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Ein Stück Heimat am Main

Die Klasse 4 a der Fridtjof-Nansen-Schule mit ihrer Lehrerin Eva-Maria Vetter hat im Rahmen des Projektes „Zeitung in der Grundschule“ (ZING) einen Reportagetermin im Bolongaropalast gehabt. Hier kann man nun die spannenden Texte der Schüler lesen und die Fotos sehen, die die Kinder selbst gemacht haben.
Henning Brandt leitet die Verwaltungsstelle Höchst. Im Bolongaropalast hat er sein Büro.	Foto: Hilal Kücük Bilder > Henning Brandt leitet die Verwaltungsstelle Höchst. Im Bolongaropalast hat er sein Büro. Foto: Hilal Kücük
Höchst. 

Dort, wo heute das Bürgeramt Höchst Reisepässe ausstellt und An- und Abmeldungen vornimmt, tummelten sich vor rund 240 Jahren Käufer und Verkäufer, Händler und Kaufleute zwischen den Marktständen. Das Erdgeschoss des Bolongaropalastes in der Bolongarostraße wurde einst als Kaufhaus genutzt. Verkauft wurden vor allem Schnupftabak, Wein und Gewürze aus Italien.

Joseph Maria Markus und Jakob Philipp Bolongaro waren reiche Kaufleute aus Italien und gaben den dreijährigen Bau des Bolongaropalastes 1772 in Auftrag. Dass ausgerechnet Höchst sich mit dem bürgerlichen Barockpalast schmücken kann, haben die Höchster dem Mainzer Kurfürsten Emmerich Joseph zu verdanken.

 

Steuerfrei

 

Kurfürst Emmerich Joseph wollte in Höchst, das damals noch zu Mainz gehörte, eine Neustadt bauen. Er machte den reichen Kaufleuten ein Angebot: Wenn diese sich in Höchst niederlassen, dürfen sie sich das schönste Stück Land aussuchen, können freien Handel treiben und müssen keine Steuern zahlen.

Eigentlich wollten die Brüder Bolongaro in Frankfurt ihre Geschäfte vorantreiben. Da Frankfurt jedoch evangelisch und die Brüder Bolongaro katholisch waren, bekamen sie nicht das Bürgerrecht der Stadt Frankfurt verliehen.

So konnten sie nur eingeschränkt Handel betreiben. Daher willigten die Brüder Bolongaro in das großzügige Angebot des Kurfürsten ein.

Die Bolongaros, die ihre Heimat in Stresa am Lago Maggiore hatten, konnten von ihrem Anwesen in Italien direkt auf den See schauen. Deshalb wählten sie sich auch in Höchst das Stück Land, das direkt am Main liegt. Von ihrem Wohnzimmer aus konnten sie bei geöffneten Flügeltüren über den Garten hinweg auf den Main schauen. So hatten sie ein Stück Heimat mitten in Höchst.

 

Mitmachmuseum

 

Der Bolongaropalast soll auch in Zukunft ein Stück Heimat bleiben und als Begegnungsstätte für Jung und Alt dienen. Geplant ist, das 400 Zimmer umfassende Gebäude kulturell zu erweitern. Raum für Theater, Musik, ein Restaurant und ein Mitmachmuseum, um die Geschichte des Palastes selbst hautnah zu erleben, sind angedacht. Eben ein „lebendiges offenes Haus, in dem ganz viele Menschen zusammenkommen und sich wohlfühlen“, formuliert Henning Brandt, Leiter der Verwaltungsstelle Höchst, die Wünsche der Höchster.

Hazem Dawood, Ayoub El Bakchouche, Amin El Fari, Sascha Gordanic, Firat Kocer, Marie Schäfer, Canan Sevim und Memet Ali Zincir


 

Henning Brandt leitet die Verwaltungsstelle Höchst. Im Bolongaropalast hat er sein Büro.	Foto: Hilal Kücük
Zur Person: Henning Brandt wird auch der ...

Henning Brandt (57 Jahre) ist der Leiter der Verwaltungsstelle Höchst im Bolongaropalast und wird auch gerne der „Bürgermeister von Höchst“ genannt.

clearing

 

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