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Protokoller Gregor Stark: Der Blick des Narren auf die Welt

Von Gregor Stark teilt nach links und rechts gleichermaßen aus. Der Protokoller des Flörsheimer Carneval Vereins (FCV) wurde zum Auftakt der Kampagne aber auch geehrt.
Von der AfD über Trump und Kim Jong-un bis zu Erdogan: Protokoller Gregor Stark knöpfte sich die Politiker rund um die Welt vor. Foto: Hans Nietner Von der AfD über Trump und Kim Jong-un bis zu Erdogan: Protokoller Gregor Stark knöpfte sich die Politiker rund um die Welt vor.
Flörsheim. 

Die närrischen Kampagnen haben begonnen – und damit auch ein ganz besonderer Blick auf das Weltgeschehen. An Munition für politische Büttenreden sollte es diesmal keinem Aktiven fehlen. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass es noch nie so viel Gesprächsstoff gab wie zu Beginn der neuen Fastnachtssaison. Bundestagswahl, Trump und Erdogan – auch beim Flörsheimer Carneval Verein (FCV) wurde keines der zahlreichen Aufreger-Themen ausgespart. Protokoller Gregor Stark konnte gleich zu Beginn des Kampagnen-Auftakts in der Stadthalle aus dem Vollen schöpfen.

Die Jamaika-Kreuzfahrt

Thema der FCV-Kampagne ist eine Kreuzfahrt, die im Vortrag von Gregor Stark nach Jamaika führte. Auf dem Weg ans Reiseziel gebe es noch einige Klippen zu umschiffen, berichtete der Redner. Parallelen zu den laufenden Jamaika-Koalitionsverhandlungen im Bundestag waren natürlich gewollt. Stark konnte auch nicht über die deutsche Politik reden, ohne den Wahlerfolg der AfD mit einigen abfälligen Reimen aufzugreifen. Dabei kam er zu dem Schluss, dass die rechten Populisten nicht nur von Nazis gewählt wurden. „Ganz bestimmt nicht – ich bin mal so frei – da waren ganz bestimmt auch ein paar Idioten dabei“, verkündete der Flörsheimer.

Die Spannungen innerhalb der Partei thematisierte er ebenfalls. „Man hat das Gefühl, dass die AfD-Affe sich selber noch mehr als die Ausländer hasse“, reimte Gregor Stark. Ebenso energisch verurteilte der Protokoller die Gewaltbereitschaft linker Aktivisten auf dem G20-Gipfel in Hamburg: „Die Krawallmacher, die sind nur Ballast, die gehören nicht dazu, die gehören in den Knast.“

Abseits der deutschen Politik durften Seitenhiebe gegen den vielfach kritisierten US-Präsidenten Donald Trump nicht fehlen. Der habe seine schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen, betonte Gregor Stark. Das einzige Gute sei bisher, dass der amerikanische Regierungschef nichts hinkriegt. Der FCV-Protokoller machte sich über den Berater-Verschleiß des Präsidenten lustig: Berater bei Trump zu sein, sei etwa so wie die Rolle einer Frauenbeauftragten beim IS. Vor Witzen über Terroristen schreckte der närrische Aktive ebenfalls nicht zurück. Stark setzte dem Schrecken Humor entgegen, indem er die Zuhörer darüber aufklärte, dass Sekretärinnen beim IS hoch angesehen seien. „Die schaffen 400 Anschläge in der Minute“, witzelte Stark.

Doch zurück zum amerikanischen Präsidenten und dessen abwegiger Weltsicht: „Für Trump hat die Erderwärmung ihren Charme, denn ältere Männer haben es gern warm“, reimte der Flörsheimer. Darüber, dass Donald Trump dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un über Twitter den Krieg erklären könnte, macht sich Gregor Stark keine Sorgen: „Dann passiert überhaupt nix – der ignoriert das ja glatt, weil der in seinem Land kein Internet hat“, trug der Protokoller in der Stadthalle vor.

Die Nazi-Vorwürfe

Schließlich stellte der erfahrene FCV-Redner noch klar, was er vom türkischen Staatschef Erdogan und dessen Nazi-Vorwürfen in Richtung Deutschland hält: In einer gereimten Zusammenfassung schlug er gekonnt einen Bogen von Hitlers Machtergreifung nach dem Reichtagsbrand zu Erdogans autoritärer Umstrukturierung der Türkei nach dem „inszenierten Putschversuch“. „Und jetzt sag mir nochmal – du Chefmoralist – wer von uns beiden der Nazi hier ist“, tönte Gregor Stark in Richtung Erdogan.

Der Protokoller hatte am Samstag nicht nur die Ehre, die erste närrische Nummer der neuen Fastnachtskampagne auf die Bühne zu bringen: Gregor Stark wurde darüber hinaus für seine langjährige Mitgliedschaft im FCV ausgezeichnet. Der Vorsitzende Hans-Joachim Greb ehrte den Aktiven für 40 Jahre im Carneval Verein. Gregor Stark hat im Technischen Dienst mitgearbeitet und saß ab 1992 im Komitee. Seit dem Jahr 1998 beschert er den Zuschauern des FCV als Protokoller einen politischen Jahresrückblick.

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