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Nur ein „Sturm im Wasserglas“?: Diskussion in Flörsheim: Streetball:Kritik an Antenbrink

Von Der Sozialausschuss hatte Markus Singer von der Flörsheimer Jugendberatung zur Diskussion über eine Streetballanlage eingeladen. Weil Bürgermeister Michael Antenbrink Einspruch erhob, durfte der Experte allerdings nicht reden.
Renate Mohr Bilder > Foto: Hans Nietner Renate Mohr
Flörsheim. 

Die Nerven scheinen blank zu liegen. Kurz vor Weihnachten ist das politische Miteinander in Flörsheim alles andere als besinnlich. Bei der letzten Sozialausschusssitzung des Jahres gab es eine Konfrontation, obwohl es eigentlich wenig zu diskutieren gab. Auf der einen Seite steht SPD-Bürgermeister Michael Antenbrink, der seine Positionen durchsetzen möchte, auf der anderen ein Mehrheitsbündnis, das eigene Ideen verfolgt und dem Rathauschef genau auf die Finger schaut. Darunter leiden mittlerweile die sachliche Diskussion und die Meinungsbildung.

Auf der Tagesordnung des Sozialausschusses stand die Beratung über die Verlegung der Streetballanlage an der Werner-von-Siemens-Straße. Was zunächst wenig spektakulär klingt, ist in Flörsheim ein heikles Thema: Die Auffassung des Viererbündnisses von CDU, Galf, dfb und FDP weicht nämlich von der Position der SPD und des Bürgermeisters ab.

Genau wie Verwaltungschef Antenbrink, vertreten die Sozialdemokraten die Ansicht, dass die Anlage auf das naturnahe Spielgelände am Stadtrand verlegt werden soll, um Anwohner vor Lärm zu schützen. Das Viererbündnis möchte das Geld für einen Umzug sparen und zunächst versuchen, ob die Flörsheimer Jugendarbeit für Verbesserungen am momentanen Standort sorgen kann.

In der Stadtverordnetenversammlung einigten sich alle Fraktionen darauf, dass die Verwaltung im Sozialausschuss neue Vorschläge vorlegt. Markus Singer von der Mobilen Beratung sollte in die Diskussion eingebunden werden.

Singer war einer Einladung des Ausschusses in die erste Sitzung nach der Stadtverordnetenversammlung gefolgt. Weil die Verwaltung noch keine neuen Vorschläge zur Streetballanlage ausgearbeitet hatte, wurde das Thema dort aber nur kurz behandelt.

Am Montag stand nun die nächste Sitzung des Ausschusses an – als Gast saß erneut Jugendarbeiter Markus Singer in der Runde. Weil Erster Stadtrat Sven Heß (Galf) aus gesundheitlichen Gründen fehlte, begleitete als Vertreter des Magistrats Bürgermeister Michael Antenbrink die Sitzung.

Alternative Ideen für die Zukunft der Streetballanlage gab es von Verwaltungsseite auch diesmal nicht. Antenbrink schlug darum vor, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen. „Es gibt hier heute nichts zu beraten“, habe der Bürgermeister erklärt, berichtet Ausschussvorsitzende Renate Mohr (Galf) dem Kreisblatt.

Ob der Ausschuss etwas zu beraten habe, bestimme immer noch sie, kritisiert Mohr. Sie habe deshalb auf Markus Singer verwiesen und angemerkt, dass der Jugendarbeiter vielleicht noch einige Vorschläge zum Thema hat. Der Bürgermeister habe sich jedoch geweigert, Singer das Wort zu erteilen.

Als die Ausschussvorsitzende den Jugendarbeiter kurz darauf ansprach, sei sie von Antenbrink unterbrochen und aufgebracht angefahren worden. Dabei habe sie den umsonst angereisten Markus Singer nur verabschieden wollen. Die Nerven scheinen tatsächlich blank zu liegen.

Renate Mohr wundert sich über das Verhalten des Rathauschefs: Sie habe Verständnis dafür, dass die Verwaltung noch keine neuen Pläne für die Streetballanlage liefern konnte, sagt die Galf-Vertreterin. Wenn es die nicht gebe, könne man aber doch wenigstens nach weiteren Anregungen fragen.

Thomas Probst von den Freien Bürgern (dfb) protestierte während der Sitzung. Für ihn ist die Situation klar: Der Bürgermeister habe Singer nicht zu Wort kommen lassen, weil der Jugendarbeiter sich in der vorigen Ausschusssitzung gegen die Verlegung der Streetballanlage ausgesprochen habe, meint Probst. Durch das Verhalten des Bürgermeisters sehe er das gute Miteinander im Ausschuss eingeschränkt. „Das ist Zensur“, so der dfb-Fraktionschef.

Für Michael Antenbrink ist die Situation nicht der Rede wert. „Das ist ein Sturm im Wasserglas“, sagt der Verwaltungschef auf Kreisblatt-Nachfrage. Der Antrag zur Streetball-Anlage habe auf der Tagesordnung gestanden, obwohl man sich einig gewesen sei, dass er dort wegen der fehlenden Informationen aus dem Magistrat nicht hingehöre.

Das Thema sei im Ausschuss bereits erledigt gewesen, als Renate Mohr Markus Singer ansprechen wollte. Wer für den Magistrat rede, bestimme aber immer noch der Bürgermeister. „Ich lasse doch jetzt nicht einfach etwas in den Raum stellen“, sagt Antenbrink. Der Ausschuss habe beschlossen, dass das Thema vom Tisch sei. Wenn sich Thomas Probst nicht aufgeregt hätte, wäre die Sache direkt erledigt gewesen, sagt der Verwaltungschef. Probst habe einfach keine Ahnung von der Rechtslage gehabt.

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