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Baustelle: Abriss der Dunant-Schule hat begonnen

Von An der Schaumburger Straße läuft endlich der Abriss der Henri-Dunant-Schule. Der Baustellenverkehr muss über die Lindenscheidstraße laufen – was nicht allen gefällt, aber der Sicherheit der Kinder dienen soll.
Der Bagger hat schon ganze Arbeit geleistet: Teile der Henri-Dunant-Schule sind bereits dem Erdboden gleichgemacht; die Trümmer werden abgefahren. Im neuen Jahr ist es mit dem Abriss richtig losgegangen, im Dezember war die Baustelle eingerichtet worden. Der Bagger hat schon ganze Arbeit geleistet: Teile der Henri-Dunant-Schule sind bereits dem Erdboden gleichgemacht; die Trümmer werden abgefahren. Im neuen Jahr ist es mit dem Abriss richtig losgegangen, im Dezember war die Baustelle eingerichtet worden.
Sossenheim. 

Es ist eine immense Belastung für Schüler und Eltern, dass die Kinder jeden Tag vor Schulbeginn und nach Schulschluss von einem Stadtteil in den anderen gefahren werden müssen. Die Sossenheimer Henri-Dunant-Schule ist eine Grundschule, und es geht um Kinder von sechs bis zehn Jahren. Aber nun ist zumindest mit dem lang herbeigesehnten Abriss der alten Gebäude in Sossenheim begonnen worden. Rund 22,3 Millionen Euro soll der Neubau kosten.

Die Henri-Dunant-Schule muss wegen Bauschäden im Haupt- und ausuferndem Schimmelbefall im sogenannten IPI-Gebäude abgerissen werden. Schon seit August 2015 sind die Grundschüler in der Containeranlage an der Palleskestraße in Höchst untergebracht, die zuvor die IGS West beherbergt hatte. Die Erst- bis Viertklässler werden jeden Tag mit Bussen nach Höchst gebracht. Die meisten werden ihre komplette Grundschulzeit im Provisorium verbringen – wer im Schuljahr 2015 / 16 eingeschult wurde, kommt 2019 / 20 auf die weiterführende Schule, wechselt also ohnehin. Deshalb waren die Sossenheimer Eltern auch ziemlich verärgert, dass sich vom Auszug im Spätsommer 2015 bis jetzt zum Beginn des Abrisses nichts getan hat – zumindest nichts Sichtbares.

Moderne Pädagogik

Doch hinter den Kulissen ist einiges bewegt worden. Die Pläne wurden erstellt, die Stadt hat ein Grundstück hinzugekauft und das Gesamtgelände erweitert. Im vergangenen Jahr sind dann die Neubaupläne im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) vorgestellt worden (wir berichteten). Im Dezember ist die Baustelle eingerichtet worden, jetzt ist es losgegangen. Die Henri-Dunant-Schule sei in die Planungen sehr gut eingebunden gewesen, hat Schulleiter Ulrich Grünenwald bestätigt: Es würden nun moderne pädagogische Ansätze baulich umgesetzt; im Fokus stünden nicht so sehr die Klassenzimmer zum Frontalunterricht, sondern auch kleinere Einheiten, sogenannte Differenzierungsräume, die sich für Gruppenarbeit eigneten. Die neue Schule wird statt drei- nun vierzügig geplant; jede Jahrgangsstufe hat also vier Parallelklassen.

Ein Passivhaus

Von oben wird der neue Komplex z-förmig aussehen und mit dem Mensa-Gebäude, das sich die Henri-Dunant- und die benachbarte Eduard-Spranger-Schule teilen, einen Hof bilden. Ein Problem der Planer war, vier Meter Höhenunterschied auf dem Grundstück auszugleichen. Das heißt nun: Der Neubau wird, von der einen Seite betrachtet, zwei Etagen haben, von der anderen Seite drei, also eine Art Souterrain. Das Dach ist flach, wird begrünt und bekommt eine Photovoltaikanlage. Nach den Standards der Stadt Frankfurt wird auch der Schulneubau als Passivhaus ausgeführt, die Fenster werden aber trotz der damit verbundenen Lüftungsanlage zu öffnen sein. Zur Turnhalle hin wird der Neubau mit einem Verbindungsdach angeschlossen.

Eine neue Turnhalle hat die Stadt nicht vorgesehen, obwohl sich der Ortsbeirat dafür ausgesprochen hatte. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie, von der Stadt in Auftrag gegeben, hatte ergeben, dass die Sanierung der vorhandenen zwei kleineren Hallen günstiger sei.

Gegen die Ankündigung der Stadt, die Lindenscheidstraße zur Andienung der Baustelle nutzen zu wollen, haben Anwohner protestiert (wir berichteten). Alternativen gebe es keine, war die Replik der Stadt: Eine sinnvolle Andienung der Baustelle könne nur über den Dunantring zur Schaumburger Straße in die Lindenscheidstraße führen. Die An- und Abfahrt der Baufahrzeuge über die Schaumburger Straße sei deshalb nicht möglich, weil sich dort die Feuerwehrzufahrt zu dem Doppel-Schulgrundstück befinde und diese zur Erschließung der Lehrerparkplätze und der Anlieferung der Mensa genutzt werde. Außerdem müssten die Eduard-Spranger-Schüler dann die Baustellenzufahrt kreuzen, um zum Schulsport zu gelangen. Auch die Sammelstelle, von der aus die Dunant-Schüler jeden Tag mit dem Bus nach Höchst gefahren werden, befindet sich in der Schaumburger Straße.

„Das Thema ,Sicherheit für die Kinder auf dem Schulweg trotz des Baustellenverkehrs‘ müssen wir im Auge behalten“, sagt Susanne Serke (CDU), Ortsvorsteherin des Ortsbeirats 6. Generell freut es sie, dass nun endlich begonnen wurde: „Schließlich soll die Schule so schnell wie möglich fertig werden, damit die kleinen Kinder wieder in ihrem Stadtteil in die Schule gehen können.“ Erste Beschwerden über Baustellenlärm – angeblich auch nachts – hat es bereits gegeben. Mit den Baufirmen ist vereinbart worden, dass die Anlieferungszeiten außerhalb der „Stoßzeiten“ der Schulen, also Schulbeginn und Schulende, erfolgen sollen.

Monika Kissel, die Schulelternbeiratsvorsitzende der Dunant-Schule, warnt vor einer Gefährdung der Schüler auch in der Lindenscheidstraße: „Viele Kinder, die aus dem Ort kommen, laufen über die Lindenscheidstraße. Die war früher Sackgasse, jetzt fahren auch Lkw rückwärts rein. Es ist ein problematisches Eck.“ Sie hat vorgeschlagen, mit dem Ortsbeirat und den Ämtern eine Ortsbegehung zu machen, um eine Lösung zu finden.

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