E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 17°C

Elterntaxi unerwünscht: Darum sollten Grundschüler zu Fuß in die Schule gehen

Von Das Elterntaxi ist immer wieder ein Thema an den Grundschulen. Die bemühen sich, das Problem in den Griff zu bekommen.
Kein gutes Beispiel: Grundschüler sollten lieber zu Fuß zur Schule gehen. Papas – oder Mamas – Auto wird nicht gebraucht. Foto: Monkey Business Images (188344238) Kein gutes Beispiel: Grundschüler sollten lieber zu Fuß zur Schule gehen. Papas – oder Mamas – Auto wird nicht gebraucht.
Hofheim. 

„Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“, heißt eine bundesweite Aktionswoche des Deutschen Kinderhilfswerkes, die im September eine Neuauflage erlebt. Die Hofheimer Pestalozzischule ist nicht zum ersten mal dabei, andere Grundschulen, auch in Hofheim, denken sich eigene Aktionen aus. Es gibt unterschiedliche Wege zum Erfolg, aber sicher ist: Das Thema Elterntaxi ist ein leidiges, und es wird allen Beteiligten erhalten bleiben.

In den vergangenen Jahren seien der Polizei keine Unfälle mit Kindern vor den Schulen bekannt geworden, sagt Johannes Neumann, Pressesprecher der Polizeidirektion Main-Taunus. Umso bekannter ist das Phänomen: Eltern kommen kurz vor Schulbeginn mit oft überhöhter Geschwindigkeit herangerauscht, ohne Rücksicht darauf, dass sie Schüler gefährden könnten, die zu Fuß unterwegs sind. Dann halten oder parken sie an Stellen, an denen es nicht erlaubt ist, manche würden die Kinder am liebsten bis zum Klassenzimmer bringen. Dass sie derweil anderen Autofahrern die Sicht versperren, dass sich andere Schulkinder zwischen abgestellten Autos hindurch auf die Fahrbahn zwängen müssen, all dies machen sie sich nicht bewusst.

Eltern sensibilisieren

„Das ist immer wieder ein Thema“, sagt Susanne Dudel, die Leiterin der Wilhelm-Busch-Schule. Daran wird sich auch nichts ändern, denn es gibt immer neue Erstklässler, deren Eltern erst einmal für das Thema sensibilisiert werden müssen.

Dabei müssten die Eltern auch von alleine darauf kommen, dass es die bessere Lösung ist, das Kind zu Fuß zu Schule zu schicken. Denn viele Kinder bewegen sich zu wenig. Dabei ist Bewegung auch eine gute Voraussetzung für Lernerfolge in der Schule. Schüler, die zu Fuß in die Schule kommen, könnten sich zudem sicherer im Verkehr bewegen, so Susanne Dudel.

Ehrungen für „Läufer“

In ihrer Schule haben sich der Elternbeirat und die Schulkonferenz erst jetzt zu Schuljahresbeginn wieder an die Eltern mit der Bitte gewandt, auf das Elterntaxi zu verzichten. Außerdem gibt es jedes Jahr eine Aktionswoche mit der Überschrift „Die Wilhelm-Busch-Schule läuft.“ Dabei werden immer die Klassen geehrt, deren Schüler am häufigsten zu Fuß gekommen sind. Auf diese Weise sollen die Schüler motiviert werden – damit sie auch ihren Eltern klar machen, dass sie nicht gefahren werden sollen.

In der Pestalozzischule wird ganz ähnlich gearbeitet. Dort wird ein Pokal ausgelobt, ein leckeres Eis hilft auch, die Kinder zu motivieren. Regelmäßig macht die Schule bei der bundesweiten Aktionswoche des Kinderhilfswerks mit. Da gibt es ein ganzes Bündel von Aktions-Ideen, jede Schule kann sich das Passende heraussuchen. „Wir werden uns künftig bei dem Thema noch besser aufstellen“, kündigt Kirsten Fabian an, die die Pestalozzischule leitet. Sie sagt auch ausdrücklich, dass es besser ist, wenn einmal ein Kind ein paar Minuten zu spät kommt, als dass vor der Schule gerast wird.

Das Thema, sagen die Pädagoginnen übereinstimmend, müsse immer wieder angesprochen werden. Erstens kommen mit jedem neuen Schülerjahrgang neue Eltern. Und zweitens gibt es zuerst ein großes Verständnis bei den Eltern, aber nach ein paar Wochen schleifen sich oft alte Unsitten wieder ein. Das Thema bleibt also eines.

Beschwerden der Eltern

Das hat auch die Polizei gemerkt. Immer wieder einmal schauen Streifen zu Beginn der Unterrichtszeiten an den Schulen vorbei. „Dann werden sensibilisierende Gespräche geführt“, so Polizeisprecher Neumann. Nicht immer stoße man dabei auf Verständnis. Aber viel mehr Handlungsmöglichkeiten habe die Polizei nicht.

Ähnlich äußert sich auch die Stadt. Gerne beteilige sich die Ordnungspolizei beratend an irgendwelchen Aktionen an den Schulen. Nicht drin ist aber, dass Ordnungspolizisten ständig zu Unterrichtsbeginn an den Schulen Wache schieben. Es sei schon Aufgabe der Schulen, dieses Thema mit den Eltern aufzuarbeiten, so Rathaus-Pressesprecherin Iris Bernardelli. „Es ist schon bezeichnend, dass Eltern sich über das Elterntaxi beschweren“, findet sie. Nicht auszuschließen, dass es sogar Eltern gibt, die montags fahren und sich dienstags über andere beschweren . . .

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen