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Die Justinuskirche, wie sie früher aussah

Gestern ist eine Stele mit einem Modell des karolingischen Ursprungsbaus vor der Justinuskirche aufgestellt worden. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 10 000 Menschen die Kirche.
Steinmetzmeister Martin Stein (r.) hat gestern mit Armin Jedlitschka die Stele gesetzt und das Modell darauf positioniert.	Foto: Maik Reuß Foto: Maik Reuß Steinmetzmeister Martin Stein (r.) hat gestern mit Armin Jedlitschka die Stele gesetzt und das Modell darauf positioniert. Foto: Maik Reuß
Höchst. 

Kunsthistoriker, die die Entstehung der Justinuskirche auf die Zeit um 1090 datieren wollen, haben einen herben Dämpfer erlitten: Die Untersuchung eines Balkens in der Kirche mit der Radiokarbonmethode (C14-Methode) hat ergeben, dass er um 850 verbaut worden ist. Damit wurde eine dendrochronologische (Jahresringe-) Untersuchung bestätigt: Die Justinuskirche ist die älteste Kirche Frankfurts, eines der ältesten erhaltenen Gotteshäuser nördlich der Alpen und wird seit mehr als 1150 Jahren durchgehend als Kirche genutzt. In dieser Zeit hat sie sich durch An- und Umbauten stark verändert. Wie der ursprüngliche, der karolingische Kirchenbau nach seiner Fertigstellung im 9. Jahrhundert aussah, zeigt seit gestern ein Modell, das auf einer Sandstein-Stele vor der Kirche steht.

Der Steinmetzmeister Martin Stein aus Karlstein hat das Modell gefertigt und aufgestellt; finanziert wurde es über eine Spende der Fischerzunft Höchst. Stein hat schon mehrfach in der Justinuskirche gearbeitet: Die Restaurierung und der Umzug der historischen Grabdenkmäler, die Restaurierung der Portalheiligen Paulus und Antonius Abbas, des Taufbeckens mit seinen Löwen und diverser Schlusssteine gehen auf sein Konto.

Eine Säulenbasilika

Die karolingische Kirche sieht anders aus als die Kirche, die man heute kennt. „Ein großer Teil dieser karolingischen Bausubstanz ist noch immer im Innern der Justinuskirche sichtbar, zum Beispiel die einmaligen Säulenarkaden mit den wunderschönen Blattkapitellen und Kämpfern, nicht jedoch von außen“, sagt Ernst-Josef Robiné, der Vorsitzende der Stiftergemeinschaft Justinuskirche. Das habe den Verein bewogen, die Stele vor die Kirche zu stellen – in Absprache mit Denkmalschutz, Kirchengemeinde und Bistum.

Das Modell zeigt, wie die Justinuskirche ursprünglich ausgesehen hat: Eine dreischiffige Säulenbasilika mit drei querliegenden rechteckigen Sanktuarien und drei Apsiden. Die Kirche hatte zur Bauzeit noch keinen Turm. Er wurde um 1090 errichtet, aber zu dieser Zeit waren die Seitenapsiden bereits abgebrochen. Der Eingang der karolingischen Kirche lag auf der Westseite im „Kirchgärtchen“, dort, wo heute das barocke Ochsenaugenfenster zu sehen ist.

Neue Projekte angehen

In diesem Jahr will die Stiftergemeinschaft den Haupteingang, die mittlere Kapelle und die Antonius-Kapelle reinigen und neu streichen, den „schwarzen Spenden-Engel“ überarbeiten und die vier barocken Stuck-Figuren aus dem Bolongaropalast, die auf Wandpodesten stehen, reinigen und restaurieren lassen. Auch das bereits restaurierte Bild der Grablege nach Hugo von der Goes aus dem späten 15. Jahrhundert wird wieder aufgehängt. Insgesamt stellt der Verein 2015 rund 30 000 Euro zur Verfügung, aufgebracht durch Mitgliedsbeiträge, Einnahmen aus Führungen, Bücher- und CD-Verkauf sowie Spenden. An den Restaurierungskosten beteiligt sich das Bistum mit je der Hälfte.

Und der Besucherzuspruch wächst, nicht zuletzt dank der Aufnahme der Justinuskirche in den offiziellen Jakobsweg und die Aufnahme Höchsts in die Fachwerkstraße. „Es kommen verstärkt asiatische Touristen“, sagt Ernst-Josef Robiné. Im vergangenen Jahr konnten weit über 10 000 Besucher gezählt werden. Einziges Manko: Schulklassen ließen sich im vergangenen Jahr überhaupt nicht blicken.

Auf der Kuratoriumssitzung der Stifter, die vom Ehrenvorsitzenden und Stifter-Gründer Erhard Bouillon geleitet wurde, ist Gisela Haug-Gassner aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand ausgeschieden. Als Beisitzer in den Vorstand wurde Holger Vonhof gewählt.

Kontakt unter Telefon (06196) 6 37 86, per E-Mail an kontakt@justinuskirche.de oder unter www.justinuskirche.de

(hv)
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