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Ärger über Maklerin

Von Bis zum 12. Dezember haben Interessenten Gelegenheit, ihr Gebot für das denkmalgeschützte Gebäude abzugeben. Dass nun über einen Kaufpreis spekuliert wird, findet Bürgermeisterin Antje Köster (SPD) alles andere als toll.
Dieses Gebäude ist zu verkaufen: das ehemalige Verwaltungsgebäude im Stadtteil Okriftel. 	Foto: Nietner Bilder > Dieses Gebäude ist zu verkaufen: das ehemalige Verwaltungsgebäude im Stadtteil Okriftel. Foto: Nietner
Okriftel. 

Um ihre Finanzlage zu verbessern, versucht die Schutzschirmkommune nicht unbedingt benötigter Grundstücke und Immobilien zu veräußern. Auf der Liste der Liegenschaften von denen sich die Stadt trennen möchte – oder muss – und für die ein Käufer gesucht wird, steht bekanntlich auch das Denkmal geschützte alte Rathaus in Okriftel. Bereits vor einigen Monaten haben die städtischen Mitarbeiter das 85 Jahre alte Gebäude geräumt. Seither steht das Haus leer. Das soll sich bald ändern. Wie Pressesprecher Stefan Käck schon vor einigen Woche erklärte, gibt es mehrere Interessenten für das Baudenkmal aus dem Jahr 1930. Doch die Hoffnung, dass noch vor Ende des Jahres der Kaufvertrag unterzeichnet werden könnte, wird sich nicht einhalten lassen.

„Keine Angaben“

Bis zum 12. Dezember läuft noch das Bieterverfahren. In dem kommunalen Immobilienportal auf der stadteigenen Homepage wird das Objekt noch als „außergewöhnliches denkmalgeschütztes Stadthaus mit Erker“ und zwei Vollgeschossen sowie einem zusätzlichen Dachgeschoss und großzügigem Keller- und Lagerbereich beworben. Dazu gehöre ein schöner Außen- und Gartenbereich. Größe und auch Lage des Hauses würden verschiedene Nutzungsvarianten zulassen, lässt die Stadt wissen. Zum Kaufpreis heißt es kurz und knapp: „k A“, also keine Angaben.

Dagegen wurde im Internet von einer Immobilienberaterin aus Niedernhausen für das städtische Gebäude ein Kaufpreis von 335 000 Euro in die Waagschale geworfen. In einem Immobilien-Portal wurde das Gebäude als ein „Haus der tausend Möglichkeiten“ und vielseitig nutzbares Baudenkmal mit 20 Zimmern angepriesen. Wie Rathaussprecher Käck erklärt, handelt es sich bei der Anbieterin um eine der bei der Stadt vorstellig gewordenen Interessentin an der Liegenschaft. Diese wolle wohl mit der Anzeige ihrerseits den Marktwert für die Immobilie abfragen, mutmaßt Bürgermeisterin Antje Köster, die gegenüber dem Kreisblatt erklärte, dass sie von dieser Initiative jedoch alles andere als begeistert ist.

Kein städtischer Auftrag

Köster hält deshalb auch ausdrücklich fest, dass die Maklerin keinesfalls von der Stadt beauftragt worden sei. Vom Kreisblatt auf die Anzeige angesprochen, hat die Stadt die Immobilien-Maklerin unverzüglich aufgefordert, die Anzeige aus dem Netz zu nehmen. „Seriosität sieht anders aus“, ärgert sich Käck, der es nicht gerade für zuträglich hält, dass jetzt auch über den möglichen Kaufpreise spekuliert wird. Inwieweit die genannten 335 000 Euro den Erwartungen der Stadt entspricht, dazu will die Bürgermeisterin keine Angaben machen. Die Maklerin erklärte auf Nachfrage, sie habe wegen der großen Nachfrage die Anzeige aus dem Internet genommen. Wenn dem so sei, sollte sich die Stadt freuen.

Mit rechtlichen Konsequenzen muss die Immobilienberaterin aus Niedernhausen wohl nicht rechnen. Sollte sich daraus ein für die Stadt günstiges Geschäft entwickeln, wäre deren Verhalten nur noch eine Randnotiz.

Doch das letzte Wort werden sowieso die Stadtverordneten haben, wer der neue Eigentümer des Rathauses wird. Wie viele Bieter bereits ein Angebot eingereicht haben, dazu gibt es aus dem Rathaus keine Auskunft. Es seien darunter aber drei Interessenten aus der Stadt, sagt Köster, die zum weiteren Verfahren erklärt, dass nicht unbedingt das höchste Gebot das Rennen machen wird.

Die Rathausspitze möchte auch ein besonderes Augenmerk darauf legen, was zu Okriftel und seinem Ortsbild passt. Gut gefallen würde der Rathauschefin ein Käufer, „der der Bevölkerung eine Dienstleistung anbietet“. Das Haus mit seiner zentralen Lage im Ortskern von Okriftel würde sich unter anderem als Ort der Begegnung eignen – was immer das auch heißen mag. Aber sicherlich wird das finanzielle Angebot die Hauptrolle spielen. „Wir werden uns ganz genau anschauen, wer bietet zu welchen Konditionen was an“, sagt Antje Köster.

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