E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 30°C

Vor 800 Jahren: Als die Nieder aktenkundig wurden

Von Der Vereinsring Nied hat die urkundliche Ersterwähnung des Dörfchens an der Nidda gefeiert: Am 21. Februar des Jahres 1218 wurden die Nieder quasi erstmals „aktenkundig“.
Wolfgang Lampe (Mitte) und Dieter Kruska (l.) vom Geschichtsverein erklären Dr. Joachim Kreysing (2.v.l.), dem Sossenheimer Uwe Serke (3.v.l.) und den Niedern Georg Diehl und Hauke Hummel die neue Karte. Foto: Maik Reuß Wolfgang Lampe (Mitte) und Dieter Kruska (l.) vom Geschichtsverein erklären Dr. Joachim Kreysing (2.v.l.), dem Sossenheimer Uwe Serke (3.v.l.) und den Niedern Georg Diehl und Hauke Hummel die neue Karte.

Ein schweres Siegel hängt an der Urkunde, die im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden verwahrt wird. In gestochen scharfer Kanzleischrift wird ein Grundstücks-Deal bestätigt: Der Mainzer Erzbischof Siegfried II. bestätigt die Abtretung der Kirche und eines Fronhofs zu Nied an das Mainzer Mariagredenstift. Der Fronhof wird einer der damals üblichen Königshöfe gewesen sein, die für den König und sein Gefolge aufkommen mussten, wenn er in der Frankfurter Pfalz Station machte: Der Hof reiste damals umher, um seine Machtansprüche zu sichern.

Siedlungen schon älter

Die Urkunde von 1218 ist quasi die Geburtsurkunde von Nied wie auch von Sossenheim, das ebenfalls erwähnt wird. Beide Stadtteile feiern deshalb ihr 800-jähriges Bestehen – obwohl davon auszugehen ist, dass es die Dörfchen schon deutlich länger gab. Das Erzbistum in Mainz besaß in Nied schon früh eine Grundherrschaft und hatte nach der Jahrtausendwende eine bescheidene Holzkirche errichten lassen. Sie wird in einem Schriftstück erwähnt, doch ist das keine offizielle Urkunde, und damit gilt erst das Dokument von 1218 als „offiziell“.

In der Urkunde vom 21. Februar 1218 ist in der 3. Zeile „ecclesiam de Nithe“ (Kirche in Nied) rot markiert und in der 10. Zeile „ville Nithe“ (Landgut in Nied). Foto / Repro: Maik Reuß, Quelle: Hess. Hauptstaatsarchiv Bild-Zoom
In der Urkunde vom 21. Februar 1218 ist in der 3. Zeile „ecclesiam de Nithe“ (Kirche in Nied) rot markiert und in der 10. Zeile „ville Nithe“ (Landgut in Nied). Foto / Repro: Maik Reuß, Quelle: Hess. Hauptstaatsarchiv

Nachzulesen ist das in einer Festschrift, die der Vorstand des Nieder Heimat- und Geschichtsvereins unter seinem Vorsitzenden Wolfgang Lampe erarbeitet hat. Die Festschrift ist am Mittwochabend im Saalbau Nied bei einer akademischen Feier mit geladenen Gästen aus Politik, Vereinsleben, Kirche und Wirtschaft vorgestellt worden – wie auch eine neue Wandkarte, die die Vorzüge von Nied hervorhebt und in den Schulen ausgehängt werden soll. Wolfgang Lampe und Dieter Kruska vom Geschichtsverein zeigten sie Hauke Hummel, dem Vorsitzenden des Nieder Vereinsrings, und Uwe Serke, dem Vorsitzenden des Sossenheimer Vereins zur Förderung der 800-Jahr-Feier.

In Nied hat der Vereinsring die Organisation der Feierlichkeiten übernommen. Geplant ist ein Festwochenende auf dem Grundstück der Panoramaschule vom 7. bis 9. September. Bei der akademischen Feier am Mittwoch gab es Grußworte zu hören und einen historischen Vortrag von Dr. Oliver Ramonat zu „Alltag und Kultur im 13. Jahrhundert“, unterbrochen von Musik auf historischen Instrumenten, dargeboten vom „Trio Arlecchino“. Neben Serke, der die Grüße der Sossenheimer überbrachte, sprachen auch die SPD-Stadtverordnete Petra Scharf und ihre Nieder Amtskollegin Milkica Romic, die zudem Vorstandsmitglied des Vereinsrings Nied ist, sowie der Vorsitzende des Regionalrats Nied, Edgar Lühn. Die Vertreter der drei christlichen Kirchengemeinden – die evangelische Pfarrerin Charlotte von Winterfeld, der katholische Pfarrer Rolf Glaser und David Winkler, Pastor der Stadtmission, beeindruckten in ihrem gemeinsamen Grußwort durch Einigkeit: „Man kann zusammenwachsen, wenn der Wille da ist. Wir arbeiten heute nicht mehr als Konkurrenten, sondern bereichern uns gegenseitig.“

Finanzielle Unterstützung

Peter Stoner, Vorsitzender des 1. Nieder Carneval-Clubs, überreichte 400 Euro, die von den Karnevalisten in der Kampagne für das Jubiläumswochenende gesammelt worden waren. Dr. Joachim Kreysing, einer der Geschäftsführer des Industriepark-Betreibers Infraserv Höchst, hat das Amt des Schirmherrn übernommen. Wegen der Jubiläen hat Infraserv die Stadtteile Nied und Sossenheim in diesem Jahr in ihrem Spendenkonzept vorgezogen: So fließen 75 000 Euro in beide Stadtteile.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen