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Das Café Lichtblick gibt Trauernden einen Raum

Rüsselsheim. „Trauer ist nach schmerzhaftem Verlust der einzige Trost“, sagt Franziska Schröder. Die Psycho- und Gestalttherapeutin mit Arbeitsschwerpunkt in der Begleitung von Krebspatienten (Psychoonkologie) ist Leiterin des Cafés Lichtblick. Seit 2008 ist das Trauercafé als Teil der Rüsselsheimer Hospizhilfe ein geschützter Ort, um über Tod, Verlust, Schmerz und Einsamkeit zu sprechen. Oder auch gemeinsam zu schweigen.

„Der Trauer Raum zu geben, ist ein heilsamer Prozess. Er eröffnet Wege zurück ins Leben“, sagt Schröder. Als Supervisorin in Hospizvereinen steht sie auch den Mitarbeitern der Rüsselsheimer Hospizhilfe nah. So übernahm die Psychotherapeutin vor drei Jahren auf Anfrage gern die Leitung des angegliederten Trauercafés im barrierefreien Haus der Senioren.

Das offene Angebot, zu dem Trauernde jeden ersten Sonntagnachmittag im Monat eingeladen sind, biete die Chance, den „Zustand der Unfassbarkeit“ zu überwinden, erläutert Schröder. „Menschen, die Ähnliches erlebt haben, wissen, wie sich Trauer anfühlt. Stille, Kerzenlicht, aber auch Weinen und sogar Lachen, Tischspiele, Gespräche über Gott und die Welt gehören ebenso wie vertrauliche Einzelgespräche im Nebenraum dazu.“ Kaffee, Tee und Kuchen sowie Blumenschmuck verschönen den Raum, wenn Franziska Schröder, unterstützt von vier einfühlsamen Ehrenamtlichen, die in Gesprächsführung geschult sind, die Tür zum Café öffnet.

„Die Bedarfe Trauernder sind verschieden. Wichtig ist, sich mit der Verlusterfahrung angenommen zu wissen. Nicht alles kann und muss verbalisiert werden. Manchmal ist das Halten der Hand, das gemeinsame Schweigen wichtiger. Gedichte und kleine Texte gehören zu den Ritualen, die das Zusammensein umrahmen“, führt sie aus. Die Besucher des Trauercafés kommen teils regelmäßig, teils sporadisch oder auch nur ein Mal.

Geöffnet ist das Café im Haus der Senioren, Frankfurter Straße 12, von 15 bis 17 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

(eco)
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