Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen

Asylkreis heißt Flüchtlinge willkommen

Sie begleiten die Asylbewerber zum Arzt, fahren mit ihnen zum Arzt, besorgen warme Kleidung, lernen mit ihnen Deutsch. Die Liste der Aktivitäten der 50 Helfer des Asylkreises Flüchtlinge ist lang. Weitere ehrenamtliche Unterstützer sind auch willkommen.
Doris Etter, Tanja Seitz, Barbara Tambour mit Tochter Teresa (von links) gehören zu den vielen Helfern im Arbeitskreis Flüchtlinge. Doris Etter, Tanja Seitz, Barbara Tambour mit Tochter Teresa (von links) gehören zu den vielen Helfern im Arbeitskreis Flüchtlinge.
Kriftel. 

Zwei große Plastiktüten holt Barbara Tambour aus ihrem Auto. Warsan aus Somalia hat keinen warmen Pulli. Die Sprecherin des Arbeitskreis Flüchtling „Willkommen in Kriftel“ hat dies weitergegeben, und tags darauf standen zwei Tüten vor ihrer Tür. Etwa 50 ehrenamtliche Helfer haben sich inzwischen dem Arbeitskreis angeschlossen, damit sich die Flüchtlinge in der Obstbaugemeinde wohlfühlen.

Mehr als 20 Ehrenamtliche sind regelmäßig im Einsatz, manchmal täglich, nicht immer lange, „es sind eben viele Kleinigkeiten, die zu erledigen sind“, sagt Tanja Seitz, die über das Familienzentrum Fahrräder besorgt hat, damit die Bewohner zumindest etwas mobil sind. Doch mit einem Rad ist es allein nicht getan, wenn die Menschen aus Eritrea, Äthiopien und anderen Ländern in Kriftel im Straßenverkehr unterwegs sind, sollten sie schon aus Sicherheitsgründen einige der Verkehrsregeln kennen. Deshalb haben in der letzten Woche die Leiterin der mobilen Beratung, Lydia Rauh, der ehemalige Polizist und Vorsitzende des Parlaments, Bodo Knopf, und die Erzieherin Tanja Seitz in dem Gemeinschaftsraum der Unterkunft Verkehrserziehung mit den Flüchtlingen gepaukt. Was Abfalltrennung bedeutet, haben Tanja Seitz und Barbara Tambour in Form eines kleinen Theaterstücks erklärt.

Mehrfach haben Helfer aus dem Arbeitskreis in den vergangenen Wochen Flüchtlinge zu Ärzten begleitet. Jeden Donnerstag und Freitag fahren Helfer zur Tafel, wo die Bewohner gegen Vorlage des Tafel-Ausweis ihre Lebensmittel abholen.

Warum sie im Arbeitskreis mitmacht? Diese Frage hat sich für Do-ris Etter eigentlich gar nicht gestellt, die Rechtsanwältin hilft, wie auch Regina Müller, die dreimal in der Woche in der Unterkunft Deutsch unterrichtet. Die Vorsitzende des Ausländerbeirats, Carmen Jimenez, koordiniert die Sprachkurse, es gibt einen für Anfänger und einen für Fortgeschrittene.

Die Kurse sind immer gut besucht, anderthalb Stunden wird gepaukt, manchmal auch was länger. Tarique aus Pakistan wollte kürzlich wissen was es mit der Teilung von Deutschland auf sich hat, „da wurde dann auch noch eine Stunde dran gehängt“, sagt Regina Müller. Die Sprache ist eigentlich das wichtigste, das die Flüchtlinge lernen – nicht nur, um sich zu verständigen, sondern auch, um Arbeit zu bekommen. Ein Mitglied des Arbeitskreises will sich jetzt bei Krifteler Unternehmen umhören, ob sie Arbeit für die Flüchtlinge haben.

Das Familienzentrum organisiert einen zweiteiligen Kurs „Ehrenamtlich Deutsch unterrichten“, am Samstag, 8. November, von 9 bis 17 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum. Es sind noch sechs Plätze frei. Der Kurs ist für die Teilnehmer kostenfrei. Anmeldungen nimmt Carmen Jimenez, carmenji-menezgut@gmail.com entgegen. Wer den Arbeitskreis unterstützen möchte, sei es als Helfer oder mit Sachspenden, kann sich per Mail an ak-fluechtlinge@familienzentrum-kriftel.de wenden.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse