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Kein Lagerdenken mehr: Diese Politiker wollen den politischen Stil in Flörsheim ändern

Von Lagerdenken soll es nicht mehr geben, sagen die Spitzen von CDU, Galf, dfb und FDP. Fürs weitere Vorgehen nach der Bürgermeisterwahl haben sie einen „Meilensteinplan“ – und der Wahlsieger genießt es, getragen zu werden.
Der frisch gewählte Bürgermeister Bernd Blisch (vorne) weiß die Spitzen des Viererbündnisses hinter sich: Renate Mohr (Galf), Marcus Reif (CDU), Thomas Probst (dfb), Thorsten Press (FDP) und Christopher Willmy (CDU). Foto: Hans Nietner Der frisch gewählte Bürgermeister Bernd Blisch (vorne) weiß die Spitzen des Viererbündnisses hinter sich: Renate Mohr (Galf), Marcus Reif (CDU), Thomas Probst (dfb), Thorsten Press (FDP) und Christopher Willmy (CDU).
Flörsheim. 

Flörsheim ist im Blisch-Fieber. So klingt es zumindest, wenn der Sieger der Bürgermeisterwahl von seinen jüngsten Erlebnissen spricht. Dr. Bernd Blisch erzählt, dass ihm Jugendliche nach seinem Wahlerfolg die Hand schütteln wollten. Auf Schulhöfen seien die Blisch-Anstecker getauscht worden, mit denen der Wahlkämpfer in den vergangenen Wochen für sich warb. „Es ist eine wunderbare Erfahrung, so getragen zu werden“, sagt der 55 Jahre alte Historiker.

Bernd Blisch hat noch etwas Zeit, bis er seinem erfolgreichen Wahlkampf Taten folgen lassen muss. Erst am 1. November übernimmt er das Amt von Michael Antenbrink (SPD). Trotzdem wird der Wahlsieger die nächsten Monate nicht untätig verbringen. Blisch möchte Gespräche mit Antenbrink und dem Ersten Stadtrat Sven Heß (Galf) führen. Auch die Amtsleiter in der Verwaltung will der künftige Rathauschef bald kennenlernen.

Vorbereitungen für die interkommunale Zusammenarbeit entlang der Mainschiene schweben dem Christdemokraten ebenfalls vor. Signale aus Hattersheim und Hochheim habe es bereits gegeben, sagt Blisch. Der Hattersheimer Verwaltungschef Klaus Schindling (CDU) gratulierte am Sonntag sogar persönlich zum Wahlsieg.

Öffentliche Dankesfeier am 10. Juni

Die sonst üblichen Dankeschön-Aufkleber auf Plakaten wird es nach Bernd Blischs Wahlsieg nicht geben. Stattdessen möchte sich der Gewinner der Bürgermeisterwahl mit einem großen Fest bei seinen Unterstützern

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Dr. Bernd Blisch ist künftig nicht nur seiner Partei verpflichtet. Der Flörsheimer hat einen Wahlkampf als unabhängiger Kandidat des Viererbündnisses aus CDU, Galf, dfb und FDP geführt. Nun gilt es, die Wünsche aller vier Fraktionen unter einen Hut zu bringen. Ihren Zusammenhalt sehen die Köpfe des Bündnisses nach der Wahl nicht gefährdet. „Wir sind nicht nur angetreten, um einen neuen Bürgermeister zu finden, sondern auch um eine gute Kommunalpolitik zu machen“, erklärt Renate Mohr, Fraktionsvorsitzende der Grünen Alternativen Liste Flörsheim (Galf).

CDU-Vorstandsmitglied Marcus Reif erläutert, dass sich die vier Fraktionen zusammengetan haben, um den politischen Stil zu verändern. Ein Lagerdenken, wie es die SPD pflege, werde es nicht mehr geben. Reif verspricht eine offene Art, mit Problemen umzugehen.

Dazu hat Bernd Blisch auch die Sozialdemokraten eingeladen. Ein gemeinsames Feindbild sei für das Funktionieren des Viererbündnisses nicht nötig. „Jetzt geht es doch erst los“, sind sich die vier Fraktionschefs einig. „Wir wollen etwas für Flörsheim tun“, betont Thomas Probst von den Freien Bürgern (dfb). Die Erwartung von Taten verbinde, ergänzt FDP-Fraktionschef Thorsten Press. „Darauf haben wir lange genug gewartet.“

Einig sind sich die Bündnispartner anscheinend auch bei der Ermittlung des künftigen Ersten Stadtrats an Blischs Seite. Die Amtszeit von Sven Heß endet Mitte 2019. Das Viererbündnis habe bereits vor über einem Jahr in einen „Meilensteinplan“ festgelegt, wann es solche wichtigen Ziele diskutiert, sagt Marcus Reif. Auf die Besetzung des Ersten Stadtrats wolle sich die Gruppe erst 2019 festlegen. „Es gibt keine Eile“, erklärt Renate Mohr.

Stadtentwicklung und mehr

Bernd Blisch möchte die derzeit ruhenden Planungen für ein Flörsheimer Stadtentwicklungskonzept voranbringen und junge Start-Up-Unternehmer in der Altstadt ansiedeln. Den Bündnispartnern, die hinter ihm stehen liegen weitere Themen am Herzen: Unter anderem soll die räumliche Situation in der Weilbacher Kita Pusteblume verbessert werden und das ehemalige Hortgebäude an der Riedschule wieder für Kinderbetreuung genutzt werden.

CDU-Fraktionvorsitzender Christopher Willmy weist darauf hin, dass es eine lange Liste von Anträgen gebe, die nicht abgearbeitet sind. Ablehnend steht das Viererbündnis einer übereilten Bebauung auf der Fläche „Am Goldborn“ in Wicker gegenüber. Die derzeitigen Pläne eines Investors würden dem geplanten Stadtentwicklungskonzept vorausgreifen.

Ungewollte Unterstützung erhielt Bernd Blisch kurz vor der Wahl vonseiten der AfD. Die Jugendorganisation der Rechtspopulisten sprach im Internet Wahlempfehlungen für ihn aus. Er sei überrascht und kenne niemanden aus dieser Ecke, weist Blisch die Verbindung zurück. Er habe einen Wahlkampf gemacht, der zusammenführt. „Das passt nicht zu einer Partei, die spaltet und ausgrenzt“, so der Flörsheimer.

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