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Aktion "Radeln für Marc": 405 Krifteler setzen ein großes Zeichen der Solidarität

Von Die größte Gruppe beim MTK-Radtag wollten sie stellen, um das Preisgeld für einen guten Zweck zu erradeln. Der Krifteler Karneval Klub hatte gerufen, und wurde nicht enttäuscht.
Marc, Manuela und Peter Dörnbach waren gestern Morgen überwältigt von der Riesen-Resonanz auf die Aktion „Radeln für Marc“. Foto: Maik Reuß Marc, Manuela und Peter Dörnbach waren gestern Morgen überwältigt von der Riesen-Resonanz auf die Aktion „Radeln für Marc“.
Main-Taunus. 

Mancher lag noch im Bett oder saß vielleicht gemütlich beim Sonntagsfrühstück. Es war jedenfalls noch sehr ruhig gestern Morgen um viertel nach neun in und um Kriftel herum. Auf dem Festplatz im Freizeitpark aber setzte um diese Uhrzeit ein fröhliches Hallo ein. Wie von einem unsichtbaren Magneten angezogen, kamen Menschen aus allen Himmelsrichtungen auf Rädern angerollt, freudig begrüßt von der Familie Dörnbach und Daniel Weiß, dem Vorsitzenden des Krifteler Karneval Klubs (KKK). Der Verein hatte aufgerufen zum „Radeln für Marc“, denn der größten Gruppe, die sich am MTK-Radtag 2017 beteiligte, winkte ein Preisgeld von 500 Euro. Das wollten die Krifteler sich unbedingt verdienen, weil die im KKK engagierte Familie Dörnbach gerade eine Menge Geld benötigt, möchte sie doch dem 17-jährigen Marc, der durch einen Chromosomenfehler in seiner Entwicklung beeinträchtigt ist, eine Delphin-Therapie ermöglichen. Wie viele wohl würden sich anrühren lassen und für Marc dabei sein? „Viele“, hoffte Manuela Dörnbach, „vielleicht so 200 plus“, lautete ihre Schätzung.

Dass es dann so viele werden würden, damit hatte aber selbst der immer optimistische Bürgermeister Christian Seitz nicht gerechnet, der mit der ganzen Familie ebenfalls auf den Festplatz rollte. „Ich habe 300 gesagt“, meinte Seitz. Er übernahm es später selbst, die lange, lange Reihe der Radler für Marc bei einem Zwischenstopp auf dem Hochfeld zu zählen und verkündete auf dem Rückweg zu seinem Rad allen Teilnehmern strahlend: „405 sind wir!“

Für Sicherheit war gesorgt

Der ADFC hatte es übernommen, die Radler aus verschiedenen Kommunen des Kreises zum Landratsamt zu führen, wo das Sommerfest zum 30. Geburtstag des Kreis-Verwaltungssitzes Ziel der Sternfahrt war. Für ADFC-Sprecherin Gabriele Wittendorfer und Felix Gath gab’s in Kriftel vor allem eine Priorität: „Bei so vielen Leuten muss man besonders auf Sicherheit achten.“ So dankte denn auch Organisator Daniel Weiß bei seiner Begrüßung der Radler Polizei, Ordnungsamt und Rotem Kreuz für ihren Einsatz. Fürs DRK schwangen sich Alicia Seeharsch und Melissa Petrich aufs Rad. „Wir wollten sowieso mitfahren. Da hieß es, dann könnt ihr doch gleich noch einen Notfallkoffer mitnehmen“, verriet Petrich. „Da zu sein, wenn unsere Vereine größere Veranstaltungen haben, ist für uns selbstverständlich“, meinte der stellvertretende Bereitschaftsleiter Stefan Witt. Wie er, setzten viele andere Mitglieder Krifteler Vereine ein Zeichen des Zusammenhalts. Die jungen Handballer der TuS etwa. „Schon cool“, fand der 15-jährige Jonathan Karaus die Aktion, „und für ein soziales Projekt macht man das doch gern.“ Auch die Kerbegesellschaft, die Feuerwehr oder der SV 07 waren vertreten. Viele hatten Freunde und Verwandte mitgebracht. „Wenn’s drauf ankommt, halten wir alle zusammen“, wunderte sich Landwirt und Gemeindevorstandsmitglied Edelbert Hoss nicht, dass der Aufruf des KKK so eine großes Echo gefunden hatte.

Kanufahren auf dem Löschteich – das gehörte gestern zu den Attraktionen beim Fest zum 30. Geburtstag des Landratsamtes in Hofheim.
Der Mitmach-Kreis

Kanus auf dem Löschteich, Ponys auf der Wiese und ein Lagerfeuer zum Stockbrot-Backen – so ganz anders als gewohnt präsentierte sich gestern das Landratsamt zum eigenen 30. Geburtstag.

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Auch Landrat Michael Cyriax war der Einladung von Daniel Weiß gefolgt und fuhr vom Freizeitpark aus mit. „Schön, dass ganz Kriftel für die gute Sache unterwegs ist“, ließ er die Radler wissen, bevor der KKK-Chef zum Start ein dreifach donnerndes „Kriftel – Helau!“ anstimmte.

Solidarität setzt Kräfte frei

Fröhlich und problemlos verlief die Fahrt zum Landratsamt, wo’s um 14 Uhr die Siegerehrung für die Krifteler gab. Auch Marc selbst schaffte den Weg per Rad – für ihn eine Riesenleistung. So viel Solidarität erleben zu dürfen, das setzt wohl auch Kräfte frei. Mutter Manuela meinte dankbar: „Das war einfach nur toll – aber das ist eben Kriftel.“

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