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Der „Frankfurt Ripper“ mordet nun im Buch

Mit „Frankfurt Ripper: Aus dem Leben eines Serienkillers“ ist gestern der erste Thriller von Marc Rybicki erschienen. Damit will er es endlich zu Wikipedia schaffen.
Marc Rybicki vor dem Haus in Sindlingen, in dem sein Mörder lebt. Marc Rybicki vor dem Haus in Sindlingen, in dem sein Mörder lebt.
Frankfurt. 

Ein unscheinbarer Frührentner, der sich nachts durch Frankfurt mordet, und am nächsten Morgen freundlich grüßend die Müllsäcke entsorgt - das gibt es zum Glück nur bei Marc Rybickis Blog „Frankfurt Ripper“ (frankfurtripper.wordpress.com).

Aus der Sicht des Serienkillers Klaus Scholz aus Sindlingen bloggt der freie Journalist regelmäßig über die kürzlich begangenen Morde, mit Tatbeschreibungen, Bildern und sogar Videos. Der im Sommer gestartete Blog zählte bereits viele hundert Klicks, doch Reaktionen zeigten sich keine - weder in den Kommentaren noch durch die Polizei.

 

Sonst Kinderbücher

 

Gestern hat Rybicki, der unter dem Pseudonym Martin Olden schreibt, sein dazugehöriges Buch „Frankfurt Ripper: Aus dem Leben eines Serienkillers“ veröffentlicht. Die Idee zu dem Thriller kam dem Autor, der eigentlich Kinderbücher verfasst, vor zwei Jahren. „Nach der Veröffentlichung meines ersten Buchs wollte ein Freund einen Wikipediaartikel über mich anlegen. Dieser wurde jedoch gelöscht. Der Grund: Irrelevanz. Wir waren empört, dass zum Beispiel Serienkiller seitenlange Einträge in Wikipedia haben. Daraus entstand die Idee, auf diese Art und Weise auf mich aufmerksam zu machen“, erklärt Rybicki. Schnell wurde sein Blog über Twitter, Facebook, und andere Blogger im Netz verbreitet. „Doch abgesehen von ein paar zynischen Kommentaren gab es keine ernsthafte Reaktion, trotz der vielen Klicks“, ergänzt der 38-Jährige.

Der Blog war der Vorlauf für das nun entstandene Buch. Klaus Scholz möchte darin bekanntester Serienmörder Deutschlands werden, und macht durch absurde Morde mit den ausgefallensten Tatwaffen auf sich aufmerksam: Vom Mord mit dem Hammer über den Grillspieß bis hin zur mobilen Frisörin, die er zu sich nach Hause lockt und nach getaner Arbeit erdolcht, ist alles vertreten. In einer Tabelle vermerkt er seinen Fortschritt und vergleicht sich mit einer Rangliste anderer Serienmörder. „Ich habe gerade die Serienkiller-Hitliste gecheckt. Mit meinen fünf Opfern liege ich nicht mal unter den Top 160. Muss also noch viel mehr tun, um Bruno Lüdke zu erreichen, den größten Serienmörder der deutschen Kriminalgeschichte“, schreibt Rybicki in einem Blog-Eintrag vom 16. August.

 

Erste Lesung

 

Genutzt wird der Blog jetzt nur noch für Werbemaßnahmen, denn der Serienkiller hat sein Ziel erreicht: Er ist bekannt geworden. „Geschafft! Jetzt wird die Welt mich und meine Geschichte kennenlernen!“, heißt es. Am Freitag, 15. November ab 19:30 Uhr gibt es übrigens die Premieren-Lesung aus „Frankfurt Ripper“ in der Café Lounge Jasmin, Alt-Fechenheim 94. „Ich werde auch vor Ort sein. Haltet Ausschau nach dem Mann im Cord-Sakko!“, lautet der letzte Blog-Eintrag.

Das Buch ist für 10,50 Euro im Handel erhältlich, der Preis der eBook-Version beläuft sich auf 6,99 Euro.

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