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Trotz Reinigung: Bahnhofstunnel in Hofheim gleicht einer Mülltonne

Von Der Übergang vom Bahnhofstunnel zum Busbahnhof ist keine schöne Visitenkarte der Stadt. Wenigstens gleich nebenan auf dem Parkdeck hat es Verbesserungen gegeben.
Geschmiere zeugt vom fehlenden Respekt gegenüber öffentlichem Eigentum. Foto: Knapp Geschmiere zeugt vom fehlenden Respekt gegenüber öffentlichem Eigentum.

Freundlich lugt der CDU-Politiker Axel Wintermeyer über einen Zaun, von der oberen Hälfte eines Wahlplakates herunter. Der Rest des Plakates freilich liegt auf dem Boden, und dem ganzen Stillleben ist anzusehen, dass dort jemand Gewalt angewendet hat. Und überhaupt, am Hofheimer Bahnhofstunnel liegt allerlei im Argen, weil sich Leute nicht zu benehmen wissen.

Manche lassen Fahrradschlösser am Brückengeländer hängen, andere werfen ein Schrott-Rad nebenan ins Gebüsch. An den Tunnelwänden haben Sprayer ihre hässlichen Spuren hinterlassen, ein Fallrohr am Haus der Musikschule ist zerdrückt. Der Gesamteindruck ist schmuddelig – und damit die Hemmschwelle gering, einfach irgendwelchen Müll fallen zu lassen. Dementsprechend liegt im Bach allerlei, was dort nicht hinein gehört.

„Das ist doch kein Zustand, da muss was passieren“, erregt sich am Telefon eine Kreisblatt-Leserin. „Das sieht doch schon seit Jahren hier so aus“, kommentierte gestern bei einer Besichtigung ein Passant. Der fuhr zwar verbotswidrig mit dem Rad durch den Tunnel, hinterließ aber wenigstens keinen Müll. Fest steht – wer mit der Bahn kommt, erlebt keinen ansprechenden Empfang in der Stadt.

Täglich wird gekehrt

Die Stadt weist darauf hin, dass es einen ausgeklügelten Reinigungsplan gebe. Der Tunnel werde täglich gekehrt, maschinell zwei mal pro Woche gereinigt. Einmal monatlich nehme sich das beauftragte Unternehmen die Wände mit dem Hochdruckreiniger vor. Ebenso oft würden die Leuchtbänder und die Lichtschächte abgekehrt. Die Treppen zu den Bahnsteigen und die Aufzüge fielen in die Zuständigkeit der Bahn, betont Iris Bernardelli von der Pressestelle des Rathauses.

Trotzdem gebe es Beschwerden, räumt sie ein. Es gebe natürlich immer Zeiten, in denen Passanten ihren Müll auf dem Gelände hinterlassen können. „Permanent kann so ein Bereich natürlich weder bewacht noch gereinigt werden.“ Die Leerung der Papierkörbe übrigens sei ebenfalls Aufgabe der Bahn. Wobei das Problem bei den Papierkörben eher darin bestehe, dass sie nicht benutzt würden.

Die Erfahrung zeigt: Haben solche Bereiche keine Aufenthaltsqualität, werden sie besonders schnell vermüllt – was auch auf den Bahnhofstunnel zutrifft. Vor allem der schmale Tunnel zum Parkdeck gilt als Fehlplanung.

Bekanntlich soll der gesamte Busbahnhof neu gestaltet werden, an den Plänen wird gerade gearbeitet. In welchem Umfang dabei auch die Brücke einbezogen wird, steht noch nicht fest; der Bahnhofstunnel wird vorerst wohl nicht angefasst. Es war auch schon davon die Rede, das Parkdeck mittelfristig neu zu bauen – da wären Überlegungen auch zum Tunnel möglich.

Am Parkdeck klappt’s

Abhilfe schaffen könnte auch eine Einbeziehung des Bahnhofsbereich in ein System, bei dem Nutzer über das Smartphone Sauberkeitsprobleme melden können. Allerdings hieß es dazu im Ortsbeirat Kernstadt im vergangenen Winter, dies komme nur für die großen Bahnhöfe in Frage.

Dass man mehr unternehmen kann als nur zu reinigen, das hat die Stadt gleich nebenan auf dem Parkdeck bewiesen. Dort hat sich der Jazzclub über Jugendliche beschwert, die dort jede Menge Müll hinterlassen haben. Verpackungen von den Imbissbetrieben im Chinoncenter etwa. „Die Stadt ist uns sehr entgegengekommen“, sagt Lucas Karadonas, der Vorsitzende des Clubs der Jazzfreunde. Es wird mehr gereinigt, und es wurden Lampen mit Bewegungsmeldern installiert.

Geplant ist außerdem, das die hässlichen Baustellengitter durch einen ordentlichen Zaun ersetzt werden. Vereinbart ist außerdem, dass die Polizei dort öfters nach dem Rechten schaut. „Es ist hier alles deutlich besser geworden“, so Karadonas. Für den Bahnhofstunnel und die Brücke über den Bach wäre das sicher auch wünschenswert.

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