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Ein halbherziger Beschluss

Von Die Opposition versucht mit Macht, den Spielplatz am Erlenweg zu retten. Formal ist auch noch gar nichts entschieden.
Okriftel. 

In vielen Bebauungsplanverfahren ändert sich nicht mehr viel, wenn der Aufstellungsbeschluss erst einmal gefasst ist. Denn in diesem wird der politische Wille zur Zukunft des betreffenden Geländes schon deutlich – Detailplanungen und die Anhörung von Bürgern, aber auch von Behörden und Institutionen bringen oft Veränderungen im Detail, aber keine Abweichung von der großen Richtung. Im Falle des Spielplatzes an der Erlenstraße in Okriftel könnte es anders sein. Hier könnten die Bürger das Projekt sogar noch kippen. Bekanntlich soll das Grundstück in zwei Bauplätze umgewandelt und verkauft werden; einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hatte die Stadtverordnetenversammlung bereits im Dezember vergangenen Jahres gefasst. Doch es gibt unter den Mandatsträgern wohl niemanden, der aus voller Überzeugung dieses Grundstück mit Wohnungen bebauen will.

„Es fällt schwer, den Spielplatz aufzugeben“, so der SPD-Stadtverordnete Marek Meyer. „Es gibt keinen, den das nicht schmerzt“, so auch Karin Fedebold, deren FDP diesmal die Linie der rot-grünen Koalition unterstützte. „Vielleicht fällt uns noch eine andere Lösung ein“, will sich Grünen-Fraktionschef Winfried Pohl sogar noch ein Hintertürchen offen halten. Sein FDP-Amtskollege Dietrich Muth schließlich wiegelte ab. Es gehe doch nur um die Offenlegung der Pläne, man solle abwarten, welche Argumente aus der Bürgerschaft vorgetragen würden. Ob es allerdings tatsächlich neue Gedanken gibt, das bleibt erst einmal abzuwarten. Denn das zentrale Argument der Kritiker ist klar – der Spielplatz werde gebraucht, sagen sie.

FWG-Mann Karl-Heinz Spengler sprach in der Stadtverordnetenversammlung von einem Kleinod, das es zu erhalten gelte. Der Spielplatz sei auch Treffpunkt für Jugendliche und Senioren. Städtebaulich sei es eine Katastrophe, das Grundstück zu bebauen. CDU-Parteichef Klaus Schindling wies auf steigende Geburtenzahlen in Okriftel hin, und dass es in dem Stadtteil ohnehin nicht viele Spielplätze gebe. Er erinnerte daran, das 170 Unterschriften für die Erhaltung des Spielplatzes gesammelt wurden. Schindling: „Wir verstehen uns als Anwalt der Gesellschaft von Morgen.“

Die Regierungskoalition argumentierte erneut, dass der Verkauf des Geländes notwendig sei, um andere Investitionen zu finanzieren. Die Opposition solle andere Vorschläge machen, forderte Bürgermeisterin Antje Köster (SPD) auf. Es habe Vorschläge genug gegeben, so etwa die FWG. Diese wies den Vorwurf zurück, „die Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft platt machen zu wollen.“

Umstritten ist auch, ob der Spielplatz am Wolfsweg ein akzeptabler Ersatz ist – dorthin sollen die Spielgeräte von der Erlenstraße gebracht werden. Der Weg dorthin sei zumutbar, so die FDP-Stadtverordnete Karin Fredebold, die überdies im Quartier genügend Möglichkeiten für Kinder entdeckt hat, im Freien zu spielen. Hattersheims Erste Stadträtin Karin Schnick zitierte auch eine Stellungnahme einer Okrifteler Mutter, die diese Lösung befürwortet. „Ein Kleinkinderspielplatz neben einem Bolzplatz, das geht nicht“, steht dagegen für FWG-Mann Spengler fest.

„Es ist noch nicht aller Tage Abend“, hofft Spengler. Fest steht, dass es die Stadtverordnetenversammlung noch bis zum Satzungsbeschluss in der Hand hat, das Bebauungsplanverfahren zu stoppen. Theoretisch ist denkbar, dass sich die gleichen Einnahmen auf andere Weise erzielen lassen, oder einfach dass es sich die Mehrheit angesichts des heraufziehenden Wahlkampfes noch einmal anders überlegt. Und wenn sich das Verfahren verzögert und der Satzungsbeschluss bis zur Kommunalwahl nicht gefasst werden kann, dann werden die Karten eventuell neu gemischt. Aber all dies sind Spekulationen…

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