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Missstimmung wegen der Ländcheshalle: Das Grundstück gibt’s nur in Erbpacht

Von Stadt und Kreis verhandeln über das Gelände für die neue Wallauer Sporthalle. Besondere Bedingungen werden im Landratsamt nicht gestellt.
Die Wallauer Ländcheshalle sorgt seit Jahren für Diskussionsstoff. Foto: Hans Nietner Die Wallauer Ländcheshalle sorgt seit Jahren für Diskussionsstoff.
Wallau. 

Nach wie vor lässt die Stadt Hofheim – in der vergangenen Woche erst wieder Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) – durchblicken, dass sie den Ausstieg des Main-Taunus-Kreises aus dem Projekt einer neuen Ländcheshalle nicht versteht. Exner ließ überdies erkennen, dass er es noch nicht für eine ausgemachte Sache hält, dass die Stadt vom Kreis das Gelände für die neue Ländcheshalle bekommt (das Kreisblatt berichtete). Von irgendwelchen Kopplungsgeschäften, die Exner fürchtete, kann nach den Ausführungen des Ersten Kreisbeigeordneten Wolfgang Kollmeier (CDU) aber keine Rede sein.

Er habe zu Anfang der Woche der Stadt die Einzelheiten zukommen lassen, so Kollmeier. Das sind vor allem die Erbpachtzinsen und die Laufzeit des Vertrages. Er warte nun, was die Stadt dazu sage. Hofheim hatte das Grundstück lieber kaufen wollen und argumentiert, mit einer Sporthalle darauf könne der Kreis ohnehin nichts anderes mit dem Gelände anfangen. Eine Erbpacht sei flexibler als ein Verkauf, so Kreishaus-Pressesprecher Johannes Latsch auf Anfrage. Eine Sporthalle könne eine gewisse Zahl von Jahren genutzt werden, danach könne der Kreis neu über das Grundstück entscheiden.

Mit dem Koppelgeschäft, von dem Exner sprach, kann nur die Hofheimer Beteiligung an den Kosten der Sanierung der Wallauer Schulturnhalle gemeint sein. Bekanntlich hat sich der Kreis entschieden, diese auf Vordermann zu bringen, statt sich an der neuen Ländcheshalle zu beteiligen. Gegenüber dem Kreisblatt wies Kollmeier darauf hin, dass es im Kreis gängige Praxis sei, dass die Kommunen sich knapp zur Hälfte an den Schulturnhallen beteiligen, wenn Vereine aus dem jeweiligen Ort die Halle nutzen möchten.

Genau dies wird in Wallau der Fall sein, wenn die neue Ländcheshalle, wie geplant, nur eine Dreifeldhalle wird. Dies reicht für den Vereinssport im bisherigen Umfang nicht aus, die Schulsporthalle muss einbezogen werden. 650 000 Euro will der Kreis in die Halle investieren, knapp die Hälfte davon müsste die Stadt Hofheim beisteuern. Es sei nicht daran zu denken, die Kreisstadt bei diesem Thema besser zu behandeln als die anderen Kommunen im Kreis.

 

Wärmedämmung

 

Kollmeier lässt dabei das Hofheimer Argument nicht gelten, irgendwann werde eine energetische Sanierung der Halle fällig, und dann falle die jetzt vom Kreis ins Feld geführte Ersparnis gar nicht so groß aus. Der Kreis erklärte dazu, dass eine groß angelegte Wärmedämmung nicht geplant ist, die 650 000 Euro werden für neue Heizkörper, die Lüftungsanlage, Elektroinstallationen, Fliesen-, Trockenbau- Maler- und Schreinerarbeiten ausgegeben. Mehr sei in absehbarer Zeit nicht geplant, so Kollmeier. Eine Sporthalle sei kein Wohnhaus, müsse also nicht im gleichen Umfang gedämmt werden. Kollmeier: „Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen.“

Der Erste Kreisbeigeordnete wies auch auf ein bislang kaum kommuniziertes Argument für die Beibehaltung der Schulturnhalle hin. Hätte sich der Kreis statt dessen an einer neuen Dreifeldhalle beteiligt, hätte er diese immer wieder einmal für Schulveranstaltungen komplett in Anspruch nehmen müssen, für Einschulungsfeiern, Schulfeste und andere Veranstaltungen. Dies hätte zu Streit mit der Stadt und Vereinen führen können, so Kollmeier.

Den Ausschlag gegeben haben offensichtlich aber weder diese Überlegungen noch der Zeitdruck, dem sich der Kreis wegen der maroden Schulsporthalle ausgesetzt sieht. Die entscheidende Rolle spielen die Finanzen – die Stadt war nach Kollmeiers Worten davon ausgegangen, dass der Kreis sich mit zwei Millionen Euro an dem Gesamtprojekt beteiligen würde. Da komme man mit der Sanierung der Schulturnhalle für 650 000 Euro erheblich preiswerter weg – und von diesen 650 000 Euro muss dann noch die Hofheimer Beteiligung abgezogen werden.

Derweil wird in Wallau immer noch die Hofheimer Weigerung kritisiert, noch einmal über eine Sanierung der alten Ländcheshalle nachzudenken. Mario Kleber, Chef der Wählergemeinschaft Wallau, erinnert sich an eine Äußerung von Hofheims Bürgermeisterin von Gisela Stang vom Juli, nach der man erst umfassend planen müsse, um zu sehen, ob man für eine Sanierung eine Baugenehmigung brauche. Demgegenüber hatte Exner in der vergangenen Woche argumentiert, bei einer Sanierung fiele der Bestandsschutz etwa für die Parkplätze weg. Diese Frage stellt sich aber nur, wenn eine Baugenehmigung gebraucht wird.

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