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Das Spargel-Experiment: Steffen Heckelmann ist der einzige Spargelbauer im Goldenen Grund

Steffen Heckelmann hat’s geschafft: Seit fünf Jahren baut er auf Nauheimer Gemarkung erfolgreich Spargel an. Dabei sind die lößlehmhaltigen Ackerböden dort alles andere als optimal für das Gemüse. Er muss tief in die Trickkiste greifen.
Steffen Heckelmann beim Spargelstechen. Bilder > Steffen Heckelmann beim Spargelstechen.
Hünfelden-Mensfelden. 

Eigentlich hat Steffen Heckelmann schon immer gern experimentiert. „Früher habe ich im Garten meiner Großeltern versucht, Melonen anzubauen“, grinst der Landwirt. Inzwischen hat er die saftigen Früchte gegen weißen und grünen Spargel getauscht, die Experimentierfreude jedoch ist geblieben. Musste sie auch, weil der 37-Jährige der einzige ist, der sich überhaupt traute, das Edelgemüse im „Goldenen Grund“ anzubauen. Das liegt vor allem daran, dass Ackerböden eigentlich nicht dafür geeignet sind. „Spargel liebt leichte und sandige Böden, unsere hier sind schwer und lößlehmhaltig.“

Trotzdem er wollte es wissen. „Ich war bereit, das Risiko einzugehen, zu scheitern“, sagt Heckelmann. 2012 hat er auf einem Hektar (ungefähr ein Fußballfeld) die ersten Spargelpflanzen gesetzt. Fünf Jahre später zeigt sich, Heckelmann hat’s geschafft: Der Spargel kommt besser mit dem Boden zurecht als erwartet. „Er ist zwar nicht blütenweiß, sondern gelblich. Aber das liegt nur daran, dass die Böden mehr Mineralien haben“, sagt Heckelmann.

Bangen um Ernte

Die Kunden schreckt die gelbliche Farbe nicht – ihre Lust auf das Saisongemüse ist ungebrochen. Deshalb hat sich Heckelmann jüngst entschlossen, die Anbaufläche noch einmal zu vergrößern, auf jetzt viereinhalb Hektar. „Der Acker ist voll“, sagt er. Das Experimentieren geht weiter. Schließlich wolle er die Sorten finden, die am besten mit den Böden und dem Wetter zurechtkommen. Und gerade letzteres könnte dem Spargelbauern im wahrsten Sinne des Wortes die Ernte verhagelt haben. „Wir hatten 2016 in der Laubwuchsphase einen Hagelschaden“, sagt er. Dabei seien rund 90 Prozent des Krauts zerstört worden. Doch die Wurzel brauche das Laub, um Nährstoffe einzulagern. „Das könnte mich ein Drittel des Ertrags kosten“, befürchtet Heckelmann. Auch die Witterung Anfang Mai sei den Pflanzen nicht zuträglich gewesen. „Aufgrund des Nachtfrosts ist der Grünspargel komplett abgefroren.“ Damit der Spargel bei den Temperaturen wachsen konnte, musste Heckelmann in die Trickkiste greifen: Mit dicken Plastikfolien hat er den Wärmehaushalt seines Ackers kontrolliert. Das funktioniere wie im Gewächshaus, sagt er. Trotzdem ist der Spargel nur drei Zentimeter pro Tag gewachsen. Bei Temperaturen um die 20 Grad dagegen können es bis zu zehn Zentimeter sein. „Wer Spargel anbaut muss eben gelassen sein“, sagt er, der nur noch selten bei der Spargelernte helfen kann. Zu viel Zeit nehme die Koordination des Warenverkaufs, die Steuer, die Anmeldung der Saisonarbeiter oder die Aufzeichnung der Arbeitszeiten seiner Mitarbeiter in Anspruch. „Manchmal möchte ich morgens einfach gerne aufs Feld fahren, aber wir haben keine Bürokraft.“ Die Lust auf Spargel ist dem dreifachen Familienvater nicht vergangen. „Bei uns gibt’s ihn fast jeden Abend“, sagt er. Meist im Bund, der im Ofen mit Parmesan, Butter und Kräutern gegart wird. „Das geht schnell und ist wirklich lecker.“

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