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Die Phrix brennt lichterloh

Von 100 Feuerwehrleute und Rettungssanitäter rückten gestern Morgen aus. Der Eigentümer hat eine Vermutung für die Ursache des Feuers.
Löschangriff von der Drehleiter.	Foto: Reuß Löschangriff von der Drehleiter. Foto: Reuß
Okriftel. 

Schwarze Rauchwolken über Okriftel, grelle Flammen in der Phrix: Ein Großbrand auf dem Gelände der alten Papierfabrik in der Rheinstraße hat gestern Morgen nicht nur die Feuerwehr in Atem gehalten, sondern auch andere Frühaufsteher im Rhein-Main-Gebiet. Auch aus Mainz und aus dem Taunus war der Qualm zu sehen. Sogar der Frankfurter Flughafen meldete sich bei der Leitstelle, weil aufgrund der großen Rauchentwicklung eine Beeinträchtigung des Flugverkehrs befürchtet wurde.

So schlimm kam es aber nicht: Die Feuerwehren aus dem Stadtgebiet um Einsatzleiter David Tisold dämmten den Brand relativ schnell ein. Nur in der ersten Stunde ihres Einsatzes hatten sie an dem etwa 25 Meter hohen, unbewohnten Gebäude, das hinter dem Penny-Markt steht, mit einer sehr starken Rauchentwicklung zu kämpfen. Bis das Feuer komplett gelöscht war, dauerte es allerdings lange: siebeneinhalb Stunden. Und das, obwohl rund 100 Einsatzkräfte, inklusive Rettungssanitäter, beteiligt waren. "An die Glutnester konnten wir nur schwierig herankommen", sagte Tisold, "erst als wir das Gebäude mit Schaum fluteten, hat es aufgehört". 40 Atemschutzgeräte verbrauchten die Einsatzkräfte, die im Wechsel im und vor dem Gebäude sowie von der Drehleiter aus löschten. "Das ist sehr viel, bei einem normalen Wohnungsbrand benötigen wir vier bis sechs", erklärte Tisold. Das Gebäude ist sehr baufällig. Dies habe die Löscharbeiten erschwert.

Alarm um 6.14 Uhr

Um 6.14 Uhr hatte Georg Scheele die Feuerwehr alarmiert. Der freischaffende Künstler besitzt im Nachbargebäude, das die Phrix-Künstlergemeinschaft beheimatet, ein Atelier. Nur sechs Minuten später trafen die ersten Einsatzkräfte ein.

Warum das Feuer in der sogenannten Neuen Kocherei ausbrach, ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Auch der Schaden konnte gestern nicht beziffert werden. Fakt ist, dass drei große Silos aus Holz, in denen früher Papierschnipsel aufgekocht wurden, in Flammen aufgegangen sind.

Es könnte sein, dass das mit den Demontagearbeiten des Phrix-Inhabers zu tun hat. Wie Daniel Schäfer, Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft, dem Kreisblatt sagte, habe er eine Firma beauftragt, Stahl aus dem mehrstöckigen Gebäude herauszubrennen. Bei diesen Arbeiten könnte es passiert sein, meint Schäfer, dass Funken ein Glimmen von uralten Papierresten verursacht haben.

Osteuropäische Banden

Zur Demontage des Stahls habe er sich entschieden, weil in letzter Zeit mehrere Male osteuropäische Banden auf dem alten Fabrik-Gelände gesichtet worden seien, die nach verwertbarem Schrott gesucht hätten.

Dem Schaden in der Neuen Kocherei weint Schäfer nicht hinterher, denn mit dem Gebäude sei ohnehin nichts mehr anzufangen. Eine Umwidmung des baufälligen Komplexes sei auch vorher für ihn nicht in Frage gekommen. An einen Abriss denkt er aber genauso wenig. Der sei viel zu teuer. "Die Millionen habe ich nicht." Ganz zu schweigen von den Schadstoffen, die vermutlich im Boden zu finden sind. Deshalb kümmert sich der Okrifteler, dessen Vater einst die Phrix aus der Konkursmasse der Papierfabrik gekauft hat, lieber darum, die vermieteten Räume im Nachbar-Trakt in Schuss zu halten.

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