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Ein "Vorschuss" des Vereins

Sie hoffen, dass ihr Geld reicht und die Stadt später - bei finanziell besserer Kassenlage- wieder mit ins Boot steigt. Heute wird ein besonderer Heimatmaler vorgestellt.
So in etwa stellt sich Joachim Menke den Platz an der Platane und dem Bach vor. Zunächst sollen aber die Mauern des Hofguts saniert werden. So in etwa stellt sich Joachim Menke den Platz an der Platane und dem Bach vor. Zunächst sollen aber die Mauern des Hofguts saniert werden.
Hornau. 

Noch sieht alles aus wie immer: Deutliche Spuren haben die vergangenen Jahrhunderte an der roten Sandsteinmauer hinterlassen. Schief steht sie da und an der einen Seite reißt die Wand plötzlich ab, so dass Betrachter erahnen können, dass es sich hier nur um ein Teilstück handelt. Doch bald soll sich der Anblick des kleinen Fleckens am Liederbach ändern: Die "Bürger von Hornau" wollen den Bereich neu gestalten (wir berichteten). Ziel ist es, den Platz an der alten Hornauer Waage zu einem Ort zu machen, an dem sich Spaziergänger oder auch Eltern mit kleinen Kindern gerne aufhalten. Einst war der Platz nämlich ein Treffpunkt der Bauern, die hier ihr Getreide, Obst und Gemüse wiegen konnten. Zudem wurden an der Stelle am Samstag immer die Pferde gewaschen, weshalb der Ort auch als "Gäulschwenk" bekannt war.

In einem ersten Bauabschnitt sollen nun die Mauerreste samt Pfosten saniert sowie Treppenstufen zum Bach hinunter angelegt werden. Da das Fundament der Hofmauer erneuert werden muss, wird ein Großteil des Budgets für den Erhalt der steinernen Grundstücksbegrenzung draufgehen: "Die Mauer muss abgetragen werden", erklärt Vorsitzender Dieter Trippe. Anschließend werde sie wieder Stein für Stein aufgebaut. Billig ist der Aufwand freilich nicht: Mit einer Summe von 10000 bis 15000 Euro rechnet der Verein derzeit. "Die Kosten gehen jetzt in die Höhe", meint Trippe. Leisten könnten sich dies die "Bürger von Hornau" zwar derzeit noch, viel höher sollte die Rechnung aber nicht ausfallen: "Wir können nicht mehr ausgeben, als wir haben", sagt der Vereinschef.

Die Sanierung und Herrichtung des Platzes war einst als gemeinschaftliches Projekt zwischen der Stadt und dem Verein angelegt. Da die Kommune aber ihren Sparbemühungen eine höhere Priorität einräumte, muss zumindest der erste Teil der Arbeiten finanziell alleine vom Club geschultert werden. Beim zweiten Bauabschnitt hofft Trippe jedoch wieder auf die Unterstützung der Stadt. Hier soll der Platz dann nach einem Entwurf von Künstler Joachim Menke gepflastert werden: "Es wird eine wunderbare Einheit", verspricht der Vorsitzende. Sitzbänke sollen den Platz für Passanten, Wanderer und Eltern mit Kindern attraktiv machen, die hier verweilen können. Die Genehmigungen von der Wasserschutz- und der Naturschutzbehörde hat der Verein, der bei den Planungen von der Stadt unterstützt wird. Mit dem ersten Bauabschnitt soll voraussichtlich im Frühsommer angefangen werden.

Der Vereinschef ist mit dem vergangenen Jahr sehr zufrieden: Die Sanierung der Liederbachbrücke und die Fertigstellung des "Hornauer Modells" zählten zu den besonderen Projekten. Stolz und froh ist Trippe vor allem über die Unterstützung, die der Verein von den aktiven und passiven Mitgliedern erhält: "Wir haben auch Leute, die bereit sind, Geld zu geben", betont er. Selbstverständlich sei dies nicht. Allerdings: Trippe wünscht sich, dass sich mehr jüngere Hornauer im Verein engagieren. Der Vorstand werde immer älter, sagt der 76-Jährige. Damit er auch weiterhin so produktiv sein könne, müssten Jüngere hinzustoßen. Bei der Jahreshauptversammlung will Trippe diesen Punkt noch einmal besonders herausstellen. Der Besuch lohnt dieses Mal nicht nur, weil die Mitglieder hier einen Überblick über die Situation des Verein erhalten. Gezeigt werden nämlich obendrein Bilder von Heimatmaler Hubert Stabel, der dem Verein vor seinem Tod erlaubt hat, Fotografien seiner Werke zu archivieren und zu zeigen: "Es wird bestimmt eine wunderbare Vorführung", sagt Trippe. Ein weiteres Projekt zur Ortsverschönerung ist derzeit bei den "Bürgern von Hornau" in der Mache: Der Verein möchte eine Sitzbank mit Hilfe von Förderern aufstellten. Genaueres will Trippe jedoch noch nicht verraten.tay

Die Jahreshauptversammlung ist heute, 14. März, um 19.30 Uhr im Gasthaus "Zum Taunus", Hornauer Straße 146. Neben den Vereinsmitgliedern sind auch Gäste willkommen.

(Melanie Taylor)
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