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Countdown für Klinik-Betriebskindergarten

Das pädagogische Konzept interessiert die Stadtverordneten nicht sonderlich. Wieder mal standen die Finanzen im Vordergrund.
Bad Soden. 

Vom 1. September an soll auf dem Grundstück des Bad Sodener Krankenhauses, Kronberger Straße 34, eine Kinderkrippe für zwei U3-Gruppen eröffnet werden. Das bedeutet, 20 Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu drei Jahren werden dort betreut. In erster Linie ist dieser sogenannte Betriebskindergarten für Kinder von Beschäftigten der Main-Taunus-Kliniken gedacht. Darüber hinaus können, wenn Plätze frei sind, auch Krabbler aus Bad Soden aufgenommen werden. Damit würde die Quote, was die Betreuung der unter Dreijährigen anbetrifft, in der Kurstadt bei 44,5 Prozent liegen.

Zwischen den Main-Taunus-Kliniken und der Geschäftsführerin der Einrichtung, „kinder(t)räume Bad Soden gGmbH“, Regina Gerock, wurde ein Kooperationsvertrag auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Die Stadt kommt ins Boot, da sie von den beiden Parteien aufgefordert wurde, sich an den Betriebskosten zu beteiligen. Der jährliche Sodener Anteil würde sich auf 150 000 Euro belaufen.

Im Jugend- und Sozialausschuss lag den Stadtverordneten jetzt der Vertragsentwurf zwischen der Stadt und Geschäftsführerin Regina Gerock vor. Am 1. September soll die Vereinbarung in Kraft treten und zunächst über fünf Jahre laufen.

Dürftige Angaben

Einigen Ausschussmitgliedern waren die Angaben in der Magistratsvorlage zu dürftig. Julia Kappel-Gnirs (BSB) forderte eine Budgetplanung und wunderte sich, wie die Verwaltung auf einen Betriebskostenanteil von 150 000 Euro komme. Außerdem zweifelte sie, dass die Stadt mit einer 44-prozentigen U3-Betreuung nicht über den eigentlichen Bedarf hinaus kalkuliere.

Bei den anteiligen Betriebskosten habe die Verwaltung sich an den Erfahrungen mit den anderen U3-Einrichtungen in der Stadt orientiert, begründete Bürgermeister Norbert Altenkamp. Das entspreche einem monatlichen Zuschuss pro Kind von 625 Euro. Was die Kinderzahlen anbelange, diese seien von den Main-Taunus-Kliniken geliefert worden.

Offensichtlich sei der Bedarf für unter Dreijährige so groß, sonst hätten die Kliniken auch keine Fördermittel für den Bau der Räumlichkeiten auf dem Gelände erhalten. Und auch in der Kurstadt, betonte Altenkamp, existiere nach wie vor eine Warteliste für Krabbelkinder.

Eigentlich müsste es dem Jugend- und Sozialausschuss weniger um die Finanzen als um das pädagogische Konzept gehen, merkte Brigitte Hewel (FDP) an, und darum, wer mit welchen Qualifikationen dahinter stehe.

Sie sei Mutter von drei Kindern und staatlich anerkannte Erzieherin, stellte sich Regina Gerock vor, und habe mit mehreren U3-Einrichtungen in Zusammenarbeit mit der Stadt Kelkheim positive Erfahrungen gesammelt. Wegen der Einrichtung im Krankenhaus seien die Main-Taunus-Kliniken auf sie zugekommen.

Der Ausschuss einigte sich darauf, dass die fehlenden Budgetzahlen für die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am heutigen Mittwoch nachgereicht werden. Bei der Abstimmung im Jugendausschuss enthielten sich BSB und FDP.

(kra)
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