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Diskussion ums Nieder Tor

Der Arbeitskreis „Verkehr in Nied“ will bei den Planungen für die Umgestaltung der Kreuzung an der Markuskirche in Nied Dampf machen und seine eigenen Vorschläge besser berücksichtigt sehen.
Die Kreuzung am „Nieder Tor“ soll zu einem Kreisverkehr umgestaltet werden. Der Stadtteil-Arbeitskreis „Verkehr in Nied“ kritisiert jedoch die städtischen Vorplanungen und sieht seine Verbesserungsvorschläge zu wenig beachtet.	Foto: Maik Reuß Die Kreuzung am „Nieder Tor“ soll zu einem Kreisverkehr umgestaltet werden. Der Stadtteil-Arbeitskreis „Verkehr in Nied“ kritisiert jedoch die städtischen Vorplanungen und sieht seine Verbesserungsvorschläge zu wenig beachtet. Foto: Maik Reuß
Nied. 

Immer wieder vertröstet worden sind die Nieder, haben gewartet, großmundigen Ankündigungen gelauscht und wieder gewartet. Sei es beim Bahnübergang an der Oeserstraße, dessen Beseitigung seit Jahrzehnten diskutiert wird, oder bei der Umgestaltung des „Nieder Tors“, der Kreuzung von Mainzer Landstraße, Nieder Kirchweg und der Straße Alt-Nied. 2008 war von den Stadtverordneten eine „Offensive für Nied“ beschlossen worden, die auch die Umgestaltung des Stadtteil-Entrées vorsah. Im Mai vergangenen Jahres versprach Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) bei einem Rundgang im Stadtteil, die ins Stocken geratenen Planungen voranzutreiben. Zuletzt wurden im Oktober im Ortsbeirat und noch einmal im Dezember auf einer Veranstaltung der SPD im Saalbau Nied Pläne vorgestellt, die nicht gerade Begeisterung bei den Anliegern auslösten.

Der Arbeitskreis plädiert für eine Bus- und Tram-Haltestelle auf Höhe der Wendeschleife. Bild-Zoom
Der Arbeitskreis plädiert für eine Bus- und Tram-Haltestelle auf Höhe der Wendeschleife.

Der Arbeitskreis „Verkehr in Nied“, eine Gruppe an der Zukunft ihres Stadtteils interessierter Bürger, stellte seine Gegenplanungen vor – keine Irrlichterei, sondern von einem Architekten entworfene Ideen. Im Stadtteil gärt es; immer mehr Bürger sind der Meinung, dass Nied von der Stadt vernachlässigt und immer wieder hingehalten wird.

 

„Kontraproduktiv“

 

Geschehen ist seit der Vorstellung der Pläne nach Wahrnehmung der Bürger nichts. Die Mitglieder des Arbeitskreises „Verkehr in Nied“ hegen starke Zweifel an der Nachhaltigkeit der Erstfassung der Pläne zum „Nieder Tor“. Die Vorplanungen bringen „geringen bis kontraproduktiven, keinesfalls aber einen nachhaltig verkehrstechnischen Mehrwert“, heißt es in einem Schreiben des Arbeitskreises an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Planungsdezernent Olaf Cunitz. Nach Meinung dieser Nieder Gruppe würden einzelne Aspekte zu stark gewichtet, dafür aber andere – wie etwa die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum – vernachlässigt. Darauf legt der Arbeitskreis „Verkehr in Nied“ großen Wert: Die Aufenthaltsqualität soll steigen, der Verkehr reduziert werden.

Die Stadt möchte die Straßenbahnhaltestellen vor dem Rewe-Markt zusammenlegen. Bild-Zoom
Die Stadt möchte die Straßenbahnhaltestellen vor dem Rewe-Markt zusammenlegen.

