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Ehemals florierende Geschäfte: Ein Kalender mit historischen Bildern aus Hornau erinnert an längst vergangene Zeiten

Der Verein „Bürger für Hornau“ hat einen Kalender erstellt, der mit alten Fotos an das frühere blühende Geschäftsleben erinnert.
Mit dieser schmucken Postkarte warb Hornau Anfang des 20. Jahrhunderts für seine Sehenswürdigkeiten. 	Reproduktionen: „Bürger für Hornau“ Bilder > Mit dieser schmucken Postkarte warb Hornau Anfang des 20. Jahrhunderts für seine Sehenswürdigkeiten. Reproduktionen: „Bürger für Hornau“
Kelkheim. 

Dass es in Hornau früher einmal ein blühendes Geschäftsleben gab mit jeweils einer Handvoll Bäckereien, Metzgereien, Frisören und Lebensmittelläden, wissen nur noch die ganz Alteingesessenen. Kaum vorstellbar ist heute außerdem, dass all diese Geschäfte damals überleben konnten, obwohl sie teilweise dicht an dicht im Ortskern auf einer Strecke von gerade mal einem halben Kilometer angesiedelt waren. Das Erfolgsrezept war, dass jeder seine Spezialität hatte, so dass sich die Geschäfte gegenseitig kaum Konkurrenz machten. „Das ging damals im Gegensatz zu heute, wo alles weg ist“, weiß Michael Jung. „Mittlerweile haben wir aber noch nicht mal mehr eine Bäckerei und einen Frisör“, bedauert der Vorsitzende der „Bürger für Hornau“, deren Ziel der Erhalt des Ortsbildes ist.

Deshalb hat der Verein jetzt auch einen Kalender mit alten Fotos herausgebracht, die an das einstmals so blühende Geschäftsleben in dem Kelkheimer Ortsteil erinnert. Vorgestellt worden ist der Hornauer Kalender für das Jahr 2017 nun beim alljährlichen „Horner Gebabbel“ bei Kaffee und Kuchen im Vereinshaus in der Rotlintallee, das bis auf den letzten Platz sehr gut besucht war. Zur Einstimmung in das Thema zeigte Stadtarchivar Dietrich Kleipa bei seinem Vortrag „Hornau in alten Bildern“ auch jede Menge Fotos von alten Gasthöfen, Metzgereien, Kolonialwarenläden und vielem anderen mehr, die teilweise in dem Kalender verewigt worden sind.

Kirche und Metzgerei

Eine alte kolorierte Postkarte, auf der die alte Kirche, der Bahnhof sowie das Gasthaus und die Pension „Frankfurter Hof“ zu sehen sind nebst den Streuobstwiesen, ziert den Titel des Kalenders. Auf dem Januar-Blatt wird an die Metzgerei Sennewald erinnert, die vom Thüringer Ernst Sennewald und seiner Hornauer Ehefrau Hildegard (geborene Eckhardt) in den späten 1940er Jahren zusammen mit einem Vertrieb für Thüringer Wurst- und Fleischwaren in der Theresenstraße 15 eröffnet wurde. Nach der Errichtung seines neuen Wohn- und Geschäftshauses auf der Hornauer Straße 71 wurde das Fleischerfachgeschäft dorthin verlegt. Nicht weit weg davon betrieb die Konsumgenossenschaft GEG über viele Jahre hinweg eine Verkaufsnebenstelle für Obst, Gemüse und Lebensmittel, in der überwiegend Hornauer Frauen beschäftigt waren. Nach dem Rückzug der GEG scheiterten Versuche, das Ladenlokal anderweitig zu nutzen, weshalb der frühere Konsum seit geraumer Zeit leer steht.

So ähnlich liest sich die Geschichte des letzten Hornauer „Tante-Emma-Laden“ in der Hornauer Straße auf dem März-Blatt, der von den Eheleuten Brigitte und Klaus Börner in der Hornauer Straße 104 1970 eröffnet wurde und im November 2009 für immer seine Pforten schloss. Nur bis 1953 gab es das Gasthaus „Zur Rose“ in der Rotebergstraße 1, das später in die Metzgerei Ernst Menke umfirmierte und sich auf dem Juli-Blatt wiederfindet. Kaum noch etwas erinnert heute, auch nach dem Umbau des Anwesens zu einem Wohnhaus, an die ehemalige traditionsreiche Gastwirtschaft „Nassauer Hof“, die im Volksmund besser unter „Hannes Bender“ bekannt war. Schon seit 1964 gibt es die Bäckerei von Adam Reuss in der Langestraße 40 nicht mehr, von der zwei alte Ansichten auf dem Dezember-Blatt festgehalten sind. Zehn Jahre danach wurde auch das angeschlossene Ladengeschäft geschlossen.

Wie warme Semmeln

Die Werbetrommel für den zweiten Kalender des Vereins musste Michael Jung nicht groß rühren. Denn die ersten 50 Stück sind noch beim „Horner Gebabbel“ weggegangen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. 100 dieser Tischkalender im Format DIN A 6 quer hat der Verein drucken lassen, die er zum Preis von acht Euro pro Stück verkauft. Bei einer entsprechenden Nachfrage können aber auch noch weitere Exemplare nachgedruckt werden.

Bestellt werden kann der Kalender über die E-Mail-Adresse des Vereins info@buerger-fuer-hornau.de, der die Bestellungen auch frei Haus liefern.

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