Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Hofheim am Taunus 20°C

Sturm und Hagel im MTK: Das Unwetter und seine Folgen: Umgestürzte Bäume krachen auf Autos, Strom fällt aus

Heftige Sturmböen und riesige Hagelkörner gingen in der Nacht zum Dienstag über Teilen des MTK nieder. Verletzt wurde nach offiziellen Angaben niemand.
Totalschaden: Unter dem Baum in der Neuenhainer Straße „An der Fuchshohl“ liegt noch ein total demolierter BMW. Das Foto stammt von der Neuenhainer Feuerwehr, die 15 Einsätze in ihrer nächtlichen Bilanz hat. Totalschaden: Unter dem Baum in der Neuenhainer Straße „An der Fuchshohl“ liegt noch ein total demolierter BMW. Das Foto stammt von der Neuenhainer Feuerwehr, die 15 Einsätze in ihrer nächtlichen Bilanz hat.
Main-Taunus. 

Dutzende Bäume kippten um und begruben Fahrzeuge und in Eppstein eine Stromleitung unter sich, mächtige Äste brachen krachend von den Stämmen ab. Keller liefen voll. Beim Unwetter in der Nacht zum Dienstag fegten Sturmböen auch über Teile des Main-Taunus-Kreises hinweg, richteten nach Angaben aus dem Landratsamt aber „nur Sachschäden“ an. Personen seien nicht verletzt worden, berichteten MTK-Landrat Michael Cyriax und die Einsatzkräfte gestern.

Bilderstrecke Kronberg: Das große Aufräumen nach dem Sturm-Chaos
Nach dem heftigen Unwetter am frühen Dienstagmorgen hatten Feuerwehr und Bürger alle Hände voll zu tun, die Schäden zu beseitigen. Unsere Bilderstrecke zeigt Szenen der Aufräumarbeiten.<br>Ein beschädigter Mercedes in einer Einfahrt am Park.Nach dem starken Unwetter am Dienstagmorgen laufen auch am Mittwoch (02.08.2017) noch die Aufräumarbeiten in Kronberg (Hochtaunuskreis).Ein Schild am Eingang weist daraufhin, dass der Stadtpark in Kronberg noch gesperrt ist. Nach dem starken Unwetter am Dienstagmorgen laufen auch am Mittwoch (02.08.2017) noch die Aufräumarbeiten in Kronberg (Hochtaunuskreis).

Der Wind wehte Äste durch die Luft, als wären es Streichhölzer. Hagel prasselte wuchtig und trommelnd auf Autodächer. Dellen blieben zurück. „Wir hatten hier das Gefühl, dass das regelrechte Eisballen waren“, schilderte ein Bürger aus Niederhöchstadt dieser Zeitung. „Das war alles schon sehr heftig“, erzählte Jürgen Ulbrich, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Schwalbach. Gegen 3.30 Uhr war für die Feuerwehrleute die Nacht vorbei. Die Leitstelle zählte während der Unwetter-Nacht fast 100 Einsätze.

Leitung reißt

Schon zwischen 2.40 und 3 Uhr fiel an mehreren Orten im Rheingau-Taunus-Kreis und im Main-Taunus-Kreis der Strom aus. Wie die Syna GmbH am Morgen mitteilte, verursachte eine Gewitterfront mit Blitz und Donner die Unterbrechungen. Mitarbeiter der Syna-Netzleitstelle schafften es, die Stromversorgung „nach wenigen Minuten“ wiederherzustellen.

An der Kronberger Straße in Bad Soden rissen Baumteile die Überspannungsleuchten (Freileitungsleuchten) herunter. Deswegen war die Straße in Höhe des Heinrich-Heine-Weges einen halben Tag lang gesperrt. Syna-Mitarbeiter rückten für die Reparatur an. „Unsere Arbeiten sind für heute beendet“, meldete der Versorger am Nachmittag. „Die Leuchten zur Zufahrt des Klinikums und im Parkplatzbereich sind in Betrieb.“ Die Feuerwehr entfernte Äste. Die Kronberger Straße sollte gestern Abend wieder freigegeben werden. Die Stadtverwaltung wies aber daraufhin, dass die Gefahr für Jogger und Spaziergänger im gesamten Stadtgebiet, insbesondere im Eichwald, noch nicht gebannt sei: „Weitere abgeknickte Äste und Baumkronen drohen herabzustürzen.“

