bei dem Angeklagten in einer Plastiktüte ein Messer und einen Dolch sicher.

Vor Gericht ließ der Angeklagte zunächst durch seinen Verteidiger Jürgen Arnold erklären, dass die Tatvorwürfe zutreffend seien. Bei der Vernehmung durch Richterin Bettina Kilian machte er seinen erheblichen Alkoholkonsum – später wurden rund 2,2 Promille Blutalkoholkonzentration festgestellt – und seine an diesem Tag vorhandene „innere Wut“ für die aggressiven Handlungen verantwortlich. Die Frau habe ihn mit dem Hepatitis-Virus angesteckt und man habe an diesem Tage heftig darüber diskutiert. „Ich habe sie geschlagen und getreten, aber niemals mit solchen Auswirkungen gerechnet. Sie hat mich immer wieder provoziert“, sagte der Mann. Nach der Tat habe er noch ein paar Mal bei ihr geschlafen und er habe sich entschuldigt.

„Wir wollten an diesem Tage das schöne Wetter genießen und gemütlich in Nähe der Lahn Bier trinken“, erzählte das 24-jährige Opfer. Kaum seien sie, ihr Freund und ein anderer Mann auf dem Parkplatz gewesen, habe der Angeklagte von „jetzt auf gleich“ auf sie eingeschlagen. Es habe keinen Anlass gegeben. Diskussionen über eine Hepatitis-Infektion hätten nicht stattgefunden, zumal es so eine Übertragung niemals gegeben habe. Sie bestätigte die Entschuldigung, die sie angenommen habe.

In seinem Plädoyer sprach der Leitende Oberstaatsanwalt Michael Sagebiel von einer gravierenden Körperverletzungstat an der Grenze zum versuchten Totschlag. Zeugen hatten berichtet, der Mann habe wie so ein Fußballer gegen einen Ball tritt auf den Kopf der Frau gezielt. Man könne von Glück reden, dass die Frau nur minimale Folgeschäden davongetragen habe. Der Anklagevertreter forderte wegen gefährlicher Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz eine Haftstrafe von drei Jahren und fünf Monaten.

Verteidiger Jürgen Arnold sagte, sein Mandant sei in einer Ausnahmesituation gewesen und die Aufklärung der Tat habe man im wesentlichen den Angaben des Angeklagten zu verdanken. Die Körperverletzungstaten hätten keineswegs das Leben der Frau gefährdet, so dass eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten angemessen sei. Das Gericht folgte im wesentlichen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft, minderte das geforderte Strafmaß jedoch um fünf Monate.

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