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Bürgermeisterin in Schwalbach: Christiane Augsburger hat sich Gelassenheit antrainiert

Von Seit zehn Jahren ist die SPD-Politikerin Christiane Augsburger Rathauschefin in Schwalbach. Nur zwei Kollegen und eine Verwaltungschefin sind im MTK länger im Amt. Augsburger will „weder harmoniesüchtig noch ignorant gegenüber dem Bürgerwillen“ sein.
Christiane Augsburger lächelt vor der Kulisse der Schwalbacher Limesstadt. Zwei Bürgermeisterwahlen hat die Sozialdemokratin gewonnen – 2008 gegen Claudia Eschborn (CDU) und 2014 gegen deren Parteikollegen Axel Fink. Die Rathauschefin hat in diesem Monat ein kleines Jubiläum zu feiern: Sie ist seit zehn Jahren im Amt. Foto: Hans Nietner Christiane Augsburger lächelt vor der Kulisse der Schwalbacher Limesstadt. Zwei Bürgermeisterwahlen hat die Sozialdemokratin gewonnen – 2008 gegen Claudia Eschborn (CDU) und 2014 gegen deren Parteikollegen Axel Fink. Die Rathauschefin hat in diesem Monat ein kleines Jubiläum zu feiern: Sie ist seit zehn Jahren im Amt.
Schwalbach. 

Zehn Jahre steht sie an der Spitze der Stadtverwaltung und ist allem Anschein nach kein bisschen amtsmüde: Das trifft auf die Schwalbacher Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) zu, die das Chefzimmer im Rathaus im Juni 2008 bezogen hatte und 2014 wiedergewählt wurde. Schon im vergangenen Jahr hatte die 57 Jahre alte Sozialdemokratin angekündigt, dass sie 2020 ein drittes Mal antreten wird. „Ich werde wieder kandidieren“, bekräftigte sie aus Anlass ihres kleinen Amtsjubiläums. Sie weiß, dass es bei der nächsten Wahl mehr Gegenwind als früher geben könnte. „Es ist mir schon klar, dass ich mir als langjährige Bürgermeisterin auch Feinde gemacht habe, denn nicht jede Entscheidung, die getroffen werden muss, gefällt allen“, sagt die Rathauschefin, die vor zehn Jahren Roland Seel (CDU) ersetzt hatte. „Als Bürgermeisterin sollte man weder harmoniesüchtig noch ignorant gegenüber dem Bürgerwillen sein. Ich versuche da, eine gute Balance zu halten.“

Die Bürger kommen zuerst

Dass die SPD im MTK zuletzt drei Rathäuser und viele Direktwahlen verloren hat – im Mai wurde auch der SPD-Unterbezirksvorsitzende Michael Antenbrink in Flörsheim abgewählt, ist aber noch im Amt – schmerzt Augsburger zwar, erschreckt sie aber nicht. „Ich bin aus Überzeugung bei der SPD. Aber als Bürgermeisterin stehen für mich die Bürgerinteressen im Vordergrund und nicht die Parteiinteressen. Ich glaube, das wissen die Schwalbacher inzwischen“, sagt sie. Bewiesen hat sie das, als sie – gegen die Ablehnung der SPD – die Initiative von Schwarz-Grün unterstützte, das Naturbad zu bauen, das im Jahr 2013 eingeweiht wurde.

Die Antwort auf die Frage, ob sie als Bürgermeisterin Fehler gemacht habe, formuliert die einstige Bundestagskandidatin wohlbedacht: „Ich war seit 2003 schon hauptamtlich Erste Stadträtin. Im guten Tandem mit dem damaligen Bürgermeister Roland Seel konnte ich viel Erfahrung sammeln, die mich gelehrt hat, Dinge richtig einzuschätzen und so zu handeln.“

Dank an die Fraktionen

Da passt es hinein, dass sie während der ersten acht Jahre ihrer Amtszeit ohne Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung war. CDU und Grüne bildeten von 2006 bis 2016 eine Koalition. Trotz einiger Kontroversen und Unstimmigkeiten, so der Tenor von Ortskennern, sah Augsburger bei dieser Konstellation nicht schlecht aus. Nach der Kommunalwahl im März 2016 erreichten SPD und FDP eine knappe Mehrheit; seither hat Augsburger parlamentarische Rückendeckung.

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Ach was gibt es so schöne blumige Bezeichnungen für Jubiläen. Wer 50 Jahre verheiratet ist, hat goldene Hochzeit. Paare, die es auf seltene 75 Jahre bringen, feiern ein Kronjuwelen-Jubiläum.

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Auch Ideen anderer Parteien anzuerkennen und Kompromisse zu suchen ist ihr Stil. „Es ist mein Anliegen, die Fraktionen und die Bürger gut zu informieren und bei wichtigen Themen eine breite Zustimmung zu erzielen“, versichert Augsburger gegenüber der Presse. Geklappt hat das oft, aber nicht immer. Am 4. März dieses Jahres gab es einen gescheiterten Bürgerentscheid zum Bau eines Schulkinderhauses „Am Erlenborn“. Er schlug hohe Wellen. Augsburger, ihre Partei und die FDP plädieren für Wohnraum an dieser Stelle. Eine BI sowie CDU und Grüne setzten sich dafür ein, „Am Erlenborn“ ein Kinderhaus zu errichten. Ärger gibt es auch wegen des Limesstadions. Für den Tribünen-Neubau gilt noch ein Baustopp, weil Anwohner gegen das Vorhaben klagten. „Das ist Demokratie“, sagt Augsburger.

Trotz eines defizitären Haushalts steht die Stadt finanziell so gut da, dass selbst die reiche Nachbarstadt Eschborn erstaunt auf den aufstrebenden kleinen Nachbarn schaut. Schwalbach profitiert von enormen Gewerbesteuerzahlungen und -nachzahlungen. Augsburger räumt ein: „Der Gewerbesteuersegen ist ja nicht mein Verdienst. Allerdings gut mit dem Geld umzugehen, darauf lege ich großen Wert.“ Ganz unspektakulär wurde viel saniert in Augsburgers Amtszeit – öffentliche Gebäude wie etwa die Alte Schule, aber auch Straßen und Kanäle.

Ebenso wird in die Zukunft investiert. So wird die neue große Kita „Am Park“ bald fertig sein – die Betreuung für Krippen- und Kindergartenkinder wird dadurch noch besser. Mit beantragtem Landesgeld wird ab dem 1. August 2018 der Kindergartenbesuch (außer der Essenspauschale) kostenfrei für Eltern. „Ich danke, den Fraktionen, dass dies breite Mehrheit findet, ebenso wie unsere finanzielle Unterstützung für den Landes-Pakt für den Nachmittag an der Georg-Kerschensteiner-Schule als Fortschritt in der Schulkinderbetreuung“, sagt Augsburger. „Gutes Teamwork haben alle Fraktionen und ehrenamtlich engagierten Bürger mit der Stadt auch bei der akuten Aufnahme von Flüchtlingen 2015 und später gezeigt“, sagt sie. Eine Hauptaufgabe ist für Augsburger nun die Umgestaltung des unteren Marktplatzes, die bereits in Planung ist. Randale und Schlachten mit der Polizei auf dem Marktplatz durch eine Gruppe junger Leute hatten 2017 für Schlagzeilen gesorgt. „Wir haben das vorerst im Griff“, sagt die Rathauschefin. Auch ortskundige Polizeibeamte äußern sich positiv über das Sicherheitskonzept, das die Stadt und die Polizei in Schwalbach anwenden. Das Paket mit der Videoüberwachung, einem „Schutzmann vor Ort“ (Polizeioberkommissar Christian Schneider) und dem neuen Jugendraum im Atrium greift offenbar.

Sie will ein Museum

Eine Herzenssache ist es für die gebürtige Schwalbacherin Augsburger, einen Raum für ein modernes Heimatmuseum zu finden. Bisherige Anläufe sind aber gescheitert. „Ich habe da Geduld“, sagt die Bürgermeisterin. „Ich bin überhaupt gelassener geworden.“

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