Bahnstrecke war gesperrt

In Höhe der Siedlung Johanniswald sperrte die Sodener Feuerwehr die B 519 während der Nacht für eine etwa eine Stunde, weil ein Baum auf die Bundesstraße stürzte und beseitigt werden musste, wie Alexander Zengeler von der Sodener Feuerwehr sagte.

Nach Aussage von Kelkheims Stadtbrandinspektor Alexander Kolata rückten bis zu 100 Kameraden der Feuerwehr – nur die Münsterer blieben verschont und konnten durchschlafen – bis zu 40 Mal aus. Bäume landeten auf Autos – etwa am Gimbacher Weg. Bauzäune stürzten um, eine Terrassen-Abdeckung wurde vom Wind weggerissen, ebenso Spielgeräte in Gärten. Eine Bushaltestelle an der B 455 zum Rettershof war regelrecht „zugewachsen“ von abgeknickten Ästen. Viele Bäume wurden entwurzelt. „Es sah überall aus wie auf dem Schlachtfeld“, berichtet Kolata von einer „kurzen, arbeitsintensiven“ Nacht. Eine etwas längere Straßensperrung habe es nur auf der B 455 gegeben.

Der Deutsche Wetterdienst gab auch für den gestrigen Abend noch Unwetterwarnungen heraus. Daher waren die Feuerwehren auch am Tag nach dem schweren Unwetter in Alarmbereitschaft.

Ehlhalten und seine Ausfallstraßen waren in Eppstein am stärksten betroffen. Längerfristige Sperrungen der Straßen gab es laut Stadtbrandinspektor Mario Mezga aber nicht – vielleicht auch, weil bis zu 70 Einsätzkräfte der Feuerwehr mit Hochdruck arbeiteten. Am Dienstag gegen 9 Uhr wurde auf der L 3011 ein weiterer liegender Baum gemeldet. „Die Flüsse sind noch drin, da ist noch Luft“, meldete Eppsteins Bürgermeister Alexander Simon. Die Pegelstände würden regelmäßig kontrolliert, seien aber noch nicht kritisch gewesen. Der Bürgermeister erinnerte sich mit Schrecken an den Starkregen und die Erdrutsche vor drei Jahren in Niederjosbach.

In Ehlhalten und anderen Orten liefen einige Keller voll, Bilder in sozialen Netzwerken zeigen riesige Hagelkörner, zudem knickten am Friedhofen an gut zehn Tannen die Spitzen ab. In Bremthal wurde auf der Wiesbadener Straße ein Gullydeckel hochgedrückt. Das Problem sei aber weniger der Regen gewesen, sondern der starke Wind, betonten Mezga und Simon. „Der Regen ist heute Nacht quer gekommen“, sagte der Feuerwehrchef.

Am Dienstag um 4.50 Uhr fiel im Bahnhof Niedernhausen ein Baum auf die Oberleitung. „Dadurch kam es zu einem Kurzschluss und einem Stromausfall“, teilte die Bahn mit. Außerdem blockierten zwischen Niedernhausen und Höchst mehrere umgestürzte Bäume die Strecke, die gesperrt war. DB-Mitarbeiter entfernten die Bäume und reparierten die Oberleitung. Die Arbeiten waren um etwa 10.20 Uhr abgeschlossen. „Verletzt wurde nach unseren Informationen niemand“, hieß es aus der Bahn-Pressestelle. Zwischen Niedernhausen und Wiesbaden sei ein Ersatzverkehr eingerichtet worden. Alle Durchsagen am Bahnhof Höchst betrafen den Abschnitt Eppstein – Limburg und die S 5 Richtung Bad Homburg. Für Höchst-Hofheim und die S 2 wurde nur gesagt, dass die Züge ausfallen. Ersatzbusse fuhren nicht.

(wein,ask)
Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse