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Verein sieht sich kurz vor der Insolvenz: Tierschützer sind in großer Not

Dass es dem Tierschutzverein Limburg-Weilburg, der das Tierheim in Limburg betreibt, schon seit Jahren finanziell nicht gut geht, ist kein Geheimnis. Doch dieses Mal scheint die Not besonders groß zu sein: Die Leiterin des Tierheims, Adelheid Noble, spricht von drohender Insolvenz. Der Verein lebe von Rücklagen, und das Geld reiche nur noch bis Jahresende.
Die Leiterin des Tierheims Limburg, Adelheid Noble, schlägt Alarm. Foto: Koenig Johannes Die Leiterin des Tierheims Limburg, Adelheid Noble, schlägt Alarm.
Limburg. 

Damit der Tierschutzverein Limburg-Weilburg auch noch im nächsten Jahr seiner Hauptaufgabe nachkommen kann, das Tierheim im Staffeler Wald zu betreiben, fehlen 100 000 Euro. Diese Summe nannte die Leiterin des Tierheims im Staffeler Wald, Adelheid Noble, gestern der NNP. Das Tierheim im ehemaligen Bundeswehrdepot ist für alle Fundtiere, abgegebenen und herrenlosen Tiere im Landkreis zuständig.

Vor allem weniger Spenden hätten zu dieser bedrohlichen Situation geführt. Und da der Verein schon in den vergangenen Jahren immer ein Defizit gemacht habe, sei nun eine Lage entstanden, die in drei bis vier Monaten zur Insolvenz des Vereins führe könne.

„Es regnet durch die Decke“

Noble sieht nun vor allem die Kommunen in der Pflicht, dem Tierschutzverein zu helfen. Zum einen könnte jede Kommune ihren vereinbarten Zuschuss von 90 Cent pro Einwohner pro Jahr freiwillig erhöhen, zum anderen wäre es auch eine große Hilfe, wenn die Kommunen diese Zuschüsse schon zum Jahresbeginn überweisen. Zwar sei vertraglich festgelegt, den Zuschuss im laufenden Geschäftsjahr bis Juni zu zahlen. „Aber selbst im September mussten wir Kommunen noch daran erinnern, dass sie noch nicht bezahlt haben“, sagt sie.

Da im Januar 2017 der Mindestlohn angehoben werde, sei der Tierschutzverein, Stand heute, gezwungen, einen Mitarbeiter zu entlassen. Nach Nobles Angaben gibt es acht festangestellte Mitarbeiter, drei davon haben eine Dreiviertel-Stelle. Dazu kämen im Durchschnitt drei Hilfskräfte, in Spitzenzeiten sechs. Das eigentliche Problem für den Tierschutzverein sei aber der marode Zustand der insgesamt acht Gebäude im Staffeler Wald. „Es gibt kein gescheites Fundament, es regnet durch die Decke, und es gibt Schimmel“, klagt Noble.

20 000 Euro für ein Dach

Allein um ein Dach auf einem Gebäude neu zu decken, müssten 20 000 Euro gezahlt werden. „Das kann der Tierschutzverein unmöglich allein bewältigen“, sagt Noble. „Wir brauchen einen Investitionskostenzuschuss von den Kommunen.“ Die Alternative wäre aus ihrer Sicht, ein neues, kleineres Gebäude für das Tierheim zu finden. Denn auch mit der Heizung gebe es ständig Probleme, obwohl vor einigen Jahren neue Brenner für die Gastherme angeschafft worden seien. „Aber die Heizung fällt immer wieder plötzlich aus, und kein Experte kann erklären, warum das so ist.“

Der Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) reagierte gestern überrascht auf die Nachricht, der Verein sehe sich kurz vor der Insolvenz. „Davon war in der Jahreshauptversammlung im September, an der ich teilgenommen habe, noch nicht die Rede.“

2015 lag das Defizit bei 67 000 Euro

Wie finanziert sich der Tierschutzverein Limburg-Weilburg? Es ist eine Mischung aus jährlichen Zuschüssen der Kommunen, Spenden, Vermittlungsgebühren und Mitgliedsbeiträgen.

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Er werde die Probleme des Tierschutzvereins nun im Magistrat besprechen, um Lösungen zu finden. „Aber Limburg kann das nicht alles allein schultern“, sagt Hahn. Er sieht auch die anderen Kommunen im Landkreis Limburg-Weilburg in der Pflicht.

Dass der Tierschutzverein seit Jahren finanzielle Probleme habe, sei allgemein bekannt, aber dass sich die Situation so zugespitzt habe, sei neu für ihn. „Warum hat man keinen Gesprächstermin mit mir vereinbart?“, fragt Hahn. „Und warum hat der Verein keinen Investitionskostenzuschuss bei der Stadt beantragt?“

Er verstehe nicht, warum der Verein den Weg über die Öffentlichkeit gehe, statt mit den Vertretern der Kommunen, zum Beispiel in der Bürgermeisterversammlung, nach Lösungen zu suchen.

„Alle wissen, wie es um uns steht“, sagt Adelheid Noble. dick

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