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Benefiz-Tour: Angehen gegen Parkinson

Von Nordic Walking hilft Klaus Kippes gegen die Krankheit. Nun will er Spenden für eine Parkinson-Stiftung sammeln.
Klaus Kippes (links) und Michael Weber wollen von Deutschlands Norden bis in den tiefen Süden Nordic walken. Foto: Knapp Klaus Kippes (links) und Michael Weber wollen von Deutschlands Norden bis in den tiefen Süden Nordic walken.
Langenhain/Marxheim. 

„Vor knapp zehn Jahren“, sagt Klaus Kippes, habe er die Diagnose erhalten, die sein Leben nachhaltig verändert hat: „Parkinson! Da denken viele, dafür musst du alt sein“, sagt der Langenhainer. Doch mittlerweile weiß der 56-Jährige, dass die Krankheit auch jüngere Menschen treffen kann. Viel Unwissenheit gebe es zu diesem Thema, hat er im Laufe der Jahre festgestellt. Auch ein Grund, warum er gerade eine Benefiz-Nordic-Walking-Tour von Flensburg nach Garmisch plant.

Das Laufen mit den Stöcken ist für ihn ungeheuer wichtig geworden. „Die Motorik wird trainiert, man ist ja voll in Bewegung“, sagt Kippes. Mit diesem Sport kämpft er gegen seine Krankheit an, die bei ihm zu Versteifungen führt – und will sich auch sonst nicht einfach damit abfinden, dass Parkinson nach wie vor nur mit Medikamenten verzögert, aber nicht geheilt oder zumindest auch auf andere Weise behandelt werden kann. „Ich schlucke täglich elf Medikamente“, macht der Langenhainer deutlich, wie stark Parkinson-Patienten ihren Körper mit Chemie traktieren müssen.

Die Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinson-Forschung macht sich dafür stark, andere Therapie-Wege zu finden. Das will Kippes gern unterstützen. Deshalb unternimmt er die große Deutschland-Tour als Nordic-Walker nicht nur für sich, sondern will dabei Spenden für die Stiftung sammeln und gleichzeitig dazu beitragen, dass Menschen mehr über die Parkinson-Krankheit erfahren.

Angegangen ist der Langenhainer das Unternehmen ursprünglich mit einem Freund aus der Nachbarschaft. Doch als dieser gesundheitliche Probleme bekam und absagen musste, war für Kippes guter Rat teuer. Schließlich hängte er – unter anderem in Supermärkten – Handzettel aus, auf denen er einen neuen Tour-Partner suchte. Eines Tages kam dann tatsächlich eine E-Mail mit dem Text: „Dazu hätte ich gern mehr Informationen.“ Michael Weber aus Marxheim war der Absender – und Kippes griff gleich zum Telefonhörer. Seitdem sind die beiden gemeinsam auf dem Weg.

„So’n bisschen Abenteuerlust“ nennt Weber ein Motiv, Kippes zu begleiten. Bestärkt habe ihn auch die Erfahrung, dass man ein Land anders wahrnehme, wenn man es zu Fuß durchquere. Ihre Ehefrauen hätten das Unternehmen „abgesegnet“, verraten die Männer schmunzelnd.

Vom 8. Mai bis zum 11. Juni wollen sie die knapp 940 Kilometer lange Strecke bewältigen. Weber helfe ihm sehr bei der Planung, sagt Kippes. Dabei war der Marxheimer zunächst skeptisch, denn ursprünglich hatte der Langenhainer Tagesetappen von 50 Kilometern vorgehabt. Für Weber, der schon auf dem deutschen Jakobsweg unterwegs war, viel zu ambitioniert. „Das soll ja nicht eine Tortur werden, sondern eine Tour“, sagt der 51-Jährige.

Kippes ließ sich überzeugen und Weber macht seither die Streckenplanung, während sich der Langenhainer darum kümmert, Sponsoren zu suchen und bei Nordic-Walking-Vereinen und Parkinson-Selbsthilfe-Gruppen nach möglichen Privatquartieren zu fragen. Auch informieren will Kippes unterwegs – „deshalb haben wir die Ruhetage in die größeren Städte gelegt“, erläutert Weber. Hamburg, Hildesheim oder Donauwörth nennt er als Beispiele. Durch den MTK kommen die beiden leider nicht – das wäre ein viertägiger Umweg gewesen, weiß Weber.

Viel Unterstützung erhalte er von der Hilde-Ulrichs-Stiftung, sagt Kippes. Auch einige Quartiere haben die beiden schon angeboten bekommen. Aber die Sponsorensuche sei bislang äußerst mühsam. Die Ausrüstung, ein Begleitfahrzeug, Handzettel, auf denen zum Spenden aufgerufen wird – das alles kostet Geld. Ganz besonders dringend suchen die beiden Benefiz-Walker derzeit noch so etwas wie den „dritten Mann“, als Fahrer des Begleitfahrzeugs, ohne das das ganze Unternehmen nicht zu machen ist. „Wenn da jemand sagen würde: ,Da hätte ich Lust drauf‘, das wäre super“, sagt Kippes – und hofft, auch dazu bald eine E-Mail zu bekommen ( klakip@web.de ).

Eine Facebook-Seite über das Projekt gibt es mittlerweile schon (www.facebook. com/Benefiznordicwalking). Überhaupt helfe das Internet kolossal bei der Vorbereitung, sagt Weber. Nur das mit dem Spendensammeln klappe übers Netz nicht. „Die, die ein offenes Ohr für so etwas haben, sind wohl doch eher die, die noch einen Überweisungsträger ausfüllen“, glaubt der Marxheimer. Das Spendenkonto mit dem Stichwort „Benefiz Nordic Walking“ hat die IBAN: DE06 5005 0201 0200 3553 76.

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