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Marktplatzfest: Doppelpack mit Wetterpech

Der verkaufsoffene Sonntag wurde gestern zum dritten Mal mit dem Interkulturellen Fest kombiniert. Trotz des Regens kamen laut Gewerbeverein etwa 4000 Besucher. Die Händler denken: „Die Kunden schätzen auch heute noch ortsnahe, persönliche Beratung.“
Stefan Dörhöfer aus Frankfurt war begeistert von den Keks-Kreationen, die Kathrin Oehme zauberte. Bilder > Stefan Dörhöfer aus Frankfurt war begeistert von den Keks-Kreationen, die Kathrin Oehme zauberte.
Schwalbach. 

„Mensch, den Laden kenne ich ja noch gar nicht“, sagte eine Frau zu ihrer Freundin, als sie beim gestrigen Marktplatzfest unterwegs waren. Beide marschierten schnurstracks und untergehakt in das Fachgeschäft für kreatives Backen am Marktplatz 15 („Kuchen Art“). Inhaberin Petra Höpfl ist noch ein Neuling unter den Gewerbetreibenden im Limeszentrum; am Marktplatz hatte sie ihren Laden erst im vorigen Jahr, damals noch unter anderem Namen, eröffnet. „Ich erhoffe mir neue Kundenkontakte“, sagte sie.

Der gestrige verkaufsoffene Sonntag, der zum dritten Mal mit dem Interkulturellen Fest kombiniert wurde, war für sie eine gute Gelegenheit dazu. Es schien zu klappen. Geschäftsmann Stefan Dörhöfer aus Frankfurt war begeistert von den Keks-Kreationen, die Kathrin Oehme bei „Kuchen Art“ vorführte. „Das ist genau das Richtige für meine Angebotspalette“, sagte er. Eigentlich war er nur zum Marktplatzfest gekommen, um seinen Wagen bei der kleinen Oldtimer-Schau am unteren Marktplatz zu präsentieren.

Die Ladenbesitzer konnten erstmal froh sein, ein Dach über dem Kopf zu haben, denn in den ersten ein bis zwei Fest-Stunden regnete es scheußlich. Erstaunlicherweise füllten sich Limeszentrum und Marktplatz dennoch zusehends mit Menschen. Aber die vielen Bänke und Tische vor der Bühne blieben zunächst fast leer. Später kam die Sonne, dann änderte sich das.

Das Zugpferd Eisenbahn

Schmerzlich war das anfangs miese Wetter für die Deutsch-Ausländische Gemeinschaft Schwalbach (DAGS), die das Bühnenprogramm liebevoll vorbereitet hatte. Folklore, Musik, Sportliches und Akrobatik von Kulturgruppen aus Spanien, Italien, der Türkei, aus Brasilien und Korea wurden geboten. Als die kleinen, koreanischen Mädchen in ihrer landestypischen Kleidung auf der Bühne tanzten, strömte aber schon bei Regen eine beachtliche Menge dort zusammen, die das entzückte. „Frau Ho Nam Hyun, die koreanisches Kunstgewerbe am Marktplatz 12 verkauft, hat uns diesen Programmpunkt ganz kurzfristig vermittelt“, sagte DAGS-Chef Klaus Stukenborg. Ist Feiern und Tralala angesichts der Flüchtlingsströme und der Flüchtlingsnot in Europa angemessen? „Ja, gerade“, sagte Stukenborg. „Es gibt nicht nur die Probleme, sondern auch das gegenseitige Befruchten und die gemeinsamen Freuden, und darum geht es heute hier“, ergänzte Stukenborg, der aktuell auch die Flüchtlingshilfe in Schwalbach mitkoordiniert. „Wir haben alle Flüchtlinge, die derzeit in Schwalbach sind, zum Fest eingeladen“, betonte er. „Wir wollen sie aber heute hier nicht ausstellen und vorführen, sondern sie sollen an diesem Tag einfach entspannt mitfeiern können.“

Auf der Bühne moderierte neben Stukenborg Waia Stavrianos, Mitarbeiterin beim Hessischen Rundfunk. Dabei hatten die Geschäftsleute die Chance, sich vorzustellen. Jörg Lenz vom Autohaus Schwalbach am Ostring warb für das Elektroauto, das auch begutachten werden konnte. „Wir sind seit 35 Jahren in Schwalbach. Von der Tendenz her kann ich nicht sagen, der Standort ist besser oder schlechter geworden. Ich glaube, Kunden schätzen auch heute noch ortsnahe, persönliche Beratung“, urteilte er.

Gewerbevereinschef Mathias Schlosser schätzte, dass trotz der gemischten Wetterlage 4000 Besucher den Weg nach Schwalbach gefunden hatten. Zwölf Geschäftsleute hatten sich beteiligt, die Resonanz sei gut, sagte er. Bei Apotheker Erik Modrack gab es Zuckerwatte umsonst, Glücksräder und Rabatte hatten die Läden parat.

Die Stadt mit der Kulturkreis GmbH war beim Fest mit im Boot. Beim Bungee-Trampolin und der Kindereisenbahn gab es Schlangen. Ein Besucher-Ansturm kam auch noch mal für die Musikgruppen zum Abschluss. Bei „East meets West“ spielte im Übrigen der stellvertretende Ausländerbeiratsvorsitzende Bilal Akdeniz mit.

(ku)
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