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Ungewöhnliche Situation: Der Reitclub Heidehof hat kein festes Zuhause

Die rund 120 Mitglieder des Reitclubs Heidehof sind heimatlos. Doch der Breitensport hält sie zusammen. Und für Aktionen kommen sie bei anderen Höfen unter.
Der Vorsitzende des Reitclubs Heidehof, Kai Helmrich. Foto: (Hans Nietner) Der Vorsitzende des Reitclubs Heidehof, Kai Helmrich.
Liederbach. 

Kai Helmrich bringt die Situation des Reitclubs (RC) Heidehof auf den Punkt, die in der Region wohl einzigartig ist: „Wir haben unsere Anlaufpunkte, aber kein festes Zuhause.“ Denn der Verein arbeitet engagiert, bietet Aktivitäten an – hat aber keine Heimat. Und der Name passt auch nicht mehr: Auf dem Heidehof war er viele Jahre zu Hause. Als es nach einem Pächterwechsel vor über drei Jahren zu Problemen kam, zogen die Mitglieder aus.

Kai Helmrich ist erst seit zwei Jahren Vorsitzender des RC und wurde vor wenigen Wochen wiedergewählt. Er hat trotz der ungewöhnlichen Situation ein starkes Team an seiner Seite mit der zweiten Vorsitzenden Julie Gerbig, Schriftführerin Lena Blewitt, Kassenwartin Verena Kost, Sportwartin Beate Lossert, Jugendwartin Nicole Dannewitz und Pressewart Bernd Butzbach. Seit gut 20 Jahren gibt es den Verein, der rund 120 Mitglieder hat. Sie kommen aus dem gesamten Main-Taunus-Kreis – wie Helmrich vor allem aber aus Liederbach. Doch dort fehlt eben besagte Heimat. Der Vorsitzende freut sich, „dass der Verein immer noch zusammenhält“. Es sei mal die Frage gestellt worden, ob ein Clubleben so noch Sinn ergebe. „Es hieß dann von allen: ,Es tut doch nicht weh.’ Wir müssen die Leute nur motivieren“, sagt er.

Freundschaften geknüpft

Immerhin: Für die vielen Aktionen kommt der RC auf anderen Höfen oder bei anderen Vereinen unter. Mit Clubs aus der Region wurden einige Freundschaften geknüpft, die Motivation ist ungebrochen. Einmal im Jahr gibt es ein großes Mitgliedertreffen, dann Lehrgänge für Springreiten und Dressur, Western Reiten, eine Reiterrallye, Sternenreiten, Bogenschießen vom Pferd, Erste Hilfe am Pferd und auch den bekannten Flohmarkt für Reitzubehör (siehe Info). „Wir sind eine sehr homogene und freundschaftliche Truppe“, sagt Helmrich. Den nicht mehr passenden Namen „Heidehof“ wollte das Team mal ablegen – doch die bürokratischen Hürden seien einfach zu hoch, sagt der 37-Jährige, der zwei Söhne hat.

Kai Helmrich ist mit Pferden groß geworden. Schon als Dreijähriger saß er im Sattel, Opa und Vater seien Pferdenarren gewesen. Das passierte alles noch in seiner Heimat Duisburg. In der Teenie-Zeit sei ihm das Hobby Reiten als junger Mann schon „peinlich“ gewesen. „Das habe ich den Fußball-Kumpels verschwiegen.“

Über die Stationen Bad Soden und Sulzbach kam er nach Liederbach, wo er nun direkter Nachbar des Heidehofs ist. Damals ein Glücksgriff, denn dort stand die Oldenburger Stute La Casita, um die er sich seitdem kümmert. Inzwischen steht sie aber in Steinbach im Stall. Beruflich ist Helmrich in Bad Soden unterwegs. Hier baut er für ein US-amerikanisches Handelshaus für Großchemie eine deutsche Niederlassung auf.

Gemeinsam Spaß haben

Nach seinem Start in Liederbach lernte er Mitglieder des Vereins kennen und trat ein. Als vor zwei Jahren ein Vorsitzender gesucht wurde, „habe ich in meinem jugendlichen Leichtsinn ,Ja’ gesagt“. Helmrich, der selbst auf Springreit-Turnieren unterwegs ist, hat es nicht bereut. Er schätzt die Atmosphäre in der Gruppe. Hier werde vor allem der Breitensport gepflegt, auch wenn es einige Turnierreiter gibt. Alte Hasen und ganz Junge sind dabei, geben sich Tipps. „Wir haben gemeinsam Spaß rund ums Pferd“, fasst es Helmrich zusammen: „Viele Höfe haben ihre Vereine. Wir wollen uns niemandem aufzwängen.“ Und doch ist der Traum einer Rückkehr zum Heidehof in den Köpfen. Aktuell sei es „aber nicht in Sicht“.

(wein)

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