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Alois Steyer: Ein Stück Hornau wird bewahrt

Von Über 100 Besucher kamen zur Eröffnung der Ausstellung mit Steyers Gemälden – und erfuhren einiges über den Mann, der sich auch am Rettershof in besonderer Form verewigte.
Hommage an Maler Alois Steyer aus Hornau, Ausstellung in der Alten Kirche Hornau
links: Tochter Christine Steyer Foto: matthias knapp Hommage an Maler Alois Steyer aus Hornau, Ausstellung in der Alten Kirche Hornau links: Tochter Christine Steyer
Hornau. 

Eine große grüne Wiese ermöglicht den Blick von der Theresenstraße in Richtung alte Kirche. Das Laub der Bäume ist dunkler getönt und bildet einen reizvollen Kontrast zu den Häuserdächern, die in ihren Rot-Orange-Tönen ein Blickfang sind. Zwei Mädchen stehen im Gras. „Das bin ich und meine Freundin Silvia“, erzählt Christine Steyer. Sie ist die Tochter des Malers Alois Steyer und mag dieses Werk besonders gerne. Es ist derzeit in der Alten Hornauer Kirche zu sehen, neben vielen anderen Werken ihres Vaters.

Die Ausstellung „Alois Steyer – Ein Maler aus Hornau“ gibt einen guten Überblick auf Steyers künstlerisches Schaffen. Anlass ist die Schenkung, die Christine Steyer nun rund zwei Jahre nach dem Tod ihres Vaters der Stadt macht. Damit geht das Gros des Lebenswerks an die Kommune und wird, wie Bürgermeister Thomas Horn erklärte, einen besonderen Platz im neuen Stadtmuseum erhalten.

 

Fotografisches Gedächtnis

 

„Ihm war es wichtig, Dinge zu bewahren“, sagt Christine Steyer über die künstlerische Absicht ihres Vaters. Er wollte die Häuser und Landschaften so malen, wie sie wirklich vorzufinden waren. Hilfreich dabei waren zum Teil Fotos, aber in erster Linie das fotografische Gedächtnis des Hornauers. Ohne Mühe konnte er sich Situationen wieder visuell vor Augen führen. Kritisch blieb er allerdings immer mit seinem Werk. Häufig machte er kleine Veränderungen an Bildern, auch wenn diese schon seit Jahren fertig waren. Sein Wille zur Perfektion und Genauigkeit trieben ihn bis zuletzt an.

Allerdings: Zeichen der Moderne, ein Auto, Traktoren oder ähnliches Dinge, sucht der Betrachter auf Steyers Ansichten Hornaus vergebens. Denn es ist vor allem das Alte Hornau, das der Maler als Bub in den 20er und 30er Jahre erlebte und das ihn fortwährend faszinierte. „Ich glaube, er hatte eine glückliche Kindheit“, sagt seine Tochter. Auch deshalb habe ihm dieses alte Hornau so viel bedeutet.

 

Romantische Bildsprache

 

Die Bildsprache Steyers ist romantisch. Hornau zeigt er meist in den warmen Monaten – und es ist vor allem das einfache Leben, das er festhält: Bauern samt Kuhgespann, Hühner, die auf der Straße nach Essbarem picken. Lebendig wirken viele von Steyers Bildern auch dann, wenn sie nur leere Straßen und Häuser zeigen. Denn immer ist die Natur sicht- und spürbar und lässt durch die Sonnenstrahlen, eine Wolkendecke oder auch fast versteckt gelegene Bäume eine Aussage dazu treffen, in welcher Jahreszeit der Betrachter auf Hornaus Gassen blickt. Neben den idyllischen Ansichten der Ortes sind in der Ausstellung auch einige Bilder vom Fischbacher Rettershof zu sehen, an dessen Restauration Steyer als Maler und Lackierer im Team des Bauhofes großen Anteil hatte.

Sein Geburtsort blieb der Lebensmittelpunkt des Malers, der dort 1925 das Licht der Welt erblickte. Für seine Familie – seine Frau Elisabeth und seine Tochter Christine – sorgte er mit seinem Beruf als Maler und Lackierer: Besonders als Schriftenmaler – erst in Frankfurt und dann in der Möbelstadt – erwarb er einiges Renommee. So brachte er große Beschriftungen an Flugzeugen, Gasthöfen wie dem „Schäfer Jakob“ und Geschäften auf.

Zudem malte Steyer viele Filmplakate, von denen heute bedauerlicherweise keines mehr erhalten ist, und war gerne zu Diensten, wenn Vereine Bühnenbilder oder Ähnliches brauchten. Steyer, der so viel Liebe für seine Heimat hegte, war auch im Alltag ein positiver und herzlicher Mensch. „Für ihn war das Glas immer halbvoll“, erinnert sich seine Tochter. Dass ihr viele der gut 100 Besucher dieses „Bild“ von ihrem Vater bei der Ausstellungseröffnung bestätigten, freut sie.

 

Akribie und Detail-Liebe

 

Auch Bürgermeister Thomas Horn lobt den Maler. Hornau, die ganze Stadt habe Steyer viel zu verdanken. Der Rathauschef streicht vor allem Steyers Wirken am Rettershof heraus. Dort habe er mit viel Geschick, Akribie und Liebe zum Detail gearbeitet. „Es ist ein großer Tag für Hornau“, sagt der Rathauschef. „Wir freuen uns sehr über die Schenkung.“

 

Die Ausstellung in der Alten Kirche Hornau an der Rotlintallee ist bis zum 10. Mai freitags und samstags von 15 bis 18.30 Uhr sowie sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

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