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Karneval-Gesellschaft Hofheim: 500 begeisterte Besucher feiern die KG 1900

Das Flüchtlingsproblem ist für Hofheims närrischen Protokoller Winfried Schwalbach nichts Neues. Schon vor 50 Jahren habe sein Onkel Heiner aus Kriftel Reißaus genommen und bei seiner Tante in Hofheim Asyl gesucht.
Eine tänzerische Rundreise führte von New York nach Rio. Bilder > Foto: Maik Reuß Eine tänzerische Rundreise führte von New York nach Rio.
Hofheim. 

Eigentlich wollte der frühere Sitzungspräsident der Karneval-Gesellschaft (KG 1900) Hofheim, Winfried Schwalbach, in diesem Jahr gar kein Protokoll machen, weil die ganze Welt verrückt spielt: „Nur Mord und Totschlag, große Not, abends vorm Fernseh“ seh ich rot.“ Er habe schon Angst, die Zeitung aufzuschlagen, denn „es gibt stets en Grund sich uffzurege“. Bei seiner Begründung, in dieser Kampagne kein Protokoll zu liefern, beleuchtete der Protokoller aber etliche Problemfelder in Hofheim und der Welt und sorgte damit für das Lokalkolorit der mehr als fünf Stunden dauernden Schau, die die Herzen der über 500 Gäste in der Stadthalle höher schlagen ließ.

Sitzungspräsident Erhard Blatt, der zum zehnten Mal durch das kurzweilige Programm führte, brachte mit seinem Team eine gelungene Mischung mit vom Hofheimer Tanzexpress angeführten Eigenproduktionen und Stars aus der Fensehfassenacht auf die närrischen Bretter.

Dem Protokoller Winfried Schwalbach war der Spaß allerdings schon vergangen, als nach dem Silvesterfeuerwerk „der ganze Müll auf der Gass lag“ und sogar „die Bergkapell, die oben thront“, nicht verschont wurde. Auch vom neuen Capitol-Gebäude an der Rheingau-Brücke ist er nicht begeistert: „Über Schönheit lässt sich streite, doch ich behaupte ganz bescheide, dieses neue hohe Haus, sieht wie die Farb besch--- eiden aus.“

Das Schreiben eines Protokolls wurde ihm auch deshalb vermiest, „weil man gleich eine Klage am Hals hat“. Damit meinte er den Hofheimer – und sprach dem Publikum aus dem Herzen – , der einem Einbrecher eins auf die Nase gegeben hatte und dann angezeigt wurde. Schwalbach: „Verzweifelt greift mer sich ans Hern, wenn aus Opfern Täter wern.“ Und resümierte „Dem Mann sollt mer als äuß’res Zeiche, en große Orde überreiche.“

Der Protokoller sprach auch vom „Nahen Osten“ – von Kriftel. Von dort war eine von Bürgermeister Christian Seitz und Sitzungspräsidentin Heike Wölfel angeführte große Delegation gekommen. Den Nachbarn rief Narrenchef Blatt zu: „Jeder dritte Gag der Krifteler Fassenachtssitzung hat Hofheim betroffen. Da sieht man, wie wichtig wir sind. Ohne Hofheim könnte die Krifteler gar keine Sitzung machen.“

Neben dem Protokoller machte natürlich Ambett XXVIII., Marina Fürstin vom Schwarzen Bache, ihre Aufwartung: „Wir haben lange vorm Spiegel geprobt, damit der Saal hier tobt.“ Und der tobte, auch weil die KG weitere brillante „Eigengewächse“ präsentierte: die „Singenden Bürger“ Giovanni Barone, Stefan Bock, Dietmar Feist, Fredy Grossmann und Thomas Lauer, die mit einem Udo Jürgens-Medley die Besucher von den Sitzen rissen, die „Hofemer Streetband“, die „Flotten Feger“, die sich in prächtigen Kostümen mit einer Rundreise von New York nach Rio aus der Fassenacht verabschiedeten, die „Zigeuner“ mit ihrer Show aus Filmmusiken und dem atemlosen Finale mit Helene Fischer-Hits und das Aushängeschild der KG 1900, die Tanzgruppen.

Mehr als 40 junge Damen der Gruppen „Crazy Turtles“, „Tortugas“ und „Moonolinos“ wirbelten, gespickt mit Erfolgen auf hessischer, deutscher und europäischer Ebene, beim „Garde-Potpourri der Extra-Klasse“ über die Bühne“ und kamen beim Publikum bestens an. Dazu kommen die wunderbaren Schautänze der „Shiny Stars“, der „Diamond Girls“ und der „Cascadas“.

Auch das Wiesbadener Narren-Prinzenpaar Harald I. und Jasmin I. grüßte die Hofheimer, und für das Tüpfelchen auf dem närrischen „i“ sorgten die Stars der Fernsehfassenacht, die man nicht alle Tage von Angesicht zu Angesicht erlebt: „Hiltrud ohne Heinz“ Petra Giesel, „Guddi Gutenberg“ Hans-Peter Betz, Detlev Schönauer mit „Neues aus Jacques“ Bistro“, Pizzabäcker Ciro Visone und als Stimmungsrakete die „Fidelen Sandhasen“ der Kölner Fassenacht, 58 Tänzerinnen und Tänzer, die eine atemberaubende Schau ablieferten.

Detlev Schönauer alias „Jacques“ hatte seinen Auftritt begonnen mit dem Satz „Freiwillig kommt keine Sau aus Paris nach Hofheim – eher umgekehrt“. Dem ist hinzuzufügen: Freiwillig kommen im nächsten Jahr aber bestimmt wieder viele Gäste zur KG-Sitzung. Der Besuch lohnt sich. mir

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