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Der Säu-Toni und das Antoniusfeuer

Gestern wurde die neue Antoniter-Ausstellung im Stadtturm hinter der Justinuskirche eröffnet. Zuvor wurde der Abschluss der Restaurierungsarbeiten am Hochaltar mit einer Messe gefeiert.
Harald Leimsner hat die Ausstellung mit aufgebaut. Harald Leimsner hat die Ausstellung mit aufgebaut.
Höchst. 

Es war eine Messe für alle lebenden und alle verstorbenen Stifter der Justinuskirche, und so mancher konnte Stolz auf sein Werk sein: Die Justinuskirche ist ein Kleinod, weil die Stiftergemeinschaft sich für den Erhalt dieser ältesten Kirche Frankfurts einsetzt. Erst vor einigen Wochen konnten die Restaurierungsarbeiten am barocken Hochaltar abgeschlossen werden, die im Dezember begonnen hatten (wir berichteten). Vor fast 30 Jahren hatte sich die Stiftergemeinschaft das Ziel gesetzt, die Erhaltung und Restaurierung der Justinuskirche aktiv zu unterstützen. Mit der Eröffnung der kleinen Antoniter-Ausstellung im Stadtturm hinter der Kirche konnte ein weiteres Mosaiksteinchen in das Gesamtbild eingefügt werden: Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Geschichte der Antoniter in Höchst, ihr medizinisches Wirken gegen das "Antoniusfeuer", eine Krankheit, die durch den Verzehr von pilzverseuchtem Getreide entsteht, und ihre "Quest" genannten Almosen-Sammelfahrten.

Schweinepriester

Und die Besucher erfahren, warum der Heilige Antonius oft mit einem Schwein abgebildet wird, warum er auch "Säu-Toni" genannt wird und was das ganze mit dem Schimpfwort "Schweinepriester" zu tun hat.

1441 siedelte das Antoniterkloster aus Roßdorf bei Hanau nach Höchst um, und die Justinuskirche war fortan auch Klosterkirche. Die Antoniter gaben im Jahr 1442 den Bau des spätgotischen Chors in Auftrag. Der ältere karolingische Teil diente als Pfarrkirche für die Gemeinde, während der abgeteilte Chor den Antonitern vorbehalten war. Das Antoniterkloster wurde 1802 aufgelöst.

Malerisches Fleckchen

Der Stadtturm liegt im Justinusgarten und ist der Eckturm der ersten Höchster Stadtbefestigung. Das Liegenschaftsamt der Stadt hat ihn der Stiftergemeinschaft nach der Restaurierung kostenlos zur Nutzung überlassen. Im Garten, der wie die Justinuskirche selbst ebenfalls zu festen Zeiten besucht werden kann, zieht ein Team von ehrenamtlichen Helfern der Stiftergemeinschaft seit Jahren Pflanzen nach dem Vorbild der Antoniter, deren mittelalterliche Medizin eine Kräutermedizin war. Breit- und Spitzwegerich, Eisenkraut, Klatschmohn, Drüsenwurz oder Taubnessel gehörten in die Apotheke der Chorherren. Weit über 300 verschiedene Pflanzen erfreuen heute die Besucher.

Im Garten der Justinuskirche sind außerdem einige historische Grabsteine aufgestellt. Einige Besucher waren gestern anlässlich der Eröffnung der Ausstellung zum ersten Mal im Justinusgarten, einem der malerischsten Fleckchen Höchsts. "Die Höchster kommen selten. Es kommen vorrangig Leute aus ganz Deutschland", schmunzelte Ernst-Josef Robiné, der Vorsitzende der Stiftergemeinschaft.hv

Öffnungszeiten von Kirche, Garten und Antoniter-Ausstellung: Di. bis So. von 14 bis 17 Uhr

(Holger Vonhof)
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