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Investor für ehemaliges Phrix-Fabrikgelände: Das 100-Millionen-Euro-Projekt

Von Trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen viele Okrifteler zur Bürgerinformationsveranstaltung ins Haus der Vereine. Sie interessierten sich für die geplante Entwicklung der Phrix zum exklusiven Wohnquartier – Mainlage inklusive.
Diese sogenannte Visualisierung setzt die geplante Bebauung des Phrix-Areals in Szene, auf dem 200 Wohnungen entstehen sollen. Diese sogenannte Visualisierung setzt die geplante Bebauung des Phrix-Areals in Szene, auf dem 200 Wohnungen entstehen sollen.
Okriftel. 

Von Beginn an stellte sich das Gefühl ein, dies alles schon einmal erlebt zu haben. So ging es sicherlich manchem Okrifteler, der gestern Abend im Saal des Haus der Vereine Platz nahm. Der Stadtverordnetenvorsteher hatten zu einer Informationsveranstaltung über die Zukunft der ehemaligen Phrix-Papierfabrik eingeladen. Ein Investor stellte seine Pläne für den Bau von Loftwohnungen in dem alten Industriekomplex vor. Rund 240 Wohneinheiten sollen auf dem Phrix-Gelände entstehen. Dazu kommt eine Teilnutzung des Areals als Gewerbefläche für Geschäfte oder ein Hotel. Ähnliche Pläne bekamen die Okrifteler bei einer Versammlung vor ziemlich genau zwei Jahren zu hören. Auch das Frankfurter Planungsbüro Albert Speer und Partner ist weiterhin im Boot. Mittlerweile gehört das Gelände allerdings einem neuen Eigentümer – der Prinz von Preußen Grundbesitz AG mit Sitz in Bonn. 100 Millionen Euro werden als Investitionssumme genannt. Und es gibt weitere Veränderungen: „Wir haben jetzt keinen Amphibienbus mehr“, erklärte Dr. Michael Denkel vom Planungsbüro. Der Stadtplaner spielte auf die kuriose Idee eines schwimmenden Busses auf dem Main an, die die vorigen Eigentümer damals präsentiert hatten. Im Saal erntete er dafür einige Lacher.

Die ehemalige Phrix-Fabrik in Okriftel, vom Main her aufgenommen. Bild-Zoom
Die ehemalige Phrix-Fabrik in Okriftel, vom Main her aufgenommen.

Weniger lustig als das gescheiterte Wassertaxi fanden die Anwesenden den Verkehr auf den Straßen: Die Erhöhung der Verkehrsbelastung durch das neue Wohnquartier war eine der größten Sorgen der Anwohner. Michael Denkel berichtete den Zuhörern, dass die Entwicklung des Areals etwa 1040 zusätzliche Pkw-Fahrten am Tag verursache. Dies seien nicht viel mehr als der Penny-Markt am Rand des Grundstücks heute schon ausmacht, erklärte der Experte, der den Verkehr zum Markt auf rund 900 Fahrzeuge schätzte. Würde das Gelände künftig als reines Gewerbegebiet genutzt entstünden 1500 Fahrten mit wesentlich mehr Lkws, gab Denkel zu bedenken. Er verwies auf Berechnungen, wonach sich die Verkehrsbelastung an den umliegenden Verkehrsknotenpunkten um 6 bis 14 Prozent erhöht. Es seien jedoch keine zusätzlichen Verkehrsspuren oder Ampeln notwendig. Die stärkste Veränderung tritt an der Kreuzung von Rossertstraße und Rheinstraße mit 14 Prozent Verkehrszuwachs auf.

Dr. Michael Denkel vom Planungsbüro Albert Speer und Partner. Bild-Zoom Foto: Hans Nietner
Dr. Michael Denkel vom Planungsbüro Albert Speer und Partner.



Über diesen Bereich, in dem sich auch heute die wichtigste Zufahrt befindet, soll die Erschließung des Phrix-Quartiers erfolgen. Die künftigen Bewohner sollen ihre Autos in einem Parkhaus abstellen können. Anwohner Martin Jung bezweifelte jedoch, dass die Wohnungseigentümer extra in das Parkhaus fahren und von dort aus laufen. Er könne sich kaum vorstellen, dass die Leute nicht lieber in der Rheinstraße oder der Kirchgrabenstraße parken, erklärte der Besucher. Michael Denkel verwies auf Erfahrungen mit ähnlichen Gebieten, die bereits entwickelt wurden. „Man weiß, man wohnt in einem besonderen Quartier, und da gehört es dazu, ein paar Meter zu laufen“, so der Planer. Der Platz im Parkhaus sei außerdem komfortabler und sicherer. Martin Jung interessierte sich auch für die Bauphase und eine möglichst geringe Belastung durch Lärm und Dreck.

Frank Lotz, Vorstandsmitglied der Prinz von Preußen Grundbesitz AG. Bild-Zoom Foto: Hans Nietner
Frank Lotz, Vorstandsmitglied der Prinz von Preußen Grundbesitz AG.
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Kommentar: Im Reich der Fabel

„Sich mit fremden Federn schmücken“ – dieser Satz stammt aus einer Fabel des römischen Dichters Phaedrus.

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Info: Spatenstich 2017

Eine Wohnung im geplanten Phrix-Quartier wird nicht billig: Frank Lotz vom Vorstand der Prinz von Preußen Grundbesitz AG sprach gestern von Quadratmeterpreisen zwischen 3500 und 5000 Euro.

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Eine weitere Anwohnerin – Erika Bischoff – betonte, dass die Situation an der Ecke Rossertstraße/Rheinstraße schon jetzt ein Problem darstelle. In Zukunft müsse es eine Regelung für die sichere Überquerung durch Fußgänger geben. Michael Denkel sagte, dass während der Bauarbeiten weniger Großfahrzeuge benötigt werden als üblich, weil der Großteil der Gebäude weiter genutzt wird. „Der Rohbau ist ja schon da“, so der Fachmann. Neu errichtet werden sollen aber das Parkhaus, ein Wohngebäude entlang des Parkplatzes am Penny-Markt sowie ein Wohngebäude in Richtung Main. Zur Verkehrssituation sagte Erste Stadträtin Karin Schnick (Bündnis 90/Grüne), dass die Stadt im weiteren Verfahren besonders auf die Ecke Rossertstraße/Rheinstraße achten werde. Die Zuhörer interessierten sich auch für die Altlasten auf dem ehemaligen Fabrikgelände. Ein Okrifteler kritisierte das Vorgehen, existierende Schadstoffe im Boden zu belassen. Michael Denkel verwies darauf, dass es eine gängige Praxis sei, bei Schwermetallen im Untergrund die Oberfläche zu versiegeln. „Deckel drauf“, meinte der Experte. Damit keine giftigen Stoffe nach außen dringen, sollen Bäume im Umkreis der Phrix nur in abgedichteten Kübeln aufgestellt werden. Begrünt werden soll hauptsächlich der südliche Bereich am Mainufer. Dort möchten die Eigentümer auch den bestehenden Radweg fortsetzen.

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