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Abschied von einem kulinarischen Stück Liederbachs

Von Sarbjit Multani schließt sein Lokal „Zaika“, weil das in den 60er Jahren gebaute Haus nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Er will aber im geplanten „Quartier mixte“ ein neues Hotel mit Restaurant bauen.
Sarbjit Multani schließt das „Zaika“ am Samstag. 	 Foto: Nietner Sarbjit Multani schließt das „Zaika“ am Samstag. Foto: Nietner
Liederbach. 

Seit mehr als zehn Jahren hat Sarbjit Multani mit seinem Restaurant „Zaika“ die gastronomische Landschaft in der Gemeinde bereichert. Das Lokal, dem auch ein kleines Hotel angeschlossen ist, war nicht nur für die Liederbacher, sondern auch für viele Angestellte des Büroparks an der Höchster Straße ein Treffpunkt. Am kommenden Sonntag, 8. März, ist Schluss, dann wird Multani das „Zaika“ schließen.

Grund ist der geplante Abriss des in die Jahre gekommenen Hauses. Die Bausubstanz des Gaststättengebäudes, das in 60er Jahren entstand, und des 1973 angebauten Wohn- und Hoteltrakts ist marode. „Es ging nicht mehr“, sagt Multani. Bereits im vergangenen Jahr war klar, dass das „Zaika“ an seinem derzeitigen Standort keine Zukunft haben würde. Überlegungen, ein neues Gebäude an der gleichen Stelle zu errichten, mussten „aufgrund der räumlichen Gegebenheiten“, wie Bürgermeisterin Eva Söllner sagt, verworfen werden.

 

Hohe Auflagen

 

Zu aufwendig wäre es gewesen, die erforderlichen Auflagen zu erfüllen. So konnte beispielsweise die für einen solchen Betrieb notwendige Anzahl an Parkplätzen nicht nachgewiesen werden, die aber Voraussetzung für einen solchen Hotelbetrieb ist. Das Gelände, auf dem das „Zaika“ steht, wird nun neu bebaut. Ein Wohnhaus wird dort entstehen, das in gleicher Weise gebaut wird wie das Gebäude auf dem benachbarten Grundstück. Die Gemeindevertretung hatte der notwendigen Änderung des Bebauungsplans bereits im vergangenen Jahr zugestimmt.

Indes gibt es für Sarbjit Multani eine Alternative: Er will nun „Am Augraben“, wo das „Quartier mixte“ entstehen soll, ein Hotel bauen. Geplant ist ein Haus mit etwa 30 bis 40 Zimmern, dem ebenfalls wieder ein Restaurant angeschlossen sein soll. Auch der Gemeinde ist sehr daran gelegen, „Sarbjit Multani, eine Perspektive in Liederbach zu ermöglichen“, betont Eva Söllner. „Er ist unserer Gemeinde sehr verbunden und fühlt sich hier sehr wohl.“

Ein konkreter Zeitpunkt wann das Projekt im Liederbacher „Quartier mixte“ realisiert werden kann, steht indes noch nicht fest. Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen der Hessischen Landgesellschaft (HLG), die mit der Entwicklung des Baugebietes „Am Augraben“ beauftragt ist, und den Grundstückseignern.

 

Kein konkreter Termin

 

Nicht nur die Bürgermeisterin hofft, das dies möglichst zügig über die Bühne geht, damit das „Quartier mixte“ Gestalt annimmt, sondern auch Sarbjit Multani. Er wünscht sich, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden kann. Allerdings: „Einen konkreten Termin kann ich ihm noch nicht nennen“, sagt Eva Söllner, die froh ist, mit Multani einen Investor für das Hotelprojekt gefunden zu haben, „der im Ort bekannt ist“, meint die Rathauschefin. Sie bedauert die Schließung auch aus einem anderen Grund – schließlich ist die Zahl der reinen Speiselokale in der Gemeinde auf eine Handvoll geschrumpft.

 

Mitarbeiter versorgt

 

Immerhin ganz aus der Welt ist Sarbjit Multani nicht: Der umtriebige Unternehmer betreibt in Hofheim das beliebte Ausflugslokal „Viehweide“ sowie das Restaurant des Golfclubs Hausen vor der Sonne, ebenfalls in Hofheim. Dort werden auch die Mitarbeiter, die bisher im Liederbacher „Zaika“ gearbeitet haben, nun unterkommen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet der „Zaika“-Inhaber den vorübergehenden Abschied aus der Vortaunusgemeinde: „Einerseits ging es vom Zustand des Gebäudes wirklich nicht mehr, andererseits bedauere ich es sehr, mich von den vielen Stammgästen verabschieden zu müssen, die uns über die Jahre die Treue gehalten haben.“ Viele der Liederbacher, die seit vielen Jahren ins „Zaika“ kamen, bedauern die Schließung des Restaurants und haben sich in den vergangenen Wochen verabschiedet. „Es ist ja nur vorübergehend, schließlich wollen wir ja wiederkommen und freuen uns auf ein neues Haus.“ Eine große Feier zum Abschied am Samstag hat Multani nicht geplant. Ein kleines Abschiedsfest im internen Rahmen gab es schon – „aber wir haben wir bis Samstag ganz normal geöffnet“.

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