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Barrierefrei wird teuer

Wer was falsch verstanden hat, ist offen. Sicher ist nur: Zum Kostenanteil der Stadt für den Umbau der Bahnsteige gibt es unterschiedliche Berechnungen.
Hochheim. 

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung soll in Hochheim einen besonderen Stellenwert genießen. Nach einer zweijährigen Phase als Modellkommune Inklusion unterzeichnete die Stadt im März eine neue Zielvereinbarung mit dem Hessischen Sozialministerium. Die Weiterentwicklung zur barrierefreien Stadt zeichnet sich unter anderem durch Barrierefreiheit im sogenannten öffentlichen Raum aus.

Dabei gibt es in Hochheim aber ein störende Barriere: Der Bahnhof in der Südstadt bildet ein Hindernis für körperlich eingeschränkte Menschen, weil der Bahnsteig in Richtung Frankfurt nur über eine Treppe erreichbar ist. Der Beirat für Inklusion hat bereits Unterschriften für einen Umbau der Anlage gesammelt. Eine Realisierung scheint jedoch immer schwieriger zu werden. Zumindest kam nun heraus, dass bei einem Umbau der Kostenanteil der Stadt deutlich höher ausfallen würde als erwartet.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Nancy Faeser hatte sich im März in das Thema eingeschaltet. In einer Anfrage an Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis90/Die Grünen) schilderte sie das Hochheimer Problem und erkundigte sich nach der Bereitschaft zur Aufnahme der Wein- und Sektstadt in die Rahmenvereinbarung zur Modernisierung hessischer Bahnhöfe.

 

RMV-Schätzung

 

Die Rahmenvereinbarung ist ein Vertrag zwischen der Deutschen Bahn Station & Service AG, den drei hessischen Verkehrsbünden und dem Land. Sie umfasst mehrere Sanierungsprojekte, die anhand von Kriterien wie dem Zustand der Bahnhöfe und der Zahl der Reisenden ausgewählt wurden. Als Finanzmittel stehen 129 Millionen Euro der Deutschen Bahn, 84 Millionen des Landes sowie 45 Millionen Euro der Verbünde und Kommunen zur Verfügung. In einem Antwortschreiben vom 7. April berichtete Tarek Al-Wazir, dass die Landesregierung die Aufnahme des Bahnhofs Hochheim unterstütze. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) habe den Vertragspartnern die Berücksichtigung des Hochheimer Bahnhofes bereits vorgeschlagen. Für die Umsetzung des Ausbaus sei allerdings die Bereitschaft der Stadt Hochheim erforderlich, ihren Anteil an den Planungs- und Baukosten zu tragen. Das Verkehrsministerium teilte mit, dass der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) diesen Kostenanteil auf rund 400 000 Euro geschätzt habe. Diese Angabe wurde nun mit einer überarbeiteten Version des Antwortschreibens nach oben korrigiert. In der aktualisierten Stellungnahme des Verkehrsministeriums heißt es, dass der RMV den Anteil der Stadt auf 400 000 Euro für jede Million der Gesamtkosten schätze. Dies ist ein gravierender Unterschied: Die Deutsche Bahn habe im März mit Kosten in Höhe von 4,7 Millionen Euro für die Bahnhofssanierung gerechnet. Demnach beliefe sich der Anteil, den die Stadt zu zahlen hätte, auf etwa 1,88 Millionen Euro – mehr als viermal so hoch wie die ursprüngliche Angabe.

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