Zentrale Punkte sind der Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr und die Neuordnung der Straße Alt-Nied. Die Ausgangslage ist schwer: An der Kreuzung muss auch die Trasse der Straßenbahn berücksichtigt werden, die Verkehrsanbindung des Neubaugebiets im „Nieder Loch“, der Senke an der Straßenbahn-Wendeschleife, und die im Volksmund „kleine Mainzer“ genannte Straße vor dem Geschäfts- und Wohnhaus an der Ecke Alt-Nied / Mainzer Landstraße, die im Einrichtungsverkehr parallel zur Hauptverkehrsstraße zur Luthmerstraße führt. Bei den städtischen Planungen lag hier die Crux: Diese viel genutzte Zufahrt zum Saalbau Nied würde wegfallen – wie auch 16 von derzeit 24 Parkplätzen in der Straße Alt-Nied.

Bedenken gibt es auch gegenüber den Plänen der Stadt, die beiden bislang versetzten Straßenbahn-Haltestellen in der Mitte der Mainzer Landstraße vor der Ladenzeile zu bündeln. Die Mitglieder des Arbeitskreises „Verkehr in Nied“ sind zwar auch für eine Bündelung, allerdings auf der anderen Seite, an der Wendeschleife, wo ihrer Meinung nach mehr Platz vorhanden ist. Der Plan der Stadt sieht indes vor, die Spur in Richtung Höchst kurz vor der Tram-Haltestelle direkt vor die Arkaden zu verschwenken, damit die Haltestelle in Insellage zwischen beiden Fahrspuren liegt. Damit wäre die Fahrtrichtung der „kleinen Mainzer“ gedreht, um dann am „Nieder Loch“ wieder mit der anderen Spur zusammengeführt zu werden. Die Schrägparkplätze vor der Ladenzeile, die ständig genutzt werden, müssten dafür acht Längsparkplätzen weichen. Die Kritiker gehen auch davon aus, dass sich dann der Fahrradverkehr unter die Arkaden verlagern würde.

Der Plan des Arbeitskreises hat den Charme, dass hier die zusammengelegte Straßenbahn-Haltestelle mit der Bushaltestelle „Nied Kirche“ kombiniert wird: Die Busse sollen dort über die Schienen fahren, wie sie es auch auf der Bolongarostraße zwischen Lindner-Hotel und Scriba-Dreieck tun. Dafür allerdings müssten die Straßenbahn-Schienen verlegt werden, was einen bedeutenden Kostenfaktor ausmacht. Die Stadt hat sich allerdings einen Rahmen von knapp 1,6 Millionen Euro für den Umbau der Kreuzung und von 315 000 Euro für die Umgestaltung von Alt-Nied gesetzt.

Die Planungen der Stadt sind noch nicht beschlossen, was wohl mit den seit den 80er Jahren ruhenden Neubau-Planungen für das „Nieder Loch“ zusammenhängt. Der Baubeginn ist noch völlig offen. Zuletzt hatte sich die Stadt von der Idee verabschiedet, einen Kreisel an der Tillystraße zu bauen, nachdem man 2011 eine Vorplanung entwickelt hatte. – „die örtlichen Randbedingungen und Anforderungen“, so der Magistrat in einer Stellungnahme, seien zu komplex. Auch hier wären Autoverkehr, Gleise, Straßenbahnhaltestellen, Bürgersteige und Radwege sinnvoll zu kombinieren.

 

Feldmann eingeladen

 

Der Arbeitskreis möchte stärker in die Planungen eingebunden werden. „Gemeinsame Chancen und unsere inhaltlichen Angebote“, so heißt es in dem Brief an Feldmann und Cunitz, seien „seitens der Stadtplanung kaum ernst genommen“ worden. Deshalb sprechen die Mitglieder am Donnerstag bei Feldmann persönlich vor, wenn der seine Sprechstunde in Höchst hält. Und sie initiieren für Sonntag, 20. Juli, eine Bürgerrunde im Saal der katholischen Gemeinde St. Markus, direkt an der Kreuzung, um nochmals einen planerischen Dialog mit den Bürgern anzubieten. Zu diesem Gespräch, das um 16 Uhr beginnt, hat der Arbeitskreis Feldmann und Cunitz eingeladen.

(hv)
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