Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Hofheim am Taunus 20°C

Die Deutschlandpremiere

Den Freiheitskampf der schottischen Clans im 14. Jahrhundert verarbeitet „Bruce 700“. Am Wochenende war das mehrteilige Orchesterwerk erstmals in Deutschland zu hören.
Hofheim. 

Eindringlich durchdrang der nasale Pfeifton den großen Saal der Stadthalle, gestützt, getragen von einem schnarrenden Bordun. Die zehnfache Kraft des Dudelsacks schilderte plastisch den Aufmarsch der schottischen Krieger, die vor mehr als 700 Jahren unter ihrem Anführer Robert „the Bruce“ für die Freiheit ihres Landes in den Kampf zogen.

Facettenreich

Ebenso farben- wie facettenreich erweckten die Sinfonietta der Hofheimer Musikschule, Mitglieder der Hofheimer Dudelsackakademie sowie das Ensemble „Homebound“ die atmosphärisch dichte, fesselnde Komposition „Bruce 700“ von Allan McDonald und Neil Johnstone zum Leben.

Die weniger lautmalerische, dafür gefühlsgesättigte, gleichwohl nicht schwülstige Musik nährte die Vorstellungskraft und löste beim Zuhörer der Deutschlandpremiere ein bilderreiches Ohrenkino aus. Der Leidensdruck der Schotten im Vorfeld der Schlacht am Flüsschen Bannockburn wurde ebenso greifbar wie ihr Mut, sich einem vielfach überlegenen Gegner zu stellen, oder der mühsame Prozess der Vereinigung der doch sehr auf Eigenständigkeit bedachten Clans. Sich das brutale Gemetzel Mann gegen Mann auszumalen, viel Phantasie bedurfte es dazu nicht. So zählten das Lamento und die Totenklage zu den berührendsten Momenten der Aufführung. Zumal das gemischte Klassik-Folk-Orchester hier unter Neil Johnstones Leitung sehr intensiv, sehr beredt agierte.

Eine mühsam errungene, mit vielen Menschenleben bezahlte Freiheit steht am Ende des Werks, das nicht triumphal, sondern dankbar bewegt schließt. Der Komponist selbst, Allan McDonald, schlüpfte für die Dankesrede in die Rolle des legendären Robert Bruce. Die Idee der Freiheit bilde das Grundelement der Komposition, sagte Moderator Volker Rebell. Sie sei gerade im 21. Jahrhundert ein Thema von zeitloser Aktualität, denn Freiheit und Selbstbestimmung seien erneut Gefahren und Bedrohungen ausgesetzt. „Freiheit heißt Freiheit der Andersdenkenden und Andersgläubigen. Das sei allen Islamisten, Salafisten und Extremisten jeder Couleur ins Stammbuch geschrieben“, unterstrich der Radiomoderator des Hessischen Rundfunks.

Von Cello bis Tanpura

Den ersten Teil des Konzerts, der mehr darstellte als nur ein „Vorprogramm“, bestritt das Ensemble „Homebound“. Die international besetzte Gruppe bot Ausschnitte aus ihrem aktuellen Programm „Adroneline“. Der Titel greift das englische Wort „Drone“ für Bordun auf, den „Brummbaß“ des Dudelsacks. Die Musiker warteten mit einer reichen Farbpalette auf. Dazu zählten Cello, Harfe, Dudelsack, Gitarre, Tanpura, eine Laute mit langem Hals, bis hin zu Schlagzeug und Didgeridoo, einem Blasinstrument der australischen Aborigines. Besonders gefielen der orientalisch stimmungsvolle „Prince of Persia“ sowie eine symbiotische Verschmelzung eines irischen Volksliedes mit mittelalterlichem Gesang.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse