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Umsatzrückgänge: Viel Frust über parkfreien Limburger Neumarkt

Seit vier Monaten ist der Neumarkt gesperrt, aber das Thema erregt noch immer die Gemüter. Gastronomen und Einzelhändler beklagen Umsatzrückgänge und fordern einen Dialog mit der Politik.
Sie fordern einen Dialog mit der Politik: Geschäftsleute und Gastronomen am Neumarkt. Foto: Johannes Koenig Sie fordern einen Dialog mit der Politik: Geschäftsleute und Gastronomen am Neumarkt.
Limburg. 

Kein Konzept, keine Parkplätze und kein Dialog. So in etwa lautet die Kritik betroffener Limburger Einzelhändler und Gastronomen am parkfreien Neumarkt. Auf Initiative von Toni Marucci (Café und Restaurant Marucci) sowie Juwelierin Doris Wagner setzten sie sich zusammen und tauschten ihre Erfahrungen aus.

„Der Neumarkt wurde ohne zwingenden Grund gesperrt“, spricht Sandra Wagner einen weit verbreiteten Kritikpunkt an. „Denn da noch kein Konzept vorlag, war überhaupt keine Eile geboten.“ Die Belange der Geschäftsleute und Steuerzahler würden von der Stadtpolitik ignoriert. „Wir brauchen einen Dialog und ein Gespräch am runden Tisch“, sagt Doris Wagner. „Wir wollen eine Lösung schaffen“, ergänzt ihre Tochter Sandra. Schon aus Sicherheitsgründen: Schließlich wollten Kunden mit den wertvollen Einkäufen nicht lange Wege zum Auto zurücklegen. Das gelte auch für Kunden der Naspa, die Geld abgehoben haben. Denkbar wäre zum Beispiel die Einrichtung von Kurzparker-Plätzen.

Wie ausgestorben

„Im Winter wird der Neumarkt wie ausgestorben sein“, befürchtet Toni Marucci. „Das gute Wetter, das Weinfest und die Summer Games überdecken das momentan nur.“ Bereits jetzt habe er mit Umsatzrückgängen zu kämpfen, betont der Gastronom. Denn insgesamt sei das Parkplatzangebot in der Innenstadt außerhalb der Parkhäuser rückläufig. „Wir haben Kunden, die sagen: Wir fahren nicht ins Parkhaus.“ Stattdessen drehten sie auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz ihre Runden in der Innenstadt. Gerade ältere Besucher hätten inzwischen große Schwierigkeiten, das Café zu erreichen. „2015 hatten wir schon mit der gesperrten Grabenstraße und den dortigen Bauarbeiten zu kämpfen. Welche Belastungen sollen da noch kommen?“

Es gebe eine ganz klare Beschlussfassung der Limburger Stadtverordnetenversammlung, den Neumarkt parkfrei zu gestalten, erklärt der Sprecher der Stadt Limburg, Johannes Laubach. Dieser Beschluss sei durch den gescheiterten Bürgerentscheid bestätigt worden. „Außerdem ist der parkfreie Neumarkt ein fester Bestandteil des Luftreinehalteplans. Wenn er wegfällt, muss eine Ersatzfläche gesucht werden.“

Die Entscheidung sei gefallen, alle Aufgeregtheit nutze da nichts, räumt auch der Cityring-Vorsitzende Reinhard Vohl ein. „Unser Ziel ist es daher, die Zeiträume, an denen der Platz nicht mit Leben gefüllt ist, auf ein Minimum zu beschränken.“ Auch ihm sei es lieber gewesen, wenn der Neumarkt erst gesperrt worden wäre, wenn man das fertige Konzept bereits in der Tasche gehabt hätte.

„Ich stamme aus einem kleinen süditalienischen Dorf und lebte erst in einem Limburger Stadtteil“, erinnert sich Toni Marucci. „Der wirkte im Vergleich zu meinem Heimatdorf ausgestorben. Ich habe Angst, dass der Neumarkt dieselbe Entwicklung durchmacht.“

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