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„Durchgeknallte“ Hunde bei der Formel 1

„Flyball“ nennt sich ein rasanter Hundesport, bei dem Teamgeist gefragt ist. Das Team „Flying Sodenia“ ist begeistert dabei.
Rasant über die Hürden: Schäferhundemix Luca aus dem Team „Flying Sodenia“ auf dem Weg zur Box, aus der er einen Ball holen soll. 	Foto: Knapp Rasant über die Hürden: Schäferhundemix Luca aus dem Team „Flying Sodenia“ auf dem Weg zur Box, aus der er einen Ball holen soll. Foto: Knapp
Bad Soden. 

Lärm von Hundegebell erfüllt die Luft. Acht Hunde stehen in zwei Teams aufgeteilt, bereit loszurennen. Auf den Startschuss hin wetzen die beiden ersten Hunde los, springen über vier Hürden, schnappen sich einen Ball aus einer Box und rennen wieder zurück. Ein Hund nach dem anderen rennt hin und her. Als die letzten Hunde der Staffeln durch die Lichtschranke wetzen, werden die Zeiten angezeigt: 24,16 zu 24,35 Sekunden.

Es ist ein rasend schneller Hundesport, der auf dem Hundeplatz im Altenhainer Tal betrieben wurde: Flyball. Das Team, das die Staffel in mehreren Läufen am schnellsten und fehlerfrei überstanden hat, gewinnt. Beim Turnier sind die Mannschaften in drei Divisionen nach Geschwindigkeit aufgeteilt.

13 Teams aus ganz Hessen treten an. Die Mannschaften haben überall auf dem Platz Zelte und Pavillons aufgestellt, wo Sie auf Campingstühlen mit ihren Hunden vom immer stärker werdenden Regen Schutz suchen. Das Turnier ist Teil der „Hessen Trophy“. Bei acht Turnieren wird dabei der hessische Meister im Flyball ermittelt. Später lässt der Regen etwas nach, und das Turnier wird zu Ende gebracht.

Die Hundeführer der Bad Sodener Mannschaft „Flying Sodenia“ tragen dunkelblaue Shirts, auf denen in neonorangefarbener Schrift der Name ihrer Hunde aufgedruckt ist. Yvonne Pleyer aus Sulzbach tritt für „Flying Sodenia“ mit ihrem Hund Billy in der mittelschnellen Division 2 an.

 

Adrenalinkick

 

Für den zwei Jahre alten Hund ist es erst das zweite Turnier. Yvonne Pleyer ist indes schon seit fünf Jahren beim Flyball dabei. Billy ist der kleinste Hund im Team, er reicht seinem Frauchen noch nicht einmal bis zum Knie. Hunde aller Rassen und Größen können beim Flyball antreten. Die Höhe der Hindernisse wird vom kleinsten Hund im Team abhängig gemacht.

„Der Adrenalinkick ist einfach gut“, sagt Yvonne Pleyer „Flyball ist ein Teamsport“, fügt sie hinzu. Sowohl Menschen als auch Hunde müssen sich aufeinander einstellen, um im Staffellauf gut abzuschneiden. Das Sodener Team hält zusammen. Neben dem wöchentlichen Training und den Turnieren geht das Team oft gemeinsam spazieren. Im Winter trainiert das Team nicht, da es über keine Halle verfügt.

„Auf den Turnieren ist immer eine tolle Atmosphäre“, schwärmt Teamkollegin Marion Kreft aus Liederbach. „Flyball ist einfach die Formel 1 unter den Hundesportarten“, sagt sie. Etwa zehn Hundeführer sind in der Flying-Sodenia-Turniermannschaft.

Voraussetzungen für Flyball gibt es wenige. Der Hund sollte mindestens ein Jahr alt sein und die Begleithundeprüfung abgelegt haben, um antreten zu dürfen. Bis ein Hund bereit zum Starten ist, braucht er ein halbes bis zu einem Jahr Training. „Das Wichtigste ist das Wenden“, erklärt Yvonne Pleyer. An den Ballboxen müssen die Hunde wie Schwimmer wenden – sie schnappen sich den Ball und stoßen sich an der Box ab. „Es kann wirklich jeder Hund mitmachen – er sollte aber ein bisschen durchgeknallt sein“, scherzt die Sulzbacherin.

Beim Wettbewerb treten Yvonne Pleyer und Billy mit drei Teamkollegen an, zur Reserve stehen noch zwei weitere Hunde. Billy ist der letzte Hund der Staffel. Immer, wenn er seinen Rückweg von der Box macht, schreit das ganze Team „Eins, zwei, drei, vier“, um den Hund anzufeuern. Für den Sieg hat es an diesem Samstag aber nicht gereicht. Das schnellste Team der ersten Division sind die deutschen Meister aus Hungen.

Die Anfänger- und Fortgeschrittenengruppen trainieren jeden Samstag auf dem Hundeplatz in Bad Soden. Dazu kommen noch die Turniere. Dieses Jahr ist das Team Flying Sodenia nur fünfmal angetreten, normalerweise sind sie pro Jahr bei etwa zehn Turnieren, überall in Hessen und Rhein-Main. Ende Juli fährt das Team zur deutschen Meisterschaft im Flyball in Ludwigshafen.

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