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300 Jahre altes Antonius-Bild wird restauriert

Das Höchster Antonius-Gemälde. Das Höchster Antonius-Gemälde.
Höchst. 

Seit 30 Jahren hängt im südlichen Hochchor der Justinuskirche, hoch über dem Chorgestühl, ein kaum beachtetes, großes Gemälde des Heiligen Antonius Abbas, des Stammvaters der Höchster Antoniter. Es wurde in dieser Woche abgehängt und zur Restaurierung gebracht. Das teilte die Stiftergemeinschaft der Justinuskirche gestern mit.

Das Ölgemälde wurde 1725 von Christof Jung, einem Frankfurter Maler, eigens für den Antoniusaltar der Justinuskirche gemalt, der früher an der Südwand des Langhauses stand. Von Jung stammt auch das Altarbild des Hochaltares. Der heilige Antonius wird in dem Gemälde in beeindruckender Haltung dargestellt, mit schwarzem Gewand und schwarzem Käppi, in der linken Hand das Regelbuch als Zeichen des Ordensvorstehers, in der rechten Hand hält er einen großen Abtsstab mit dem Antoniuskreuz.

„Die Details des Gemäldes waren wegen der permanenten Lichtspiegelung und einer dicken Schmutz- und Firnisschicht aus dem Kirchenraum kaum noch erkennbar.“, sagt Ernst-Josef Robiné, der Vorsitzende der Stiftergemeinschaft. Bei genauer Betrachtung verrieten sie aber viel über die Eigenschaften, die man Antonius im Mittelalter zuschrieb und weshalb man um seine Hilfe bat, erklärt der Justinuskirchen-Spezialist: Das Feuer im Hintergrund verweise auf das „Heilige Feuer“ oder die „Brandseuche“ – die Krankheit, die durch den Genuss von giftigem „Mutterkorn“ mit dem Essen hervorgerufen wurde und ganze Landstriche entvölkerte. Die Krankheit – heute nennt man sie Ergotismus, im Mittelalter hieß sie auch Antoniusfeuer – wurde von den Antonitern in Höchst behandelt. Gegen sie galten Antonius – und auch die Heilkünste der Antoniter – als letzte Hilfe. Das von einem Pilz verseuchte Mutterkorn rief Darmkrämpfe, Halluzinationen sowie das Absterben von Fingern und Zehen aufgrund von Durchblutungsstörungen hervor und konnte über Atemlähmung und Kreislaufversagen tödlich enden.

Das Schwein, das auf Kniehöhe hinter Antonius herausschaut, zeigt, dass „Antonius mit dem Schwein“ als Heiliger auch zuständig war für die Verhinderung oder Heilung von Viehkrankheiten. Deshalb finden sich entsprechende Statuen des Heiligen mit dem Schwein, und daher rührt der Spitzname „Säutoni“.

Diese geschichtlichen Zusammenhänge haben den Lions Club Höchst Main-Taunus, der die Justinuskirche bereits seit 25 Jahren freundschaftlich unterstützt, dazu bewogen, die gesamten Restaurierungskosten zu übernehmen.

Diese gute Nachricht übermittelte Dr. Thomas Link, Präsident der Lions, der Stiftergemeinschaft und der Pfarrgemeinde St. Josef. Bis zum Weihnachtsmarkt am 1. Advent soll das Gemälde wieder in die Kirche zurückkehren und dann zudem besser sichtbar angebracht werden.

(hv)
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