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Vockenhausen: Die Stadt Eppstein plant ihren ersten Naturkindergarten

Von Eppstein soll eine Natur-Kindertagesstätte bekommen. Das verbreitert das Angebot, schafft kurzfristig notwendige Plätze und kostet nicht zu viel.
Erste Stadträtin Sabine Bergold zeigt’s an: Auf diesem grünen Gelände am Bündelberg soll die Natur-Kita entstehen. Foto: Knapp Erste Stadträtin Sabine Bergold zeigt’s an: Auf diesem grünen Gelände am Bündelberg soll die Natur-Kita entstehen.
Vockenhausen. 

Mit der Idee eines Naturkindergartens trägt sich die Erste Stadträtin Sabine Bergold, in der Verwaltung für die Kinderbetreuung zuständig, schon eine Weile. Insofern war sie gedanklich nicht ganz unvorbereitet, als sich herausstellte, dass im nächsten Jahr in der Burgstadt rechnerisch 27 Kindergartenplätze fehlen werden. 2017 deutete sich eine solche Entwicklung zwar schon an, aber da konnte die Verwaltung noch davon ausgehen, dass die Eröffnung einer zusätzlichen Gruppe in der Katholischen Kindertagesstätte Bremthal ausreichen würde. Erst neuerdings wurde klar, dass dies nicht alle Probleme löst.

Also soll eine Natur-Kindertagesstätte her. Auf die Schnelle hätte die Stadt ein eigenes Grundstück für einen neuen Kindergarten nicht gefunden, sagt Bergold, ein Kauf verbot sich aus finanziellen Gründen. Aber ein zur Villa Bündelberg gehörendes Grundstück wurde einst der Stadt unter der Auflage vererbt, dass es für soziale Zwecke genutzt wird – und genau das soll dort passieren. In der Villa selbst befindet sich eine Seniorenwohnanlage, und ein Zimmer dort könnte für die Kinder als Schutzraum bei Extremwetterlagen genutzt werden.

Forstwagen im Park

Auf dem parkähnlichen Grundstück befinden sich alte Bäume und gepflasterte Terrassen, heißt es in einer Vorlage für die Stadtverordneten, die das Projekt am Montag, 10. September, im Sozialausschuss – ab 19.30 Uhr im Rathaus Vockenhausen – beraten sollen. Eine Mauer, Zäune und Sträucher grenzen es von der Umgebung ab. Die Idee unterscheidet sich dadurch auch von einem Waldkindergarten, in dem es zwar einen festen Bereich gibt, in dem die Kinder sich aufhalten, der aber nicht von der Umgebung abgetrennt ist.

Betrieben werden soll die Einrichtung von der DRK Familiendienste gGmbH, die bereits die Kita „Zwergenburg“ in Niederjosbach betreibt. Das Rote Kreuz hat schon ein Konzept geschrieben. Geplant wird, zwei Forstwagen aufzustellen, davor eine Fläche mit Baumstämmen zum Sitzen. Der Platz ist als Kita-Mittelpunkt wichtig. Außerdem soll es einen Bereich mit Beeten geben, eine Spielfläche auch mit Werkstatt, einen Platz zum Hüttenbauen, Weidentipis und anderes mehr.

Nach den bisher entwickelten Vorstellungen sollen dort mindestens 15 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Wechsel in die Grundschule betreut werden. Täglich von 8 bis 15 Uhr soll die Natur-Kindertagesstätte geöffnet sein. Die Stadt rechnet mit Kosten zur Einrichtung von 125 000 Euro, wobei größte Einzelposten die Strom- und Wasseranschlüssen sowie der Kauf von Bau- oder Forstwagen sind. Für den aktuellen Haushalt ist dies keine zusätzliche Belastung, weil die Felssicherung am Rande der Altstadt deutlich preiswerter geworden ist und so aus diesem Topf noch Mittel übrig sind. Die Stadt rechnet mit laufenden Kosten von 15 000 Euro jährlich.

Das sind Beträge, die weit unterhalb der sonst üblichen Kosten für den Bau und Betrieb von Kindertagesstätten sind. „Eppstein ist finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet“, macht Bergold deutlich, dass dies ein starkes Argument ist. Dazu kommt aber auch, dass es ein neues Kindergartenangebot gibt, das sicher auf Interesse stößt. Dies jedenfalls ist die Erfahrung mit Naturkindergärten in anderen Kommunen. Und schließlich lässt sich das Vorhaben recht schnell realisieren – mutmaßlich ist die Einrichtung betriebsbereit, noch bevor es für einen herkömmlichen Neubau auch nur eine Baugenehmigung gibt. Freilich wird aus dem Vorhaben nur etwas, wenn auch die Stadtverordneten einverstanden sind.

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