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Fluglärm im Main-Taunus-Kreis: Bringt der Gegenanflug mehr oder weniger Fluglärm?

Die Auswirkungen neuer Anflugrouten am Frankfurter Flughafen sind unklar. Die Grünen fordern deshalb stetige Informationen über die Arbeit der Fluglärmkommission von den Kreisvertretern im Main-Taunus.
Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv
Hofheim. 

Fluglärm belastet die Bewohner des Main-Taunus-Kreises, dies allerdings in unterschiedlicher Härte. So können es die Menschen an der „Mainschiene“, die unter dem direkten Anflug mehr oder minder lauter Maschinen leiden, kaum verstehen, dass im Osten des Kreises über den Gegen-Anflug in wesentlich größer Höhe gejammert wird.

 

„Schlechter Stil“

 

Im Kreistag nannte der Flörsheimer Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) die unterschiedlichen Interessenlagen beim Namen. Die Debatte im hohen Haus entzündete sich jedoch an einer Forderung der Grünen, dass der Vertreter des Main-Taunus-Kreises in der vom Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe geleiteten Fluglärmkommission, Wolfgang Kollmeier (CDU), regelmäßig über deren Arbeit im zuständigen MTK-Ausschuss berichten soll. In diesem Zusammenhang warf Grünen-Sprecher Peter Kluin dem Ersten Kreisbeigeordneten „schlechten Stil“ vor, wenn er nicht auf die Anfragen von Bürgerinitiativen reagiere. So werde aktuell über ein neues System beim nördlichen Gegenanflug diskutiert, das bereits im Mai in der Kommission vorgestellt wurde und unter der Rubrik „MAR“ (Modified Arrival Routes) firmiert. Über die Auswirkungen – etwa im Osten des Kreises um Bad Soden herum – herrscht noch Unklarheit, denn es könnte nicht nur um Lärmminderung gehen, sondern teilweise um eine Vermehrung des Schallpegels.

Kollmeier selbst mochte den Vorwurf mangelnder Information nicht hinnehmen, verwies dagegen auf die zunehmende Transparenz bei der Arbeit der Kommission. Er bestätigte eine Beschwerde der BI Vordertaunus, mochte sich aber nicht an den Pranger stellen lassen, verwies im übrigen darauf, dass auch die Bürgermeister Antje Köster (Hattersheim) und Michael Antenbrink (Flörsheim) als Vertreter der Städte am Main in der Kommission präsent seien.

Obwohl Kollmeier signalisierte, dem Begehren der Grünen nachzukommen, zog deren Fraktionschef Albrecht Kündiger seinen Antrag nicht zurück. Im HFA will man über das weitere Procedere beraten. Kollmeier hatte auch versprochen, die „Südumfliegung“ im Auge zu behalten – als Schuldezernent sorgt er sich ohnehin um den Fliegerkrach an den Schulen Maar, Ried und Stauffenberg in Flörsheim.

Eine ganz andere Sicht der Dinge lieferte Linken-Fraktionschefin Beate Ullrich-Graf, die zwar den Antrag der Grünen unterstützte, aber wenig Hoffnung in die Arbeit der Kommission setzt. Ungeachtet anderer Flugrouten oder leiserer Maschinen werde der Lärm um den Flughafen wegen dessen Kapazitätssteigerung weiter anwachsen.

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